Filmrezension: 5 Zimmer, Küche, Sarg

5 Zimmer, Küche, SargKurzinhalt: Neuseeland, Wellington: Die Alt-Vampire Vladislav, Deacon, Viago und Petyr teilen sich eine Villa. Sie haben fünf Zimmer, eine Küche und einen Sarg – daher der Titel. Eine Filmcrew begleitet die skurrile Wohngemeinschaft über eine gewisse Zeit und dokumentiert, wie die altmodischen Vampire mit der Moderne klarkommen, hält ihre Querelen, Problemchen und sämtliche Grotesken fest, die das Vampirleben so mit sich bringt.

Um es gleich vorwegzunehmen: Dieser Film ist eine Perle. Es gibt im Comedy-Genre vieles, den Flachwitz, den Aberwitz, den Brüller, den Schenkelklopfer, doch ich habe noch keinen Streifen gesehen, der es schafft, über 79 Minuten lang hindurch gleichbleibend charmant und witzig zu sein. Dieser Film schafft das. Schon der Beginn ist stark, und weiter geht es mit einem Humor, der delikat, dezent, fein und eben latent – über die gesamte Filmlänge – vorhanden ist. Ich hatte die ganze Zeit ein Lächeln auf den Lippen, weil die Verschränkung jenes Alltages, wie ihn der „Normalsterbliche“ kennt und jenes Alltages, wie ihn der Vampir kennt, köstlich ist. So entwickelt der Film eine beständige Sogwirkung, der man sich einfach nicht entziehen kann. Es macht unglaublich viel Spaß, zuzusehen; und die Filmcrew im Film, die an diesen schrägen Figuren klebt, deren antiquierte Ansichten immer wieder mit der Moderne kollidieren, fängt alles ein: Zitat von Vampir Viago – und ich spoile nicht, aber das darf ich verraten: „Ich habe 1912 meinen Seidenschal verloren. Google mal!“ Es ist herrlich.
Die Komik entsteht beim Zusehen an sich, da der Film wie eine vermeintlich ernsthafte Doku über das „Real-Life“ von Vampiren daher kommt, was an sich schon lustig ist. So erhält man einen „Tiefenblick“, der bis in die letzten Abgründe reicht, und genau da beginnt der Witz zu greifen.
Natürlich werden sämtliche Vampir-Klischees bedient: Unsichtbarkeit vorm Spiegel, Kruzifix, Silber, Feuer, Werwölfe, Tageslicht – nichts wird ausgelassen, doch tut das dem Humor keinen Abbruch.

Ich glaube, ich habe noch keinen Film rezensiert, bei dem ich mich so zurückhalten musste, wie bei diesem. Ich würde gerne mehr verraten, aber dann würde ich den Genuss nur schmälern. Ich kann nur sagen: Wer etwas erfrischend Neues sehen will, etwas Heiteres, etwas Schräges und unglaublich Charmantes – Hintern auf die Couch, Füße hoch, Fernseher an.

Meine Bewertung dieses Mal – von Herzen gerne: Fünf von fünf Sternen.

Der Film kann hier bestellt/gestreamt werden.

Trailer Youtube

5 Zimmer, Küche, Sarg5 Zimmer, Küche, Sarg

 

 

 

 

 

 

 

Künstler: Chris Hiles, Richard Bluck, Emanuel Michael, Tina Cleary, Tom Eagles, Yana Gorskaya, D.J. Stipsen,
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb Universum Film)
Erscheinungstermin: 5. Juni 2015
Produktionsjahr: 2014
Spieldauer: 79 Minuten

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