Kundalini und das Wahre Selbst

Das Wahre Selbst erlebenTobias, geb. 1981, schreibt: „Hallo Tanja, momentan folge ich nicht meiner Inneren Stimme, sondern betäube mich, weil ich Kundalini sonst nicht mehr ertrage. Hatte sehr starke hellsichtige Fähigkeiten. Zeitweise und war auch mitten in der Kausalität, also so wie du sagst, völlig im Karma ausgeglichen und das war voll abgefahren. Ich konnte eine Zeit lang ganz genau sehen, was passiert und wusste auch genau warum. Alles war völlig klar. Ich hatte massive Einblicke ins Universum und all seine Vorgänge. Zeitweise spürte ich eine richtig tiefe Verbindung „nach oben“. Z. B. dass ich für immer und ewig verbunden bin, mit allem was ist. Hatte aber auch eine Art Astralreise durch alle Inkarnationen und habe den ganzen Schmerz und das Leid gefühlt bis zu Anbeginn der Zeit. Da landete ich im vollkommenen Nichts.
Es war zwar schön ruhig da, aber dann doch erschreckend, weil das bei vollem Bewusstsein geschah. Eigentlich weiß ich ja, dass die Kundalini einem nur hilft, aber ich habe Angst, dass mir sowas nochmal passiert, weil das war ein ziemlicher Brocken.
Zeitweise ging die Zeit völlig verloren bzw. wurde im Prinzip per Knopfdruck von mir gelenkt. Hatte ganz komische Erlebnisse mit Menschen in meiner Umgebung, die voll drauf reagiert haben wenn ich … Naja, das klingt jetzt komisch, aber wenn man gähnt, klingt ein summender Ton im Hinterkopf, ich weiß nicht, ob du das kennst … Den Ton kann man auch so auslösen und das habe ich, während die Kundalini gerade aktiv war, gemacht. Dann sind die Leute um mich herum aufgeschreckt und haben sich an die Ohren gelangt. Irgendwas ist da passiert, aber ich weiß nicht was.
Ich würde so gerne meiner Intuition folgen und alle toxischen Mittel, mit denen ich mich gerade betäube, abstellen, aber ich habe Angst! Ganz ehrlich.
Ich habe gespürt, dass da eine Macht in mir schlummert, aber ich will keine Macht haben. Liebe braucht keine Macht. Ich will aber auch nicht mehr Dinge vorhersehen können, das ist sehr gruselig. Vielleicht sollte ich einfach vertrauen … Der erste Kundalini-Schub war schon sehr stark. Der zweite war noch viel krasser. Ich habe nachgeforscht und von Johannes vom Kreuz gelesen und der Dunklen Nacht der Seele. Ziemlich genau auf den Punkt gebracht. Es war auch bei mir wie eine völlige Läuterung der Seele. Kommt da noch was Schlimmeres? Ich möchte eigentlich nur in Frieden leben. Ich weiß aber, dass ich nicht ewig vor meiner Intuition davonlaufen kann. Hast du einen Tipp für mich? Ich Danke dir von Herzen! Liebe Grüße, Tobi.“

Interpretation des Schreibens

Was Tobias beschreibt, berührt sehr viele Punkte, die im Prozess des Kundalini-Erwachens mit Erlangung von übernatürlichen Kräften auftreten können:

  • Geführtsein von der „Inneren Stimme“ – dem Wahren Selbst
  • Angst vor paranormalen Kräften, dem Hellsehen
  • Zeitverzerrung, Zeitdehnung
  • Tiefe Einsichten in die Beschaffenheit des Universums – der Schleier der Maya (der Matrix) lüftet sich
  • Inkarnationserinnerungen
  • Summen, Vibrieren oder Pfeifton im Ohr – Verbindung mit dem Wahren Selbst
  • Große Angst, noch mehr mit dem Wahren Selbst in Verbindung zu treten
  • Angst vor der eigenen Größe
  • Gleichzeitig Sehnsucht nach dem Wahren Selbst
  • Die Dunkle Nacht der Seele als „Zweite Geburt“, als Läuterung der Seele
  • Angst, ob noch etwas „Schlimmeres“ kommt

Von der Raupe zum Schmetterling

Tobias befindet sich im Übergangsstadium. Das Wahre Selbst hat ihn nicht nur „antelefoniert“, sondern sich mit ihm verkabelt. Er ist geführt und er fühlt, dass es richtig ist, sich vom Wahren Selbst führen zu lassen, gleichzeitig ist er dem normalen, menschlichen Leben entfremdet. Er steht mit einem Bein (noch) in der Menschenrealität, d. h. in der relativen, bedingten Realität, und mit dem anderen Bein in der eigenen Göttlichkeit, der absoluten Realität des Wahren Selbst.
Dieser Übergangsprozess kann Ängste hervorrufen. Die ganze Umwelt kennt weder die Beschaffenheit seiner inneren Fragen noch gibt es zufriedenstellende Antworten aus Psychologie, Wissenschaft oder Religion.
An diesem Punkt gelangt jeder Erwachende irgendwann: Höhere Bewusstseinszustände erkennen diesseitige Lehren/Wissenschaften/Dogmen als „eindimensional“ und damit als unbrauchbar. Aus diesem Grund kann aus ihnen kein Benefit mehr gezogen werden. Was für neunzig Prozent der Menschen stimmig ist, ist für einen Erwachenden substanzlos – egal, welche physikalische, religiöse oder wissenschaftliche Sichtweise in der Welt gerade en vogue ist.

Welche Wahrheit darf’s denn sein und hätten’s noch ein bisschen mehr davon?

Kundalini, aber auch psychoaktive Substanzen, können einem Menschen Wahrheiten über das eigene Leben sowie über die gesamte Evolution des Universums und der Menschheit offenbaren, die schwer zu verkraften sind. Es handelt sich wiederum um Einsichten/Wahrheiten, die von neunzig Prozent der Menschen, wenn nicht gar von neunundneunzig Prozent der Menschen, bei spontaner Offenbarung geleugnet werden würden. Zu den „Leugnern“ zähle ich persönlich aufgeklärte Menschen, Atheisten, tief gläubige Menschen, wissenschaftliche und spirituelle Menschen gleichermaßen. Was in höheren Bewusstseinszuständen erfahren werden kann, schlägt dem Fass dahingehend den Boden aus, weil auch bislang positive Weltbilder zertrümmert werden können.
Es können sich ungeheuerliche, epochale Antworten einstellen auf „Wer bin ich?“, „Wie viele bin ich?“, „Woher komme ich?“, „Ist die Realität eine Illusion?“, Antworten, die so radikal sind, dass sämtliche bisher gekannten – und geglaubten – Weltbilder einstürzen.
Es sagte der Bewusstseinsforscher Terence McKenna: „Es ist nicht schwer zur Wahrheit durchzudringen, aber es ist schwer, sie zu akzeptieren.“
Mit Liebe alleine ist das nicht aufzulösen, sowie auch alle bekannten therapeutischen Interventionen nicht fruchten, insofern der Therapeut nicht auf demselben Bewusstseinsstand ist, wie der Erwachende – was so gut wie nie der Fall ist. So wie ein Sportwagen nicht mit den Techniken des 19. Jahrhunderts, als es nur Kutschen gegeben hat, repariert werden kann, kann das mehrdimensionale Bewusstsein nicht mit den eindimensionalen Werkzeugen der Psychologie repariert werden.

Die zu erhaltende und zu erklimmende Macht, ist die, die jeder Mensch als Gott/Göttin hatte, bevor er zum Inkarnationsspiel und der Amnesie darin Ja gesagt hat. Diese Macht vollständig anzunehmen ist nicht leicht. Je mehr sich der Mensch mit seinem Wahren Selbst rückverbindet, umso stärker wird er über das Wahre Selbst. Er erhält u. a. übernatürliche Kräfte und mehr und mehr Einblicke in höhere (absolute) Wirklichkeiten. Diese Macht entkoppelt den Menschen – das Körper-Geist-Seele-System – von allen menschlichen Bezügen, was für den bestehenden Realitätskonsens (als Mensch) katastrophal sein kann.
Vom Standpunkt des Wahren Selbstes aus gibt es keinen „Menschen“, der da irgend in einem Inkarnationsspiel herumtut, wie ein Kind im Sandkasten. Der Mensch mit seiner Psyche, mit all seinen Gedanken und Emotionen, ist ein winziger, abgetrennter Bewusstseinsteil des Wahren Selbstes. Das Ich ist für das Wahre Selbst buchstäblich „ein Witz“. Im Wahren Selbst liegt alles Wissen, die ganze „Power“, jedwede Schöpferkraft, jedwede Freude, das „Ich“ ist eine Illusion.
Die Form als Mensch ist aus Sicht des Wahren Selbstes egal, sowie das Wollen und Streben des Menschen in allen menschlichen Kontexten „egal“ ist. Ein populäresoterischer und teils psychologischer Trugschluss ist, dass Menschen, die das Wahre Selbst auf Erden verwirklichen, ein schönes, erfülltes Leben führen.
Es verhält sich jedoch so, dass Menschen, die wirklich vom Wahren Selbst gerufen sind, in der Welt nicht mehr viel wollen, sollen, können. Das Wahre Selbst ist nicht Erfüllungsgehilfe für menschliche Wünsche, sondern es löst den Menschen von allen menschlichen Bezügen ab, wodurch menschliche Wünsche egal werden. Das Wahre Selbst ist also nicht Erfolgsgarant, sondern für diese Welt Erfolgsverhinderer (im materiellen Sinn). So sind viele Menschen, die nach und nach ihr Wahres Selbst erinnern, keine „Macher“, die ihren materiellen oder sozialen Erfolg in die Welt hinaus strahlen, auf dass es Neider und Bewunderer gibt. Sie sind auch keine spirituellen Rambos, die aufgrund der Power des Wahren Selbstes Menschen um sich scharen, eher leben sie zurückgezogen und kämpfen mit neuen Einsichten, Erfahrungen, erleben Hochs und Tiefs, Wunder und Schrecken …
In den höheren Astralwelten z. B. haben Seelen auch keine menschliche Form mehr, sie sind abstrakt, Energiepunkte, Dreiecke, Kugeln usw. … In den höheren Astralwelten ist die Dualität von Ich-Du weitestgehend aufgehoben, und diese hochstehenden Wesen haben die Ausstrahlung von vielen. Eine Kugel kann die Ausstrahlung von einer Milliarde Menschen haben. Ich-Du-Beziehungen sind nicht mehr wichtig, da das Wesen von sich sagen kann, dass es über eine Milliarde Wesen zählt.
Diese abstrakten Wesen stehen zwar schon am Ausgang, aber frei sind sie noch nicht. (Wer hier Verständnisschwierigkeiten hat, kommt mit Grundsatzfragen i. d. R. weiter. Nur, weil es 49 astrale Ebenen um die Erde gibt, heißt es nicht, dass das alles ist. Was kommt darüber, was gab es davor, was kommt nach dem Nirvana usw. … Wie viele astrale Ebenen gibt es auf anderen Planeten und warum, und wie viele Inkarnationen braucht ein extraterrestrisches Wesen, um frei zu werden etc. … Warum gibt es überhaupt männlich/weiblich, wenn Schnecken zwittrig sind? Warum gibt es Amnesie? Und warum muss es generell eine „Matrix“ geben, in welcher es unsägliches Leid gibt, wenn Entwicklung auch anders denkbar wäre … )

Körper, Gedanken, Emotionen, Psyche sind Limitationen, die nur für die Dauer eines Erdenlebens wichtig sind, aus Sicht des Wahren Selbstes jedoch „lästig“ sind. Das Wahre Selbst möchte den Menschen über das Menschsein hinausheben und ihm zeigen, dass sein Ego und die ihm bekannte Realität Illusionen sind.
Dennoch können Menschen Leid und Schmerz erfahren. Wer also in dieser Realität bleiben möchte, wer hier gut und ruhig leben möchte, lebt idealerweise gesund, maßvoll, ethisch und geht einer sinnvollen Beschäftigung nach, die ihn erfüllt. Es ist sinnvoll, vegetarisch und/oder vegan zu leben und sich mit dem Weltgeschehen nicht tiefer zu verstricken, als es notwendig ist. Auch ist es sinnvoll, Verantwortlichkeiten richtig anzunehmen und keine infantilen Ausflüchte zu suchen. Wenig intelligentes, ungeordnetes oder primitives Verhalten verkleinert nicht nur den, der sich so verhält, sondern auch all jene, die mit ihm in Kontakt sind.

Wer jedoch dieser Welt nicht mehr viel abgewinnen kann, kann Adieu sagen. Damit ist nicht der Tod, noch weniger ein Suizid gemeint, sondern ein umfassendes Ja zum Wahren Selbst. Alte Seelen z. B. leiden nicht mehr, weil sie dieses oder jenes nicht bekommen, sondern weil sie das Tun der Jungen Seelen nicht mehr ertragen. Da sich dies jedoch seit Menschengedenken nicht ändert, da es immer (viele) Junge Seelen und (wenige) Alte Seelen geben wird, bringt auch Weltengagement nicht (mehr) viel.

Wer Adieu sagen möchte, kann mittels Kundalini, spiritueller Praxis und/oder psychoaktiven Substanzen sich mehr und mehr mit seinem Wahren Selbst verbinden. Er kann irgendwann aufwachen und einen Bewusstseinssprung, idealerweise eine Bewusstseinsgeburt, erfahren.
Dennoch kann der Preis dafür hoch sein. Wer vollständig vom Wahren Selbst absorbiert ist, kann in der aktuellen Realität als verrückt erklärt werden. Dem Wahren Selbst ist das egal, dem Menschen vermutlich nicht – es sei denn, er streckt die Flügelchen schon aus wie ein Schmetterling und fliegt davon, noch ehe irgendein Mensch mit seinen eindimensionalen Werkzeugen zu systematisieren, zu bewerten und zu kurieren sucht.

Mehr zum Thema Kundalini:

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2. Die bewusste Erweckung – Shaktipat
3. Die willkürliche Erweckung
4. Aufstieg, Symptome u. Krisen
6. Dreizehn Punkte, um Aufstiegs-Krisen zu überwinden
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Hilfe und Beratung zu Kundalinikrisen und dem Kundalinisyndrome – klick hier.

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3 Gedanken zu „Kundalini und das Wahre Selbst“

  1. Hallo Tanja

    Deine Seite ist wirklich nach wie vor eine sehr große Stütze & Hilfe für viele Menschen im Kundalini Prozess. Alleine schon dass man versteht, dass alle Vorgänge normal sind und man nicht verrückt ist! Unvorstellbare Erlebnisse können einen erreichen wo man den Boden unter den Füßen verlieren kann und das auch über Monate. Mein Prozess war auch sehr schwer, aber dank deiner Artikel & Hilfestellungen & Tipps ist vieles nach und nach Ruhiger geworden.
    Hoffentlich finden viele deine Seite & und nehmen auch deine Hilfe in Anspruch, da man bei den wenigsten dieses Verständnis für die Zustände die sich ereignen können nicht finden wird .

    1. Hallo Ramona,

      lieben Dank für deinen Kommentar. 🙂

      Ich freue mich, dass dich meine Inhalte erreichen und dir geholfen haben. Und ich freue mich über das positive Feedback. 🙂

      Allerliebste Grüße und alles Gute dir!

      Tanja

  2. Hallo Tanja,

    vielen Dank für Deine inspirierenden Informationen in denen ich mich immer wiederfinden kann. Dennoch gehöre ich zu einer kleinen Minderheit beispielsweise als Veganer oder in einer anderen Transformation und als alte Seele in einem anderen Bewußtseinslevel. Gerne würde ich mich für die neue Zeit mit Menschen treffen die auf dem gleichen Bewußtseinslevel unterwegs sind in die neue Welt. Ich denke das die Menschen im Überleben diejenigen sein werden mit dem höchsten Bewußtsein. Dieses würde ich gerne fördern und unterstützen als Aufgabe für das kommende Jahr. Daher danke ich Dir für Dein Tun und teile dies damit mehr Menschen Zugang finden werden.

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