Kundalini Aufstieg, Symptome und Krisen – Teil 4

KundaliniSichere und sanfte Kundalini-Erweckung, las ich unlängst. Und schüttelte den Kopf. Sicher und sanft ist Kundalini definitiv nicht. Kundalini ist nicht nett, nicht sanft und schon gar nicht sicher. Sie ist Heavy Metal. Segen und Fluch zugleich. Wer stark genug ist, kann die vier Pferde der Apokalypse reiten, talwärts in die Untiefen seiner selbst, Death-Metal als Soundkulisse, um irgendwann – vielleicht – als Phönix wieder aufzuerstehen. Doch wer diesem Höllenritt nicht gewachsen ist, sollte von Kundalini und einer bewussten oder zufälligen Erweckung, wie in Artikel 2 und Artikel 3 beschrieben, die Finger lassen.
Ja, Kundalini hat auch positive Aspekte, zu denen ich noch kommen werde, doch in diesem Beitrag möchte ich von den Gefahren berichten.

Kundalini Aufstieg

Kundalini ist eine gewaltige Energie, die, einmal erweckt, mit ihren „Kindern“ macht, was sie will. Sie ist rücksichts- u. erbarmungslos. Wer also diese Kraft mal probieren möchte, kann später nicht zu ihr sagen: „Nee, das wird nichts mit uns zwei. Besser, du gehst wieder.“ Es gibt kein Probieren. Sowie Kundalini wach ist, wird sie sich der Psyche und des Körpers bemächtigen, wie sie will und wann sie will. Das kann auch mal gut sein oder irgendwann gut ausgehen – nach ein paar Tagen schon, nach Wochen, Monaten oder erst nach Jahren.
Umso mehr erschreckt es mich, wie leichtfertig in energetisch-spirituellen Kreisen von Kundalini gesprochen wird, diese sogar als Heilenergie oder als von Gaia ausgehende Aufstiegsenergie dargestellt wird … Nichts davon ist – pardon – wahr! Kundalini heilt nicht per se. (Ja, unter Umständen gibt es auch Heilung, aber erst, wenn ein bestimmtes Niveau mit bestimmten Fähigkeiten etabliert ist. Dieses Niveau erreicht aber nicht jeder.) Und sie geht auch nicht – wie in bestimmten Foren zu lesen ist – von Gaia in Wellen aus, um die Menschen in ihrem Bewusstsein anzuheben, weswegen dann allesamt verrückt spielen, sich an die Grugel gehen, Unfälle fabrizieren, mit Schwindel und Kopfweh darniederliegen … Der Volksmund schob es früher auf den Vollmond, heute ist es wahlweise „Kundalini“ oder „Energieerhöhung“ durch die Lichtbrigade/weiße Bruderschaft ect. … Kundalini wird zwar als erdnah beschrieben, ist jedoch kosmisch und war – wenn man den tantrischen Schriften glauben will – schon da, bevor es das Universum gab. Es mag hier reichen, Kundalini als kosmische All-Macht zu begreifen, die eben nicht nur auf unseren kleinen Planeten beschränkt ist – daher nicht von Gaia in Wellen ausgesandt wird.
Sowie im Körper Störungen und Krankheiten vorhanden sind, wird Kundalini diese verstärken und gewiss nicht heilen. Womit das eigentümlichste Wesen von Kundalini beschrieben ist: Verstärkung dessen, was ist. Alles, was ein Mensch ist, was er denkt und fühlt, im negativen wie im positiven, wird durch Kundalini verstärkt.

Das Wirken von Kundalini

Kundalini hat einen direkten Einfluss auf unseren Körper. Sie ist nicht etwas Ätherisches, das uns zart umhaucht, zudeckt und erbaut. Weit gefehlt. Sie ist direkt in uns, in den Nervenbahnen, den Organen, im Blut. Dort wirft sie ohne Rücksicht auf Verluste alles um. Gefühlsausbrüche, Stimmungsschwankungen, Schmerzen, übersteigerte Libido/Erregung … All das kann einen beim Autofahren ereilen, beim Einkaufen oder während der Nacht. Ach, Sie sind berufstätig? Interessiert Kundalini nicht. Sie haben Kinder zu versorgen? Interessiert Kundalini nicht. Im Kundalini-Prozess geben Sie ihre Selbstbestimmtheit zwangsläufig auf. Sie haben gar keine Wahl. Denn Kundalini wirkt, wie erwähnt, absolut physisch und direkt. Sie greift über unsere Nervenbahnen und unser Hormonsystem unmittelbar auf den Körper und unser gesamtes Menschsein zu. So erklärt sich auch die Hilflosigkeit, die ein Mensch im Prozess hat, denn es gibt keinen ON/OFF-Schalter. Alles, was über Hormone geregelt wird, insbesondere die Libido, weiters Gefühle wie Liebe, Hass, Trauer, Freude, Angst usw. ist von nun an beschlagnahmt. Es gehört Kundalini. Und sowenig, wie ein Mensch seinen Herzschlag kontrollieren kann, kann er Kundalini kontrollieren. Wenn Schmerzen auftreten, sind sie da, wenn plötzliche Lust auftritt, ist sie da, völlig egal, ob Sie in netter Gesellschaft sind, gerade eine Rede halten oder im Kino sitzen. So schnappen Sie, von scharfer Lust ergriffen, vielleicht erregt nach Luft, mitten beim Kaffeekränzchen, flüchten mit der Hand vor den Mund auf die Toilette und erklären – danach – sie hätten sich gerade übergeben müssen, während man sie ungläubig-irritiert ansieht, und es wird nur eine peinlich-amüsante Episode ihres Lebens werden. Oder der Super-Gau.
Sämtliche Gefühlszustände, wie Angst, Panik, Flucht, Aggression, Hass, Liebe, sind hormonell bedingt. Wenn man bedenkt, dass die Hormonforschung noch vergleichsweise jung ist und ein Großteil der Hormone noch gar nicht bekannt ist, erklärt sich auch, warum ein Mensch mit einer aktiven Kundalini die verrücktesten Sachen erlebt. Bis hin zur Erleuchtung. – Das soll natürlich nicht unerwähnt sein.

Einmal erweckt, gibt es kein Zurück mehr. Dann ist es zu spät. Wodurch Kundalini erweckt wird, habe ich in Artikel 2 und Artikel 3 ausführlich beschrieben, weswegen ich hier nur noch nachzutragen habe, dass also achtzugeben ist: Wer sich bewusst für den Weg entscheidet, weiß in der Regel um die Gefahren, und wer zufällig mit dem Feuer spielt, kann dies – durch Lesen von Artikel 3 – nun unterbinden, bzw. weiß er, worauf aufzupassen ist: Gemeint ist der Kundalini-Key, jener Schlüssel, der aus zwei oder mehreren Komponenten besteht.

Der erste „Angriff“ – Aufstieg der Kundalini

Das Erwachen, bzw. der erste Aufstieg wird meist am intensivsten empfunden. Kundalini greift direkt nach der sog. Cauda Equina, einem Nervenbündel, das sich am unteren Ende der Wirbelsäule befindet – siehe Bild in Artikel 1. So wird der erste Aufstieg für gewöhnlich als brennendes, unangenehmes Gefühl empfunden, das sich – meist nachts – durch die Nervenbahnen der Wirbelsäule nach oben arbeitet. Es handelt sich hier lediglich um einen Adaptionsvorgang, der in der Literatur sehr oft spirituell verklärt wird. Nein, das Raumschiff bringt einen noch nicht nach Hause, die Engel warten nicht und um den Kopf erscheint auch kein Halo. Was jetzt passiert, ist der Beginn. Und der ist unangenehm. Die Nervenbahnen sind auf diesen Angriff nicht vorbereitet, weswegen „physikalisch-energetische“ Reibung entsteht, daher die enorme Hitze. So kann das Empfinden sein, dass sich ein glühendes Stück Eisen langsam die Wirbelsäule hochbohrt. Das alles ist mit Schmerzen, Herzrasen, Schweiß und hochgradiger Nervosität verbunden, weil das gesamte Nervensystem buchstäblich unter Strom steht. Ich selbst sagte in jener Zeit einmal zu einem Freund, dass Kundalini mich regelrecht vergewaltige. Das war weder gelogen noch übertrieben.
Ist dieser Prozess abgeschlossen, was wenige Tage, Monate oder Jahre dauern kann, sind auch die Schmerzen weg. Der Körper ist dann adaptiert.

Symptome 

Folgende Aufstiegssymptome treten nach Erwachen am häufigsten auf, können phasenweise ruhen und/oder erst nach Jahren wieder kommen. Im Grunde ist der Aufstiegsprozess nie abgeschlossen. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass negative Begleitsymptome im Aufstiegs-Prozess auch völlig fehlen können, doch ist dies eher die Ausnahme als die Regel. Unten angeführte Symptome können gleichzeitig oder vereinzelt auftreten. Grundsätzlich gilt, je besser die physische Konstitution, umso besser werden die Symptome bewältigt. Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass einzig allein die psychisch-spirituelle Reinheit für Beschwerdefreiheit sorgt. Natürlich ist auch diese maßgeblich, doch wird ein gesunder, vitaler, sportlicher Mensch mit den Krisen und Symptomen besser fertig werden als z. B. der lethargische Couch-Potato.

Kundalinikrisen u. Auftiegssymptome – physisch

  1. Hypersensibilität, besseres Hören und Sehen
  2. Lärm- u. Lichtempfindlichkeit
  3. Nervosität
  4. Verstärkte Sensibilität auf Strom, Umspannwerke, Generatoren
  5. Starker Bewegungsdrang, Restless-Legs-Syndrom
  6. Körperzittern, Vibrieren, ungewöhnliche Bewegungen
  7. Schlaflosigkeit, Herzrasen, Nachtschweiß
  8. Schmerzen
  9. Nervenbrennen, Nervenkribbeln (Ameisenlaufen)
  10. Kopfschmerzen, Druckgefühl im Kopf
  11. Stark erhöhter Stoffwechsel, häufiger Toilettengang
  12. Stark erhöhte Libido, häufiges Masturbieren
  13. Lähmungen, Einnehmen von bestimmten Positionen, Starre
  14. Nervenzusammenbruch – als Folge andauernder Symptome wie Schmerzen, Schlaflosigkeit, Übererregung

Zur Lärmempfindlichkeit möchte ich folgenden Vergleich bringen: Sämtliche Geräusche des Alltags gehen einem Menschen mit aktiver Kundalini durch und durch. Ein Moped fährt vorbei – und es ist so unerträglich, als reibe jemand mit Schleifpapier über das Trommelfell und den inneren Brustraum, wo sich eine Art nervöse Hitze breitmacht, die wie ein Funkengestöber durch den ganzen Körper fegt. Dies ist umso unerträglicher, wenn man schlafen möchte. Alleine ein vorbeifahrendes Auto ist der auditive Overkill. Eine tickende Uhr – wie Messerstiche ins Herz. Tick. Tack. Stich. Stich.

Zur Sehfähigkeit: Ich sah zum Beispiel vom Balkon aus die Alpen. Bei klarem Wetter. Doch plötzlich konnte ich, wenn ich mich darauf konzentrierte, jeden Grat und jede Schneefläche erkennen. Es war phänomenal.

Kundalinikrisen u. Aufstiegsymtome – psychisch

  1. Hören von Stimmen, akustische „Eingebungen“, Hören von Musik
  2. Verzerrte Wahrnehmung, Halluzinationen, Licht- und/oder Farbwahrnehmung
  3. Panikattacken
  4. Sich abwechselnde Wein- u. Lachkrämpfe
  5. Glücksgefühl und tiefe Trauer
  6. Albträume
  7. Ideenflut, Gedankenschnelle, rasches/geniales Verknüpfen von Ideen/Erinnerungen/Wissen
  8. Gedankenentzug, plötzliche Leere im Kopf, Erinnerungslücken, verzerrtes Zeitempfinden
  9. Überbordende Emotionalität, tiefes Berührtsein von Bildern, Musik, Eindrücken …
  10. Impressionistische Kognition – Verstand ist wie eine Münze, die jede Sekunde neu gestanzt wird
  11. Gefühl, von einem Tier angesprungen zu werden (sehr häufig)
  12. Gefühl, dass einem etwas in die Zehen beißt (sehr häufig)

Zu Punkt 11 u. 12  sei gesagt, dass die „Kundalini-Attacken“ genau so und nicht anders stattfinden. Es ist keine Einbildung. Man liegt z. B. abends im Bett und gerade in dem Moment, in welchem man in den ersten Traum hinübergleitet, springt einen etwas an oder beißt einen in die großen Zehen. Ein indischer Yogi, mit welchem ich befreundet bin, sprach davon, von einem wilden Affen angesprungen zu werden und von einer noch wilderen Katze in die Zehen gebissen zu werden. Was er bildlich beschreibt, deutet der westliche Mensch anders: Sämtliche Besessenheitsvorstellungen resultieren u. a. daraus, doch wird hier Kundalini gründlich missverstanden. Genau in dem Moment, in welchem das Wachbewusstsein vom Traumbewusstsein abgelöst wird, fallen sämtliche Schutzschilder. Der Verstand legt sich zur Ruhe; und Kundalini nutzt exakt diesen Moment, um mit aller Macht „zu ihrem Kind“ zu gelangen. Es entspricht ihrem Wesen, sie hier als überbesorgte – wenn auch ziemlich übergriffige – Mutter zu verstehen, denn als wildes Tier. Kundalini ist permanent, den ganzen Tag über, aktiv. So begleitet sie ihr neues „Kind“, das im Beruf ist, für die Familie da ist, den Haushalt macht, das Auto wäscht … Das Kind entspannt sich aber nicht. Die Energie staut sich auf. Über den ganzen Tag hinweg wartet die Mutter vergeblich, dass das Kind ruhig wird. Dann, endlich, wenn der Verstand sich zur Ruhe legt, nutzt sie ihre Chance: Give me a hug, baby. You’re mine!
Es handelt sich also weder um einen Affen noch um Besessenheit, sondern ist ein Energiestau, der genau dann ins Fließen kommt, wenn die Schilder gesenkt sind. So verstanden ist es nicht schlimm. Schlimm jedoch ist die sich unmittelbar daran anschließende und daraus resultierende Schlaflosigkeit. Ich selbst habe unzählige schlaflose Nächte wie folgt erlebt: Gerade, als ich einschlief, prasselt die Energie auf mich ein, und zwar so, als öffne sich über mir der Raum und ein gigantischer Schwall Wasser – Energie – käme aus höchster Höhe herab. Mit Wucht. Daraufhin beschleunigt sich der Herzschlag rapide, ebenso der Stoffwechsel. Hitze und Schweiß überziehen den Körper. Nach etwa einer halben Stunde ist der Spuk vorbei. Man könnte wieder einschlafen, doch genau in dem Moment, in welchem man die ersten Traumbilder erhascht, öffnet sich der Raum erneut und das Spiel beginnt von vorne: Give me a hug baby. You’re mine.

Das Beißen in die großen Zehen beschreiben ebenfalls sehr viele mit einer aktiven Kundalini. Hier ist wiederum kein tätlicher Angriff einer kleinen, bösartigen, unsichtbaren Kreatur zur verstehen, die sich nachts an den Zehen zu schaffen macht, sondern wiederum nur „Kundalini-Strom“, der nun direkt auf die Nervenenden der großen Zehen zielt, was sich tatsächlich wie ein Beißen oder eine kleine Stormentladung anfühlt. Kundalini steigt nie nur ausschließlich die Wirbelsäule hoch, sie nutzt ebenso die Nervenbahnen der Bauchseite, der Oberschenkel, des Hinterns – was sich sehr lustig anfühlt, wenn man z. B. während des Einkaufens meint, etwas beiße einen in den Hintern – sowie die Nervenbahnen der Finger, der Daumen, der Arme usw. …

Im Artikel Erzengel entmystifizert beschreibe ich kurz mein eigenes Kundalini-Erwachen.
Sämtliche Artikel aus der Kategorie Energetische Erfahrung haben direkt oder indirekt immer mit Kundalini zu tun. Insbesondere der Artikel: Inneres Hören, Jim Morrison.

Ein Gesamtinhaltsverzeichnis aller Artikel, viele Erfahrungsberichte, Interviews, Forschung, Hilfe, Wissenswertes, Aktuelles sowie Literaturempfehlungen findest du hier.

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Copyright: © Tanja Braid | www.neoterisches-bewusstsein.com

Geboren 1978 – Bloggerin | Beraterin zu spirituellen Themen | Kundalini | Neoterikerin | Herausgeberin von Neoterisches Bewusstsein – Moderne Spiritualität

10 thoughts on “Kundalini Aufstieg, Symptome und Krisen – Teil 4”

  1. Wunderbare Website und einleuchtend geschriebene Postings! Meine gewaltsam geöffnete Kundalini-Erfahrung datiert aus 2005 und Vieles von dem, was hier beschrieben wird, hätte mir damals geholfen: denn ich bin jemand, die durch Erkenntnis geheilt wird, kathartische und intellektuelle.

    Allerdings war meine erste Kundalini-Auslösung infolge „erotischer Meditation“, wie ich Masturbation nenne, die einen hohen Level von Seligkeit über unendlich lange Zeit halten kann, wunderschön, überwältigend in ihrer Schönheit: Zunächst liefen vor meinem inneren Auge die Regenbogenfarben an meiner Wirbelsäule hinauf, nach einer Weile umgab mich gleißendes Licht, unvorstellbar in seiner Helligkeit und danach fiel ich in dunkles tiefes Schweigen, in dem ich allwissend war über die FrauMann- Beziehung des Universums. Leider war das heilige Erschrecken größer als die Freude und ich rührte nicht mehr daran. Und Kundalini ließ mich allein.
    So paradiesisch verlief die endgültige Erweckung auch, mit Verliebtheit in einen Mann und wochenlanger höchster sexueller Erregung und Erfüllung im astralen Bereich. Tantrisch, praktisch,gut. -:) Die Hölle folgte auf dem Fuß, als ich diese Verbindung nicht mehr wollte.
    Sämtliche Phänomene habe ich heute noch, doch ich nehme eine winzige Dosis eines Neuroleptikums, weil ich nicht wie eine Heilige leben will mit Visionen, unendlicher Güte und völliger Selbstaufgabe, in ständiger Verbindung mit allen und allem. So ist der Tiger lammfromm geworden.

    1. Liebe Micaela,

      herzlichen Dank für deinen Kommentar und den Einblick in deine Erfahrungen! 🙂

      Davon können hier alle profitieren.

      Ich mag deinen Schreibstil! 🙂

      Liebe Grüße, Tanja

  2. Schön geschrieben! 🙂
    Bei mir stieg die Kundalini das erste Mal vor zwei Jahren während einer Meditation spontan auf. Ich war total erschreckt und fürchtete einen epileptischen oder spastischen Anfall. Dann folgten weitere, mildere Schübe und ich merkte, dass es kein Anfall sein kann, die sind anders und in meiner Familie auch total unbekannt. Ich versuchte herauszufinden, was es ist und kam auf verschiedene Artikel über Kundalini, die genau meine Erlebnisse/Symptome beschreiben. Heute ist sie dauerpräsent, egal wo ich bin. Besonders natürlich Nachts, was mich schon mal ne komplette Nacht kostet, weil dann an Schlafen nicht zu denken ist. Alles in Allem aber, komme ich gut mit ihr klar. Ich kommuniziere sogar mit ihr, wie mit einem Wesen, und sie scheint mir auch, hin und wieder zumindest, zuzuhören und meinen Bitten um Schlaf zu nachzukommen. Die Vorteile einer aufsteigenden Kundalini sind ein angenehmes Gefühl von Wärme und Energie im ganzen Körper und ein zunehmend stärker werdendes Traumerleben, bis hin zu mehreren luziden Träumen pro Woche. Wenn sie auf diesem Level bleiben würde, wäre sie eine ankzeptable Begleiterin. Aber da ich in den letzten 2 Jahren eine stetige Steigerung festgestellt habe, wird sie mir diesen Gefallen aller Wahrscheinlichkeit nicht tun. Ich muss sogar mittlerweile darauf achten, nicht an sie zu denken. Schon der Gedanke an die Kundalini löst immer mal wieder heftige Schübe aus. Blöd, wenn man dann gerade im Büro sitzt – zusammen mit Kollegen. Ach ja. Wer Tinitus hat und Kundalini, hat die doppelte Arschkarte. Kundalini verstärkt (zumindest bei mir) den Tinitus.

    1. Lieber Jens,

      herzlichen Dank für deinen Kommentar.

      Ich danke dir für deine Schilderung. 🙂 Alles, was du beschreibst, ist sehr typisch für Kundalini.

      Verstärktes Arbeiten Nachts, Schlaflosigkeit, Denken an Kundalini verstärkt die Energie, Tinnitus durch Kundalini ist eher ein energetisch bedingter hoher Pfeifton, der kurz anschwillt und meist gleich wieder weg ist … Aber grundsätzlich verstärkt Kundalini alle im Körper vorhandenen „Krankheiten“ und Symptome, natürlich auch schon vorher vorhandenen Tinnitus. Ja.

      Ich freue mich, dass du mit Kundalini grundsätzlich klarkommst. 🙂

      Herzlichen Dank!

      Liebe Grüße,

      Tanja

  3. Danke für deine Berichte über Kundalini…….
    Mein Name ist H. und ich stieß vor einigen Wochen „zufällig“ auf diese Ausführungen.
    Vor einigen Jahren, im Rahmen meiner Suche, erhielt ich eine Kundalini-Reiki-Einweihung nach Ole Gabrielsen. Keine Ahnung…..hörte sich gut an.
    Vor nunmehr 19 Monaten nahm ich an einem von 3 Ayahuasca-Retreats teil.
    Insgesamt waren es 11 Nächte.
    Bereits in der zweiten Nacht sagte eine Stimme in meinem Kopf nur ein Wort:
    „Kundalini“……..und danach stieg unter einem fast nicht zu ertragenden Geräusch ( ich kann es nicht beschreiben) aus meinem Kotzeimer eine pinke Spirale auf…….danach begann mit mir so etwas wie Exorzismus. Ayahuasca….oder welche Energie auch immer….hat mich richtig durchgenommen. Ich war mehr über meiner Matratze als das ich auf ihr lag. Schütteln……und stöhnen…..die ganze Nacht. Doch machte ich noch weitere 9 Nächte……..ich hatte eine Höllenangst und doch ließ es mich nicht los. Während dieser Nächte musste ich mehrfach mein Leben hergeben…..das war für mich sehr real und mit viel Trauer verbunden…..aber letztlich sah ich immer ein, dass ich nicht bestimme wann mein Leben zu Ende geht……und gab mich hin. Mir war bald klar was hier abging……..ich wurde in Hingabe, Loslassen und Vertrauen trainiert. Hier könnte ich noch ewig weiter berichten, aber jetzt mal zu ein paar Symptomen die mich so seit der Zeit begleiten……durchaus auch wechselweise.
    Kennt ihr das ? Du liegst im Bett, es ist dunkel und plötzlich geht das Licht an?
    Aber nur im Kopf…….nicht im Raum……dort bleibt es dunkel.
    Wenn ich die Augen schließe sehe ich Bilder…….gestochen scharf….aber immer nur Millisekunden…….mein Verstand kann es so schnell nicht aufnehmen. Ich sehe also Bilder, Personen, Gestalten und weiß nie was es war.
    Manchmal ziehen auch ständig lila Schleier vorbei. Einmal lag ich Kopf an Kopf im Bett mit meiner Freundin……beide etwas erschöpft:)……und plötzlich ging ein Film ab. Ein Film. Keiner schöner……eher Gruselfilm. Es war alles grau und schwarz und voller unheimlicher schlangenähnlicher Wesen……ich bekam Panik und wendete mich ab. Und ich war total klar…….an dieser Stelle möchte ich erwähnen , dass ich nicht rauche, keinen Alkohol trinke , Tabletten oder Drogen nehme ( Ayahuasca ist da die absolute Ausnahme) . Außerdem ernähre ich mich vegan. Seit meines Erwachens vor 11 Jahren……ich glaube es heute so bezeichnen zu können….habe ich mich ganz ohne Mühe vom Alkohol und tierischen Produkten los gesagt.
    Nun zurück zum Film im Kopf. Zu der Zeit habe ich sehr hart daran gearbeitet meine Freundin wach zu rütteln…….mit ziemlich viel Stress. Neulich stieß ich zufällig auf eine Legende von einem 12-Köpfigen Drachen…….Drache der Apokalypse……..ein Kopf wird abgeschlagen und 3 oder so wachsen nach. So war es mit ihr…….je mehr ich bohrte umso mehr Köpfe wuchsen nach. Das wurde mir dann klar……was ich da gesehen hatte und die Bedeutung. Wir sind auch nicht mehr zusammen:-)
    Vor einigen Monaten hatte ich plötzlich nachts im Bett starke und nicht lokalisierbare Rückenschmerzen…….sie kamen in verschiedenen Nächten und blieben unterschiedlich lange. Ich hatte echt Panik……Bandscheibenvorfall.
    Nein……genauso wie sie kamen, gingen sie auch wieder……
    Ganz oft werde ich nachts mit einem kaum auszuhaltenden Kribbeln wach……das macht mich irre. Es kommt in Schüben…….aus dem Nichts und bleibt manchmal für Stunden. Obwohl ich dann nicht genug Schlaf hatte, verläuft das Aufstehen und der Tag normal. Kein Energieverlust. Dieses Kribbeln hat seinen Ursprung in der unteren Wirbelsäule.
    Im Mai bin ich in ein Haus in der Nähe eines Moores gezogen. Manchmal….wenn ich im Garten bin, denke ich so….ah da kommt mein Hund. Wenn ich hoch schaue…..nichts ! Zuerst dachte ich das ich gaga im Kopf werde……aber es häufte sich……und machte mir Angst…Affen ähnliche Gestalten……größer als mein Hund. Schwarz…… Neulich sprang einer spürbar ganz nah an mir vorbei…….und wieder dachte ich…..mein Hund. Schenkte im keine Beachtung weil ich Feuerholz in meinen Arm packte. Ging dann wieder rein……nochmal zurück……wo ist mein Hund ??????……… es dämmerte mir.
    Ich ging leise zu seinem Korb…..und da lag er ganz friedlich und schlief tief und fest. Jetzt haben sie aber aufgegeben…….zumindest hatte ich seit Längerem keinen neuen Besuch.
    Wenn immer ich spirituelle Praktiken verfolge, wie Meditation oder Satsang-Besuch, habe ich eine Schraubzwinge von Schläfe zu Schläfe……..heftiger Druck. Und manchmal auch zwischen den Augen……
    Nächtliche Schweißausbrüche und diese ewigen Stiche und Bisse in Zehen und Beinen habe ich noch gar nicht erwähnt……
    Jetzt gesellt sich Kopfschmerz hinzu……..und ich bin so gar kein Kopfschmerztyp……..
    Stechende und aufsteigende Schmerzen in der Wirbelsäule habe ich allerdings nicht…….jedoch fühlt sich der Bereich gut durchblutet an. Eher warm…..
    Und seit einigen Wochen habe ich fast dauerhaft Rückenschmerzen…..auch das gehört so eher nicht zu mir……
    Ach ja……nicht zu vergessen. Seit Ayahuasca löst sich mein wirtschaftliches Leben auf…….tatsächlich bleibt kein Stein auf dem Anderen. Aber ich habe damit aufgehört Rettungsversuch nach Rettungsversuch zu unternehmen. Vom einst einigermaßen erfolgreichen Handwerksmeister…….ganz tiefer Fall.
    Ich habe aufgehört zu kämpfen……mich zu wehren………und übe mich im Annehmen.
    Und nun meine Frage an euch : ………….KUNDALINI ???? Und wann hört es endlich auf ????
    Liebe Grüße an euch……und ich freue mich über die Eine oder Andere Expertise

    1. Lieber Henry,

      herzlichen Dank für deinen Kommentar. 🙂

      Da ist sehr vieles durcheinandergewürfelt. 😉 Aber ich versuche es mal, ein wenig zu entwirren: Ja, Kundalini-Reiki kann man als moderne/westliche Form des Shakti-Pats betrachten. Ich persönlich halte das, was Ole Gabrielsen hier geschaffen hat, für eine „Meisterleistung“, doch ist vielen Reiki-Lehrern nicht bewusst, dass durch Kundalini-Reiki eben auch Kundalini aufsteigen kann. Es muss nicht bei jedem passieren, doch es kann …
      Ebenso können Drogen ein Kundalini-Erwachen initiieren. Ayahuasca ist in letzter Zeit modern geworden, viele berichten von außergewöhnlichen Erfahrungen … Aufgrund der Übelkeit und Brechdurchfälle reizt es mich nicht sonderlich. 😉
      Ich denke, Kundalini-Reiki und Ayahuasca hat bei dir, Henry, zum Erwachen der Kundalini geführt. Jetzt zu sagen „Shit, und wann hört es wieder auf?“, geht nicht mehr. Du hast mit dem „Feuer gespielt“ und Unwissenheit schützt vor „Kundalini“ nicht. Du bist jetzt gefragt und gefordert, damit umzugehen, die Kraft zu integrieren. Kundalini wirst du dein ganzes Leben lang haben, sie kann dich natürlich auch Jahre lang in Ruhe lassen, gewissermaßen so sanft fließen, dass du sie nur peripher wahrnimmst, doch je mehr bei dir herausgereinigt wird, umso stärker sind die Symptome. Wenn du wissen möchtest, wie du dir helfen kannst, kannst du gerne den Artikel Kundalini-Krisen überwinden lesen. Und, lieber Henry, ich denke, du brauchst etwas mehr Information über das ganze Geschehen. Ich spüre, dass du sehr schnell drehst – im energetischen Sinn. Ich denke, du brauchst viel mehr Ruhe und Struktur. Vielleicht besorgst du dir ein Kundalini-Buch, siehe „Kundalini“ oder liest dich ein bisschen mehr in den Blog ein, beginnend mit „Was ist Kundalini“, dann wird sich vieles für dich erklären und beruhigen.
      Ich wünsche dir alles, alles Gute.
      Mit lieben Grüßen,
      Tanja

      1. Danke liebe Tanja für deine Einschätzung……..
        Es hilft mir insofern schon zu wissen, dass ich es mit Kundalini zu tun habe….und ich gewöhne mich daran Dinge zu sehen und zu spüren die vorher für mich unsichtbar waren.
        Und ehrlich gesagt……..ich bin neugierig wie es für mich weiter geht.
        Ich habe den Impuls Platz zu machen für meine Seele………und das fühlt sich richtig gut an……..und vielleicht ist das auch der Grund für das Erwachen der Kundalini !?
        Weißt du………ich werde bald 60 und irgenwie bin ich, nachdem alles den Bach runter gegangen ist, experimentierfreudig geworden…….
        Am Ende steht eh der Tod………und mit dem Gedanken kann ich mitlerweile auch umgehen.
        Ich berichte gern mal wieder über meinen weiteren Prozess……..
        Nochmals herzlichen Dank……..und ich werde mich durchlesen…….wobei das Wesentliche geklärt ist 😊
        Liebe Grüße
        Henry

  4. Lieber Henry,
    nein, Du musst das nicht Alles über Dich ergehen lassen, wenn Du Amilsuprid, Markenname Solian, verträgst und ausprobieren willst. Du brauchst dafür einen Psychiater und da besteht natürlich wieder die Gefahr, dass die Dich mit Medikamenten zuknallen wollen. Schau mal auf dem SEN-Netzwerk nach, ob Jemand in Deiner Nähe niedergelassen ist, es kann auch erst einmal ein/e Therapeutin sein, die haben dann vielleicht Kontakt zu einem guten Arzt in Deiner Nähe. Die Dosis darf nicht höher als 100-150 mlg pro Tag sein, morgens genommen oder aufgeteilt in zwei Dosen, auch 50 mlg am Abend. Dazu kannst Du die Tabletten teilen. Es ist gut, die Dosis wieder zu minimieren, sobald der gewünschte Effekt eingetreten ist, doch nicht zu schnell und nicht in zu großen Schritten. Ich brauche 37,5 mlg und Alles ist wunderbar! Es dauert etwa drei Tage, bis das Medikament wirkt und es sollte Dir klar sein, dass Du damit Deine spirituelle Übersensibilität aufgibst, das Schöne wie da Schreckliche. Deine Entscheidung.

    1. Danke Micaela für deine Antwort…….
      Psychopharmaka ist für mich keine Option……
      Danke für deinen Tip.
      Ich habe es hier nicht mit etwas Bösem zu tun…….so glaube ich…….und vielleicht ist es auch meine Bestimmung……..
      Ich glaube an Gott und seine Führung……….auch wenn es manchmal schwer fällt………aber das ist wohl gerade meine Lernaufgabe 😊

  5. Lieber Henry,

    wie gesagt, es ist Deine Entscheidung.
    Wer Interesse an meiner Geschichte hat, ich habe sie aufgeschrieben, als ich einen Vortrag halten sollte. Titel: Die Entstehung einer multiplen Persönlichkeit durch Trance im tantrisch-tibetischen Lamaismus.

    https://micaela-riepe.blogspot.de

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