Kundalini: Krisen überwinden – Teil 6

Kundalini KrisenKundalini: Was tun bei Kundalini-Krisen? 13 Punkte, um die Krisen zu überwinden

Kundalini-Krisen. Auch so ein Wort, das den Außenstehenden stirnrunzeln und den Betroffenen meist ernsthaft-müde nicken lässt. Welche Krisen beim Erwachen der Kundalini auftreten können und was es für den einzelnen wirklich bedeutet, den der Leidensdruck ist oft enorm, habe ich in Artikel 4 und Artikel 5 der Serie ausführlich dargestellt. Für Leser, die neu hinzustoßen und von Kundalini noch nie etwas gehört haben, empfiehlt es sich, bei Artikel 1 der Serie zu beginnen. Allen anderen, insbesondere jenen, die auf diesen Artikel schon länger warten, weil sie gerade im Prozess sind, möchte ich heute mit folgenden 13 Punkten eine wirkliche Stütze sein.

1. Einstellung spiritueller Praktiken

Die erste Maßnahme versteht sich von selbst. Sofortiges Einstellen jeglicher spiritueller Praxis wie Meditation, Chanten, Singen von Mantras, Chakraarbeit, Yoga, Tantra-Yoga, Kundalini-Yoga, Mudras, Atemübungen, Beten, Hinwendung auf eine Gottheit/aufgestiegene Meister, sowie Einstellung von Praktiken wie Mentaltraining und Autogenes Training. Nein, es bedeutet keinen spirituellen Rückschritt, wenn diese Praktiken zeitweilig, bis die Symptome abklingen, eingestellt werden, denn Kundalini wird sich mit oder ohne ihren Weg bahnen, doch ohne diese Praktiken, tut es „weniger weh“.
Hierzu ein Bild: In dem Moment, in dem Kundalini erwacht, werden Körper und Psyche „verbrannt“. Warum also noch Öl ins Feuer gießen? Wenn der Flächenbrand vorbei ist, wird die Glut trotzdem weiterschwelen. Wer dann „mehr“ haben will, kann gerne mit der Öl-Kanne aufs Feld gehen.

2. Einstellung energetischer Praktiken

Absolut kontraindiziert im Kundalini-Aufstiegsprozess ist Reiki, auch Prana, Od ect. genannt. Reiki ist nichts anderes als Kraftfutter für Kundalini. Wie ich in Artikel 2 unter „Meine eigene Erfahrung mit Reiki im Kundalini-Prozess“ geschildert habe, hatte ich das Vergnügen, unter fälschlicher Zuhilfenahme von Reiki einen stundenlangen Nervenzusammenbruch erleiden dürfen. Das soll euch, liebe Leser, erspart bleiben. Aufzupassen ist daher auch mit Tai Chi und Qi Gong.

3. Vorrat an Positivität

Da Kundalini alle Emotionen auflädt, verstärkt und vergrößert, sollte man sich – völlig egal, wie erwachsen, realistisch und abgeklärt man ist – einen Vorrat an Positivität zulegen. Das heißt zunächst, dass die Normal-Negativität des Alltags ausgeklammert werden muss. Das bedeutet: Keine Horror- und Action-Filme, keine Krimis und Thriller, keine Dokus über den Holocaust, über Hexenverfolgung, Tierleid ect., sowie auch die Tagesnachrichten am besten nicht mehr geschaut werden. Statt dessen sucht man sich im Internet einige humorige Seiten, legt sich – je nach Vorliebe – einen Film-Vorrat an, der immer leichte Kost beinhalten soll: Romatische Komödien, Diesney-Filme, Komödien generell, eben alles, was stimmungsaufhellend, lustig und positiv ist. Wer sich intellektuell dagegen sperrt – so wie ich einmal – wird es vermutlich am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, Kundalini mit „Negativität“ zu füttern.

Ganz schlimm auf Kundalini sind Filme wie „The Void“, „The Ring“, „Prisoners“, sowie ich zum Beispiel über eine Doku über den 1. Weltkrieg (Stellungskrieg in den Schützengräben) tagelang nicht mehr hinweggekommen bin, von „Braindead“ ganz zu schweigen – siehe Artikel 5.

Doch im Gegensatz dazu kann man mit heiteren Filmen auf Kundalini tatsächlich „high“ werden. Wenn wir es also im Aufstiegs-Prozess schon so schwer haben, sollten wir diesen positiven Nebeneffekt nicht nur bewusst verstärken, sondern auch vollends genießen.

4. Mind-Set, gedankliche Ausrichtung

Ja, die Krisen können anfangs wirklich schlimm sein. Wichtig ist, die richtige Grundeinstellung zum Prozess zu haben. Da ich mich – wie mich die Leser kennen – gegen eine unnötige Verklärung des Kundalini-Phänomens wehre, so sage ich auch jetzt, dass, völlig egal, was passiert und wie hart es kommt, alles nur Adaption ist. Körper und Geist müssen sich an eine neue Kraft gewöhnen, die sich nach und nach, oft schubweise, entfaltet. Bis jedoch Körper und Geist assimiliert sind, kann es eine Weile dauern, aber danach ist alles gut. Diesen positiven Gedanken an das Endziel aufrecht zu halten, sowie an die Früchte, die danach zu ernten sind – höhere Geisteskräfte, mehr Vitalität, weniger Schlaf ect. – lohnt sich. Daher mein Spruch: Keine Angst. Es ist nur Adaption. Und am Ende ist alles gut.

5. Distanzierte Passivität im Prozess

Insbesondere bei Männern, die gerne alles unter Kontrolle haben, kann ein Kundalini-Aufstieg große Ängste hervorrufen, da Kundalini nun mal nicht zu kontrollieren ist. Es ist daher ratsam, folgende Haltung einzunehmen: Eine distanzierte Passivität. Kundalini wird einen beuteln, schütteln, „angreifen“, mitunter Schmerzen zufügen und einen an den Rand des Wahnsinns treiben. Wer meint, mit seinem Willen dagegenhalten zu müssen oder Kundalini irgendwie austricksen zu können – was unmöglich ist – macht alles schlimmer. Wichtig ist die Hingabe an den momentanen Prozess, so unangenehm er auch sein mag. Daher vor allem an die Männer mein Rat: Genau in dem Moment, an dem es untertäglich wird, ist es ratsam, eine distanzierte Passivität zu leben. Je mehr Hingabe gelebt werden kann, umso schneller ist „der Spuk“ vorbei. Es kann zwar auch bei völliger Hingabe noch hart sein, das möchte ich nicht unerwähnt lassen, doch wer sich auch noch aktiv dagegen wehrt, macht es noch schlimmer. Affirmation: Da ich nichts tun kann, tue ich auch nichts. (Für kontrollierende Frauen gilt natürlich dasselbe.)

6. Sport

Kundalini drängt zum Handeln und zur Aktivität. Da nicht einmal ich, nach Jahren, lange mit oder auf Kundalini meditieren kann, daher manchmal zu irgendeiner Musik tanze oder mit meinem Hund eine Runde laufe, wobei Kundalini natürlich immer mit dabei ist, kann ich vor allem das Joggen empfehlen. Nicht nur entspannt es den Geist, sondern entfaltet und entlädt sich dabei auch die Energie sehr gut, was – meiner Erfahrung nach – Energiestaus vorbeugt. Zudem ist der Körper ausgelastet, was die Schlaftiefe, die bei Kundalini vor allem anfangs gegen Null geht, erhöht.
Wildes Tanzen schadet auch nicht. (Und nein, wir schämen uns nicht.)

7. Fleisch und Alkohol

Wer vegetarisch/vegan lebt, tut der Umwelt, der Tierwelt und vor allem seiner Gesundheit sehr viel Gutes. Eine vegane/vegetarische Lebensweise ist hoch spirituell, keine Frage. Im Kundalini-Aufstiegsprozess ist dieser Umstand jedoch „hinderlich“ da „förderlich“. So kann Fleischverzehr die Symptome mildern. Ich habe hier selbst eine leichte Linderung der Symptome erfahren, insbesondere in Verbindung mit Bier. Der klassische Schweinsbraten mit Kraut, Knödel und Weißbier dämpfte bei mir die Symptome eine Weile ab. Eine vollständige Symptom-Beseitigung darf man sich meiner Erfahrung nach nicht erwarten, aber eine gewisse Erleichterung schon.
Vor allem Bier, am Abend, in Verbindung mit einem netten Film und richtig fetten Chips oder mit Popcorn, entspannte ein wenig und machte die Glieder schwer, sodass das Einschlafen leichter wurde. Wie bei den meisten beginnt Kundalini gegen Abend, ab 20:00 Uhr, verstärkt zu arbeiten. Dies steigert sich bis 03:00 Uhr nachts, danach zieht sich die Kraft wieder etwas zurück. Daher ist ein deftiges Mahl am Abend mit Bier anzuraten. Ich möchte betonen, dass dies eine Empfehlung und kein Muss ist. Wer aus ethischen Gründen kein Fleisch essen will, braucht das auch nicht zu tun. Bier jedoch kann ich insofern empfehlen, weil Hopfen eine beruhigende Wirkung hat und das Einschlafen fördert. Natürlich tut auch der Alkohol das Übrige. (Bitte nicht übertreiben.)

8. Naturheilkunde

Alles, was Körper und Geist beruhigt, kann die Symptome lindern, sowie alles, was aufputscht (Energy-Drinks, Koffein), die Symptome verstärkt. Hier ein Auszug der besten Mittel, die ich alle genommen habe:

  1. Johnniskraut-Rotöl-Kapseln – für die Psyche
  2. Silizium – zur Stärkung der Nervenbahnen
  3. Cordyceps – ein Heilpilz, um das Hormonsystem auszugleichen 
  4. Hericium – ein Heilpilz, der speziell auf das Nervensystem wirkt
  5. Baldrian – zum besseren Einschlafen
  6. B-Vitamine – für die Nerven
  7. Magnesium –  für die Nerven
  8. Tees: Kamille und Melisse

Ebenso unterstützend, da entspannend, wirken im Winter heiße Bäder, Sauna … Das ätherische Duftöl „Lavendel“ kann man in das Badewasser oder in eine Teelichtlampe tröpfeln. Ist jetzt wirklich keine Wow-Empfehlung, aber es schadet auch nicht.

9. Vermeidung von Menschenmassen, Gedränge

Meiden sollte man Menschenmassen auf Konzerten, im Kino, in der Disco, im Einkaufscenter, es sei denn, man ist immer schon ein extrovertierter Typ gewesen, der das alles braucht, um sich richtig zu spüren. Hier muss je nach Typ unterschieden werden, ob es die Symptome verstärkt oder lindert. Beides ist möglich. Ebenso hörte ich von Menschen im Kundalini-Prozess, welche die Berührung anderer Menschen nicht ertrugen, auch kein Händeschütteln, wohingegen andere sich sehr nach Berührung sehnten und wieder andere auf Berührung nicht anders reagierten, als vor dem Erwachen.

10. Umgang mit anderen Menschen

Dem nahen Umfeld (Familie, Partner …) sollte man sich offenbaren. Ich rate zum Outing bei nahestehenden Personen, es sei denn, der Kontakt zu der Familie und zu Freunden ist schon immer negativ/belastend gewesen.
Warum Outing?
1. Das Thema wird in der Gesellschaft kommuniziert und damit irgendwann auch akzeptiert. Sollte also jemand eines Tages sagen: „Seit ein paar Tagen habe ich immer Hitze in der Wirbelsäule“, kann ein anderer eines Tages antworten: „Ja, ja. Klar. Das hatte meine Cousine auch. Ist wahrscheinlich Kundalini.“ Je mehr Menschen das Schweigen brechen, umso besser ist es.
2. Weil es für einen selbst besser ist, nahestehende Personen nicht belügen zu müssen. Man kann dabei wie folgt vorgehen: Entweder besorgt man sich ein Buch zum Thema Kundalini oder druckt sich einen Artikel vom Internet aus – sehr gerne helfe ich hier aus – und geht nach und nach zu den Freunden, den Eltern, dem Partner, den Geschwistern … Dann halte man sich kurz: „Lieber Soundso, ich habe jetzt eine aktive Kundalini. Ist so ähnlich wie eine seltene Krankheit, die irgendwann von alleine ausheilt. Mir geht es schon eine Weile lang schlecht, wenn du wissen willst, was los ist, kannst du ja mal da rein lesen. Ist aber kein Muss. Ich sag’s dir nur, damit du weißt, dass ich gerade eine Veränderung durchmache.“ Punkt. Je nach Mensch, mit dem man spricht, kann man auch humorvoll sprechen, was die größte Wirkung erzielt. Bitte nicht übertreiben. Keine elends langen Berichte, was heute Nacht geschehen ist, dass man Stimmen hört und Lichter sieht, ja sowieso schon astrale Reisen unternimmt und jetzt ganz genau weiß, dass auf der Rückseite des Mondes eine Station ist, die von Aliens betrieben wird … Des weiteren bloß kein Dünkel. Kundalini kann zur Erleuchtung führen, doch niemand ist auf Kundalini per se weiser, klüger oder besser als jemand anderer. Kundalini kann den Charakter transformieren, die Betonung liegt auf „kann“, aber eine unumstößliche Konsequenz ist es nicht. Wer daher meint, anderen eine Schein-Überlegenheit demonstrieren zu müssen, a la „Schau mal! Ich hab‘ jetzt Kundalini? Und du? Bist ja immer noch ein spiritueller Einzeller“, wird nur Unmut und Irritation ernten. Also: Kurz halten, kein Drama machen, nicht wichtig machen, am besten mit Augenzwinkern sprechen und so tun, als wäre Kundalini nichts anderes, als eine Grippe. (Natürlich wissen wir, dass es nicht so ist.) Man wird übrigens erst später, nach Wochen, von anderen konfrontiert, wenn sich plötzlich Neugier breit macht, und die Leute wissen wollen, ob es denn stimmt, was da so in dem Buch/dem Artikel steht … Dann jedoch hat man „gewonnen“. Das Interesse ist da. Und dann kann man auch erzählen, ohne befürchten zu müssen, nicht ernst genommen zu werden.

11. Umgang mit Ärzten und Heilern

Wer dem Hausarzt von Kundalini erzählt, wird mit einer Überweisung zum Neurologen, Psychotherapeuten rechnen müssen. Sodann wird man in westliche Diagnose- und Therapieverfahrenen eingegliedert, die dem Kundalini-Prozess in der Regel absolut nicht gerecht werden. Wer sich daher klar im Kundaliniprozess erkennt, sollte den Hausarzt nicht unbedingt konsultieren, es sei denn, man möchte zu Kundalini verwandte Symptome abklären lassen, was natürlich sinnvoll ist. Zur Differenzierung, welche Krankheitsbilder Kundalini ähneln, hat Dr. Lee Sannella im Buch „Kundalini Erfahrung und die die neuen Wissenschaften“ sich zur Isländischen Krankheit geäußert, bei Karin Brucker findet man einen genaueren Überblick in „Die Urkraft Kundalini“.

Ansonsten rate ich dazu, nicht im Internet zu surfen, keine Erfahrungsberichte zu lesen. Information ist wichtig, ja, aber Erfahrungsberichte können einen auch desinformieren oder ängstigen. Jeder Kundalini-Aufstieg ist einzigartig und individuell. Die Schauergeschichten von anderen baucht man sich nicht anzutun. Bitte auch nicht zum Heilpraktiker gehen, zum Schamanen, zum Energetiker und zum Gesundbeter, es sei denn, die Heiler kennen sich mit Kundalini wirklich aus. Doch in der Regel ist keiner hilfreich, sodass man Geld und Zeit verschwendet. Einzige Ausnahme: Der Masseur kann manchmal Wunder bewirken, doch selbst diesem braucht von Kundalini nichts erzählt zu werden.

Es gibt jedoch Therapeuten, die sich speziell auf Kundalini-Krisen spezialisiert haben. Diese sind jedoch sehr selten. Ich persönlich habe aber auch mit ihnen keine gute Erfahrung gemacht. Ich kontaktierte einen Heilpraktiker, der über Kundalini Bescheid wusste. Über das Thema wusste er viel, ja, aber seine konkrete Hilfe war – pardon – wertlos. Ich bekam ein paar Globulis. Zudem wusste ich alles, was er riet, bereits, und auf meine individuellen, speziellen Fragen gab er keine oder ausweichende Antworten. Das hieß für mich rückblickend: Hätte ich ihn nicht kontaktiert, wäre ich mit Kundalini nicht besser/schlechter fertig geworden als ohne ihn. Eigentlich hätte ich ihn nie gebraucht.

Wem ich über das Gelesene vertrauenswürdig oder sympathisch bin, darf mich natürlich auch gerne via Kontaktformular kontaktieren. Ich helfe gerne bei Aufstiegssymptomen, solange keine tieferen psychischen Probleme vorhanden sind und/oder auftauchen. Auch ersuche ich immer um eine medizinische Abklärung. Rückenschmerzen alleine weisen nicht auf einen Kundalini-Aufstieg hin.

Hinweis zur Akupunktur: Es gab Menschen, die berichteten, dass Akupunktur ihnen half, sowie es auch Menschen gab, bei denen Akupunktur nicht half. Hier kann ich keine Empfehlung geben. Dasselbe gilt auch für Shiatsu.

12. Cannabis/Marihuana

Ja, hier steht eine Droge. Cannabis. Natürlich rufe ich nicht zum kollektiven Drogenkonsum auf, wer also Cannabis konsumieren will, um seine Symptome zu lindern, muss die Droge dort erwerben und konsumieren, wo es legal ist.
Mir persönlich hat Cannabis von allen geschilderten Maßnahmen am meisten geholfen, wie ich in Artikel 5 darlege. Allerdings gilt das nicht für jeden. Cannabis ist ambivalent. Es kann auch sein, dass Cannabis die Symptome stark verstärkt. Tendenziell ist es so, dass Menschen, die vernünftig-rational sind, eher eine Linderung auf Cannabis erfahren, wohingegen Menschen, die impulsiv-emotional sind, eher eine Verstärkung der Symptome erfahren. Dies jedoch habe ich nur bedingt so feststellen können, weswegen jeder für sich alleine entscheiden muss, ob Cannabis für ihn in Betracht kommt. Wer es probieren möchte, taste sich bitte mit der Dosis ganz langsam heran.
Cannabis, dies muss betont werden, beschleunigt den Kundalini-Aufstieg. Das war auch bei mir so, jedoch fühlte ich mich damit wohl. Ich hätte ohne die Droge gewiss meinen Arbeitsplatz verloren, weil aufgrund der permanenten Schlaflosigkeit und nervlichen Überreizung nichts mehr möglich war. Da ich eher der vernünftig-rationale Mensch bin, ich viel und gerne denke, war Cannabis das Mittel der Wahl. Es entspannte meinen Geist, so dass ganz andere Prozesse stattfinden und frei werden konnten, die durch eine gedankliche Überpräsenz zu sehr reguliert sind. So stieg Kundalini durchaus kraftvoll auf, doch es war mit Cannabis nicht unangenehm.

Zum Denken: Wie oft liest man es in der Populär-Esoterik, dass der Verstand abgeschaltet werden soll. Dies, so meinen die „Experten“, geschähe allein auf Postulat, wie: „Du musst mit dem Denken aufhören.“ Wirklich? Wer also dann in die „sportliche Übung“ geht und sich permanent suggeriert „Ich höre jetzt mit dem Denken auf“ tut doch genau das: denken. Wer darüber hinaus noch gerne denkt, so wie ich, lässt sich auf das Spielchen natürlich gar nicht erst ein, denn man kann Denken nicht mit Denken kurieren. Der ganze Denkkreislauf kam jedoch bei mir mit Cannabis zum Erliegen.

13. Sexualität

Ob Sexualität im Kundalini-Aufstiegsprozess schadet oder heilt, muss wiederum individuell betrachtet werden, wobei meine Interviews ergaben, dass hier für Männer und Frauen anderes gilt. Da die Libido im Aufstiegsprozess oft erhöht ist, ist Masturbation meist ein Muss, bei Männern wie bei Frauen. Da es Männer gab, die diesem Zwang am Tag sooft nachgeben mussten, dass sie regelrecht am Verzweifeln waren, wobei dies oft einen Schneeball-Effekt erzeugte, daher je-mehr-umso-mehr bedeutete, rate ich dazu, dass Männer sich sexuell eher zurücknehmen, soweit es möglich und wenn es überhaupt möglich ist. Oft ist dies gar nicht möglich, dann kann man auch nicht gegensteuern.
Frauen dagegen scheinen von der „Energie-Entladung“ von Kundalini über sexuelle Aktivität eher zu profitieren, sowie viele berichteten, dass Massage und Shitasu halfen und Sinnlichkeit als sehr beglückend empfunden wurde. Doch diese Empfehlungen können nicht generalisiert werden und beschreiben nur Tendenzen.
Intimität mit dem Partner kann natürlich auch weiterhin gelebt werden, insofern es sich richtig und gut anfühlt. Sollte genau das Gegenteil der Fall sein, dass weder Berührungen noch Intimität ertragen wird, wird sich Kundalini gewiss melden. So muss ich abschließend vage bleiben, was Sexualität betrifft, da hier nichts eindeutig richtig oder eindeutig falsch ist.

Zusammenfassung der 13 Punkte:

  1. Einstellen spiritueller Praktiken, wie Meditation, Yoga usw.
  2. Einstellen energetischer Praktiken, insbesondere Reiki
  3. Vorrat an Positivität zulegen (heitere Filme), Alltag-Negativität bewusst meiden
  4. De richtige Grundeinstellung zum Prozess: Es ist nur eine Adaption
  5. Distanzierte Passivität im Geschehen praktizieren
  6. Sport: Wildes Tanzen und Joggen kann Energiestaus vorbeugen
  7. Fleisch und Bier können die Symptome lindern
  8. Naturheilkunde: Silizium, Vitamin-B, chinesische Heilpilze usw. stärken die pyhsische Konstitution
  9. Vermeidung von Menschenmassen, es sei denn, man fühlt sich wohl damit
  10. Umgang mit anderen Menschen: Outing, damit man nicht schweigen oder andere belügen muss
  11. Umgang mit Ärzten und Heilern: Konsultation zur Symptomdifferenzierung
  12. Cannabis kann die Symptome lindern oder stark verstärken
  13. Sexualität kann die Symptome lindern oder auch verstärken

Sämtliche Artikel aus der Kategorie „Energetische Erfahrung“ haben direkt oder indirekt immer mit Kundalini zu tun. Insbesondere der Artikel: „Inneres Hören, Jim Morrison“.

Anmerkung: Alle hier genannten Empfehlungen sind als solche zu verstehen und an Menschen gerichtet, die sich dezidiert als im Kundalini-Prozess erkennen. Sollte dies nicht der Fall sein, sollten darüber hinaus psychische oder physische Krankheiten vorliegen, so ersetzen diese Empfehlungen keine schulmedizinische Behandlung.

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Geboren 1978 – Bloggerin | Beraterin zu spirituellen Themen | Kundalini | Neoterikerin | spirituelle Bohemienne | Herausgeberin von Neoterisches Bewusstsein – Moderne Spiritualität

6 thoughts on “Kundalini: Krisen überwinden – Teil 6”

  1. Liebe Tanja, ich habe das gerne gelesen und kann das meiste unterschreiben.
    Für mich persönlich war es schon wichtig, Erfahrungsberichte zu lesen und dadurch zu erkennen, dass ich mit diesen Erlebnissen nicht ganz allein auf dieser Welt bin. Aber ich stimme dir darin zu, dass letztlich jede(r) ihre/(seine) eigenen Erfahrungen machen muss.
    Vor einem „Kundalini-Killer“ möchte ich an dieser Stelle noch warnen, das sind die Psychopharmaka: Die Schulmedizin reagiert auf Destabilisierungserfahrungen leider immer noch fast stereotyp mit der Gabe von Neuroleptika (oder Antidepressiva). Auch die können in niedriger Dosierung zur Selbstregulation von Symptomen verwendet werden – werden aber meist von den Ärzten zunächst massiv überdosiert. Hauptsache, die angstmachende Symptomatik ist geblockt! In extremen Fällen kann damit die Selbstheilungskraft der Kundalini-Energie praktisch zum Stillstand kommen.
    Wichtige Artikel, die du hier schreibst!
    Herzlich
    Marianne

  2. Noch eine kurze Anmerkung zum Thema „TherapeutInnen“.
    Es stimmt, dass im aufsteigenden Kundaliniprozess in der Regel keine größeren therapiebedürftigen Probleme auftauchen. Eine Ausnahme sind hier Traumas, die sehr plötzlich auftauchen und mit schwierigen Angst- und Gefühlszuständen verbunden sein können, wenn sie bis dahin unbewusst waren. In der Regel braucht es dann schon eine bewusste Traumaverarbeitung, bei der auch entsprechend geschulte TherapeutInnen hilfreich zur Seite stehen können.
    In meiner Praxis tauchen auch noch häufig Menschen auf, die einfach die Bestätigung haben wollen, dass das, was sie gerade erleben wirklich ein Kundalini-Prozess ist. Sie suchen eine Validation (Bestätigung) für ihre spirituelle Erfahrung. Das mache ich gerne, auch wenn es keine wirklich therapeutische Aufgabe ist. Meistens reicht dafür eine Sitzung.
    Liebe Grüße
    Marianne

    1. Liebe Marianne,
      herzlichen Dank für deine Kommtare, sowie für die Präzisierung und Ergänzung. 🙂
      Ganz liebe Grüße,
      Tanja

  3. Liebe Tanja, liebe Marianne,

    ich habe jetzt knapp 20 Jahre inneren Weg hinter mir. Ausgelöst durch Zeckenbiss, dadurch Pflegefall und Berentung, öffneten sich die Türen sehr rasant zur Spiritualität. Schon immer war ich bissl anders als die Anderen, woran man so im Allgemeinen Freude hat, das hat mich nie befriedigt, Kneipen, Disco und Action. Ich wurde über spirituelles Heilen gesund und wollte wissen. Das war ein etwa 12 Jahre langer Prozess. Nach 12 Jahren hatte ich dann das enorme Erlebnis, was nun mein ganzes Leben veränderte. Am 27.10.2009 explodierte die Kundalini in mir. Es war so ein enormes Lichterlebnis, dass ich Stunden zu Hause auf der Couch lag und mich fragte, was los war. Die Nachbarn klingelten, weil die Lichter bis auf den Boden oben angegangen waren. Es gäbe viel zu all dem zu schreiben, ich habe mir Vieles immer wieder notiert und das Erwachen auch festgehalten, weil ich auch schreiben mag. Ich wusste es von Anfang an ziemlich genau, denn eine Stimme sprach in mir: Sandra du hast Kundalini. Es war von Anfang an extrem schmerzhaft, denn ich hatte vorher mit der Neuroborreliose und Hirnhautenzündung schon alle Nerven entzündet und überreizt und das Feuer ging nun genau da rein. Die ersten Wochen waren Extase pur, ich verglühte fast und hatte Orgasmen auf Arbeit. Dann fing das grosse Leid an. Atemnot wie Herzinfarkte, ich war Monate zu Hause, auf Herzmuskelentzündung krank geschrieben…..wie ein Tier kroch ich auf der Erde rum, Panik ohne Ende, es kam alles auf einmal hoch. Ich hatte schon mehrere Jahre an Blockaden ecc. gearbeitet….das war mir nicht neu. Aber nun konnte ich nicht mehr wählen, was ich wann bearbeiten möchte. Träume, wo ich mit einem Flugzeug auf eine Felswand zudonnerte und es mit letzter Kraft im letzten Moment drüber zog, ein Meter….
    Nach dem Erwachen oder besser Explodieren in mir lagen vor der Tür drei kleine Figuren: Eine Kobra- Schlange, ein roter Feuerteufel und ein blauer Vogel. Den Teufel sehe ich als das alles verbrennende und schmerzende Kundalinifeuer, aber der Vogel symbolisiert auch, dass man mit Kundalini fliegen kann…..heiss und kalt, rot und blau. Die Schlange war gelb.
    Grosses Glück hatte ich, dass ich zu dieser Zeit schon seit 5 Jahren mit den höheren Entities eines Heilers unterwegs war, habe dort sehr viel Wachstum und Hilfe erfahren. Und das war meine Rettung am Anfang des Prozesses…..höhere Wesenheiten, die lichtvoll arbeiten. Wenn ich jetzt einmal im Jahr dort bin, dann mildern sich für Monate die Symptome ab. Der Prozess beginnt in Kürze das 9. Jahr und es hat sich sehr viel getan. Er ist nach wie vor sehr intensiv und ich musste schmerzhaft lernen, was ich kann und was nicht. Ich war am Wochenende auf Konzert, weil ich die Musik so mag, aber die rauchenden Leute beim Warten in der Menge, das machte mich k.o. Im Grunde muss ich mich immer in jedem Moment danach richten. Ich hätte gern mehr Ruhe, weil ich einen stressigen Job habe, arbeite mit Kindern, aber in der jetzigen Zeit ist das kaum möglich. Natürlich ist es auch nicht so leicht, zu wissen, was alles hier abgeht und dann zu sagen: Ich habe keine Angst…..Bewusstsein bringt auch Verantwortung. Ich freue mich über einen Austausch mit Euch, so gern hätte ich ein paar deutschsprachige Menschen, die auch im Prozess sind. Eine Frau lernte ich in Brasilien kennen.

    1. Liebe Sandra, ja, das sind heftige Erfahrungen, mit denen man nicht so gerne allein bleiben möchte. Aus diesem Grund biete ich in meiner Praxis in Türkenfeld eine regelmäßige Austauschgruppe an: Mittel- bis langfristig würde ich gerne ein Netzwerk von solchen Gruppen ins Leben rufen und Leute schulen, die sie betreuen können. Das ist aber noch „Zukunftsmusik“ – ein geeigneter Rahmen und eine passende Finanzierung für ein solches Projekt müssen noch gefunden werden.
      Mit herzlichem Gruß,
      Marianne

      1. Liebe Marianne,

        ich glaube, leider wohnst du zu weit weg. Da ich schon vorher viele Jahre einen spirituellen Weg des Heilens ging, hab ich es bisher immer geschafft, auch die grössten Krisen psychisch allein zu überwinden, mit Hilfe der geist. Welt. Aber glaub mir, ich war in den ersten Monaten wie ein Tier auf allen Vieren auf der Erde unterwegs. Ein Austausch ist sehr schön. Ich habe in Brasilien einen Italiener kennengelernt, der dort nach 22 Jahren erstmals Hilfe fand. Ihm waren alle Zähne dadurch ausgefallen und die Haare. Ein anderer Mann, dem die Kundalini durch eine Frau nur durch Berührung der Fingerspitzen ausgelöst wurde, hatte den den kalten Kanal offen und fror unglaublich stark, er war immer in dicken Socken und Pulli unterwegs. Ich habe noch Phasen, wo ich Angst bekomme, das ist vor allem dann, wenn ich im Job funktionieren muss und die Kundalini ganz was anderes will. Aber meistens ging dem ein „Fehler“ voraus, aus dem ich wieder lernte, was ich darf und was nicht. Es war ein sehr schmerzvolles Lernen immer am Limit. Gern kann dir Tanja mal meine Mail weiterleiten. Inzwischen kann ich auch Betroffenen ganz gut weiterhelfen und stehe auch sehr tief in der Spiritualität drin. Aber der Prozess ist wirklich der Turbogang 🙂 Sei lieb gegrüsst.

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