Dunkle Nacht der Seele – 5 Zeichen

Dunkle Nacht der Seele KundaliniDie sogenannte Dunkle Nacht der Seele beschreibt eine Phase, durch die der erwachende Mensch hindurch geht, um zu seinem vollen spirituellen Potential zu gelangen. Hierbei handelt es sich um eine sehr schwere Zeit, die in der Regel vorübergehend ist, jedoch mehrere Jahre dauern kann.
Der Begriff stammt vom heiliggesprochenen Johannes vom Kreuz, 16. Jh., einem spanischen Mystiker und Kirchenlehrer. Die dunkle Nacht der Seele bezeichnet bei ihm ein Gedicht, das er in einem Klosterkerker verfasst hat. Dieser Begriff wird heute umgangssprachlich synonym für Depression verwendet, doch in spirituellen Kreisen ist er viel weiter gefasst, versteht sich als Katharsis oder zweite Geburt …
Bei Carl Gustav Jung (1875 – 1961), dem schweizer Psychiater, taucht der Begriff auch in Zusammenhang mit dem sog. Individuationsprozess auf.

Doch was ist die dunkle Nacht der Seele nun genau? Klingt dramatisch. Ist es auch. Diejenigen, die es gerade durchleiden, werden jetzt müde nicken. Alle anderen – Kundalini-Erwachte, Erleuchtete, Heiler, Suchende, Interessierte – können sich in diesem Artikel informieren, prophylaktisch, denn die dunkle Nacht der Seele kann auch sie einmal betreffen. (Wie immer bei energetisch-spirituellen Prozessen liegt die Betonung auf kann.)
Die dunkle Nacht der Seele – im spirituellen Kontext – ist eine sehr langwierige, schwierige Zeit, in welcher sich Körper, Geist und Seele ein letztes Mal transformieren und umgestalten. Man könnte das Bild der Schlange nehmen, die sich ein letztes Mal häutet, sowie das Bild der Raupe, die sich als Schmetterling erhebt, genauso so gut das Bild des Phönix, des mythischen Vogels, der am Ende seines Lebens verbrennt, um aus seinen Resten, der Asche, wieder aufzuerstehen. Doch all diese Bilder erscheinen mir zu blass, sodass ich folgendes entwerfen möchte: Vor der Dunklen Nacht der Seele – völlig egal für wie fortgeschritten oder erleuchtet sich jemand hält – ist man nichts anderes als ein Klumpen Eisen, der während des Transformationsprozesses ins Feuer geworfen wird, wieder und wieder erhitzt, wieder und wieder beschlagen, jahrelang, mit größter Wucht und größter Sorgfalt, sodass am Ende, wenn alles gut geht, sich alles wieder beruhigt und abkühlt, im Wasser, ein scharfes, glänzendes Schwert heraus gezogen wird …

5 Punkte, die die Dunkle Nacht der Seele kennzeichnen

  1. Dunkle Nacht der Seele – körperliche Reaktion

Allen voran ist diese Zeit durch körperliche Beschwerden gekennzeichnet. Starke Müdigkeit tritt auf. Abgeschlagenheit. Man könnte den ganzen Tag schlafen. Auch können Schmerzen auftreten, für die die Medizin keine Ursache findet. Der Körper fühlt sich schwer und alt an.

2. Dunkle Nacht der Seele – Persönlichkeit

Große Verwirrung tritt auf. Identitätsverlust. Wer bin ich? Wo stehe ich? Was waren meine Lebensziele? Alles erscheint sinnlos. Es gibt keine mentale Klarheit mehr, im Kopf ist alles vernebelt. Denken an sich ist eine Herausforderung, in die Zukunft zu planen scheint unmöglich – da ebenso so sinnlos. Das Denken ist in jeder Hinsicht verkürzt, komprimiert auf den Moment. Sich an etwas Vergangenes zu erinnern fällt schwer, an die Zukunft zu denken noch viel schwerer …
Viele Dinge brechen zusammen. Die Persönlichkeit wird instabiler und durchlässiger …

3. Dunkle Nacht der Seele – Spiegel

Im Außen verändert sich meist ebenso rapide und unablässig alles wie im Inneren. Alles wird „umgefaltet“. Überall begegnet einem Instabilität. Die Eltern sterben, ein Haustier geht, Kündigung, Jobverlust, der Partner geht, Scheidung, im Haus stehen Reparaturen an … Es folgen finanzielle Engpässe, Existenzängste. Kein Stein bleibt auf dem anderen. All das kann als Spiegel betrachtet werden für die inneren Prozesse, jedoch bedingen sich Inneres und Äußeres im negativen Sinn hier gegenseitig, denn die nachlassende körperliche Kraft und das depressive Empfinden können zu Jobverlust, finanziellen Problemen, sozialer Isolation führen, sowie, vice versa, plötzlich eintretende Verwerfungen im Außen, wie Kündigung, Scheidung, Todesfall wiederum auf das innere Empfinden wirken …

4. Dunkle Nacht der Seele – Emotionalität und Zeitbeschleunigung

Diese Phase ist oft von großer Emotionalität und „Zeitbeschleunigung“ geprägt. Da soviel auf einen einstürmt, innerlich wie äußerlich, gibt es keine Zeit, um sich davon zu erholen. Kaum ist ein Thema durch, steht das nächste schon an. Schlag auf Schlag. So hinkt man den Geschehnissen oft emotional hinterher, was für reichlich Wirbel im Inneren sorgt, der vor allem nachts Unruhe erzeugt … Die Persönlichkeit bricht – es tut mir leid es so sagen zu müssen – wie ein Kartenhaus zusammen …
Das alles ruft Ängste hervor, die wiederum den negativen Teufelskreislauf befeuern. Das Leben wird auf völlig neue Art und Weise erfahren, ich möchte sagen, wie von der Rückseite Gottes aus, von der Schattenseite aus … Man lebt und ist der Minuspol und sieht auf dem Schachbrett der Welt nur die schwarzen Felder. Was einem früher angenehm erschien und wohl tat, ein Kinobesuch, ein Wochenendausflug, ein Picknick, ein Treffen mit Freunden, funktioniert in der Regel nicht mehr. Die besten Freunde verstehen für gewöhnlich nicht, was mit einem geschieht, ja, man versteht es zeitweilen selber nicht. So wendet sich das soziale Umfeld ab, bzw. lernt man, zu schweigen. In dieser Isolation trägt man alles alleine. Wiederum: Johannes vom Kreuz soll in einer lichtlosen Zelle gesessen sein, für etwa neun Monate oder ein ganzes Jahr. Wenn es neun Monate waren, so entspricht es genau dem Schwangerschaftszyklus … Worauf ich hinaus will – um nicht völlig in die Negativität abzugleiten – es handelt sich trotz aller Widrigkeiten um eine Neugeburt. Es handelt sich um eine tiefe spirituelle Krise, die weit über eine klassische Depression hinausgeht. Es ist viel schrecklicher. Und viel subtiler …

5. Dunkle Nacht der Seele – Reinigung der Seele

Starke Energien können einen „angehen“. Das schließt dämonische Entitäten wie neutrale Energien, sowie Lichtwellen und ekstatische Zustände mit ein. Laut meiner Recherche halten sich diese „Lichtblicke“ aber in Grenzen. Das Licht, wenn sich die Zellentür mal öffnet, ist gleißend und wundersam, doch der Lichtblick ist nur kurz: sowie sich die Tür wieder schließt, herrscht Dunkelheit. Ich spreche hier von der magischen, der mystischen Erfahrung, der Reunion mit dem Göttlichen … Die dämonischen „Kontakte“ können schrecklich sein, doch auch sie sind wichtig, um gereinigt zu werden. Es geht um Läuterung. Aus psychologischer Sicht wollen die Schatten erkannt, verstanden und integriert werden. Selbstsucht, Prahlerei, Rücksichtslosigkeit z. B. – all das wird einem im wahrsten Sinne des Wortes „ausgetrieben“. Wer sich rücksichtslos verhält, erntet nicht mehr „irgendwann“, was er sät, sondern sofort und unmittelbar. Klebrige Energien schwirren um einen herum, ziehen einen runter, sorgen für bleierne Müdigkeit … Es scheint, als käme das Karmagesetz hier ohne Erfüllungsgehilfen aus. Es braucht keine anderen „Darsteller“ mehr, um zu wirken, das Karma erfüllt sich sofort und unmittelbar nach getaner oder unterlassener Tat, nach gutem oder schlechtem Denken …

Abschluss

So ist die Dunkle Nacht der Seele zuallererst als Reinigungsvorgang zu begreifen. Sie ist dazu da, um mehr Seele in den Körper zu lassen, insofern man den Körper als Gefäß verstehen will. Kraftvolle Gefühle, Ängste, Zweifel, Freude – all das muss erfahren werden.

Wen betrifft die Dunkle Nacht der Seele? Ich persönlich erlebe sie nur im Umkreis von Freunden und Bekannten, die eine aktive Kundalini haben. Meistens spricht man in „Kundalini-Kreisen“ daher vom zweiten Erwachen oder der zweiten Geburt. Die dunkle Nacht der Seele versteht man hier eher als Abschluss des Kundalini-Prozesses, der oft jenseits der 30 auftritt, kaum früher. Dabei wird die dunkle Nacht der Seele als so intensiv und düster erfahren wie das Erwachen der Kundalini selbst. Das Kundalini-Phänomen an sich habe ich in vielen anderen Artikeln beschrieben (Links untenstehend), und ich weiß, dass Kundalini nun wirklich kein Spaziergang ist, kein „Ponyhof“ und zumeist nichts Nettes, doch die sog. Dunkle Nacht der Seele ist nochmals anders. Sie ist keine vorübergehende spirituelle Krise, die dem Erwachen vorausgeht. Sie ist keine „energetische“ Verstimmung; keine Energieanhebung, weil wieder mal Portal-Tag, Sonnenwende oder Vollmond ist, kein Transformations-Schnupfen, keine klassische Depression, kein Energie-Overload mit Druckgefühlen im Kopf und so weiter … Nein. Die dunkle Nacht der Seele ist das Ziel von Kundalini, respektive das Ziel aller Suchenden, nach vielen Jahren. Sie ist die Mündung des Flusses, der einen ganzen Kontinent hindurch, jahrelang, geflossen ist und nun endlich, bevor er den Ozean erreicht, den Niagara-Fällen gleich, noch einmal mit wildem Getöse hinab stürzt …

Und warum? Wie ich in Artikel 7 beschrieb, wirkt Kundalini wie ein Brandbeschleuniger. Ähnlich ist es mit der dunklen Nacht der Seele. Erst durch den Druck kann innerhalb kürzerster Zeit am meisten umgestaltet werden. Ich bin der Meinung, dass die Dunkle Nacht der Seele alles, was ein Mensch in drei oder mehr Inkarnationen lernen muss, auf wenige Jahre komprimiert. Es ist, wie den Lehrstoff von acht Schuljahren in ein Jahr zu packen. Darin liegt das Geschenk. Die dunkle Nacht der Seele, so unangenehm sie auch ist, ist ein Katalysator. Das möchte ich allen, die damit gerade zu tun haben, auf dem Weg geben.

Wie lange es denn (noch) dauert? – Fragt man sich. Quengelnd wie Kinder bei der Autofahrt. Das wiederum hängt von der eigenen Entwicklung der Seele ab, sowie – und es tut mir wieder leid, es so sagen zu müssen, doch dieses Mal trifft es das ganz gut – von dem „Dreck, den man am Stecken hat“. 😉

Dieses Buch zum Thema Dunkle Nacht der Seele kann ich gerne empfehlen. Es kann mit Klick auf das Cover bestellt werden. Es bietet Trost und Stärkung anhand der Texte von Johannes vom Kreuz. 
Amazon Beschreibung: „En una noche oscura – In einer dunklen Nacht“: So beginnt der große Mystiker und Schriftsteller Johannes vom Kreuz das Gedicht, das dem ganzen Werk den Titel gab. In ausdrucksstarken Bildern vergleicht Johannes vom Kreuz das Leben mit eine durchwachten Nacht, mit der Zeitspanne zwischen einem vergehenden und einem anbrechenden Tag, in der weltliche Wirklichkeiten verblassen und die eigentliche Wirklichkeit geahnt wird. „Nacht“, das ist das Aufgehen des eigenen Selbst, das schmerzliche und begeisternde Offenwerden für eine andere, tiefere Realität. Ein großes, altes, aktuelles Buch. Der bedeutende Klassiker westlicher Spiritualität in originalnaher Neuübersetzung.“

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2 thoughts on “Dunkle Nacht der Seele – 5 Zeichen”

  1. Toll beschrieben, danke 🙂
    Auch der „Angriff“ dämonischer Entitäten sowie ekstatische Lichterlebnisse sind absolut zutreffend.
    Im Schamanismus heisst es, bevor ein Mensch ein Schamane ist wird er von der Unterwelt zerlegt und dann neu zusammengesetzt. Ich finde, das ist einfach eine andere Beschreibung für eine komplette Neuorientierung.
    Ich hoffe dieser Artikel macht vielen Betroffenen Hoffnung und Mut. Ich selbst habe einen Weg gefunden damit umzugehen und ich sehe es als einen sehr starken Transformationsprozess. Licht und Schatten. Es bedingt immer beides. Geht man den Weg der spirituellen Weiterentwicklung, MUSS alles an die Oberfläche was noch im stillen Kämmerchen brachliegt….Wahrlich nicht angenehm. Doch unabwendbar.
    HERZLICHE GRÜSSE
    Sabine

  2. Vielen herzlichen Dank für diesen wertvollen und erhellenden Artikel. Ich verstehe nun mehr über die aktuellen Prozesse in meinem Leben.

    Herzensgrüsse
    Erika

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