Was ist Erleuchtung?

Was ist Erleuchtung – Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Erleuchtung?
    Erleuchtung im Ausverkauf
    Zur Begriffgeschichte
    Erleuchtung heute
  2. Wen betrifft Erleuchtung?
    Wie wird man erleuchtet? – Sieben Wege, die zur Erleuchtung führen
  3. Erleuchtung und Erwachen als Weg zur Erlösung
    Der Zustand danach
    Erleuchtung als Bestandteil der Erlösung

Erleuchtung

1. Was ist Erleuchtung?

Es gibt kaum einen Begriff, der der Willkür des subjektiven Erleben so sehr ausgesetzt ist, wie der Begriff der Erleuchtung/Illumination. Der vordergründige Mensch schmückt sich mit ihr, der tiefsinnige Mensch schweigt, der Suchende setzt sie als abstraktes Ziel in den Horizont seines Bewusstseins, der weise, reife Mensch blickt auf ein bis zwei Erleuchtungsmomente zurück, und der westliche Mensch meint für gewöhnlich, dass er umso erleuchteter ist, je öfter er Ekstase und Lichtphänomene erlebt …
Lauscht man daher mit einer gewissen Distanz den Gesprächen in spirituellen Kreisen, so könnte die Tragweite des Missverstehens nicht größer sein. Ist Erleuchtung Erwachen? Erkennen? Ist Erleuchtung ein Zustand? Oder ein Prozess? Muss man sich um Erleuchtung bemühen oder fällt sie einem in den Schoß? Wer ist wann erleuchtet und darf sich als erleuchtet bezeichnen?
Bestünde über die diversen Gesprächsannahmen und über die Verwendung der Begriffe wenigstens eine gewisse Reflexion, so wäre damit auch die Grundlage für eine Diskussion gegeben. Eine Diskussion, die die Verwirrung beseitigen könnte, zumindest eine wahrhaftigere Kommunikation ermöglichte. Doch leider geschieht das nicht, da in den meisten Fällen einfach nur „behauptet“ oder aneinander vorbeigeredet wird. Ich möchte daher gleich hier, als Erstmaßnahme, festhalten, dass auf einer einfach verstandenen Ebene Erleuchtung genau das ist, was jemand sagt, dass sie ist. Dies nun nicht als 360-Grad-Verteidigung, aber als erster Abwehrschlag gegen das Missverstehen.

Erleuchtung im Ausverkauf

Ebenso irreführend ist die stereotype Vorstellung des Westens von der Erleuchtung. Wir denken an bunt leuchtende Chakren, über dem Kopf ein Halo, tanzende Sterne, leuchtende Augen … Lametta und Weihnachten.
Zu diesem Bild gesellen sich dann noch diverse Ansagen: Erleuchtung ist möglich. Der Weg zur Erleuchtung in sieben Schritten. Erleuchtung – nur durch Retreat. Nur durch Yoga, Initiation oder Begegnung mit dem Krafttier … Erleuchtung als Kick.
Wir sehen also, es geht ums Verkaufen. Und was gut klingt, verkauft sich auch.
Wir kennen sicher alle noch die Calgon-Werbung, in welcher der „Fachmann“ entsetzt auf die Verkalkung in der Waschmaschine blickt und sich autoritär echauffiert, dass Ihnen das mit Calgon nicht passiert wäre.
Ähnlich ist es dort, wo Erleuchtung verkauft werden soll. Ungeprüfte „Fachmänner“ detektieren zunächst den „Schaden“, nämlich die „Nicht-Erleuchtung“ oder die „Unbewusstheit“, die durch „Mangeldenken“, „Angst“, „Gefühl des Getrenntseins“, „fehlendes Mitgefühl“ usw. entsteht. Dann folgt der Tadel: Mit dem richtigen Denken wäre Ihnen das nicht passiert! Darauf folgt prompt die Lösung, nämlich das dreitägige Seminar oder das neue Buch …
Hier wird keine Beihilfe zur Erleuchtung betrieben, sondern Beihilfe zum Verkauf.
Und ich knirsche mit den Zähnen. Denn das Getrenntsein, Angst, Mangeldenken, sowie alles, was ein Mensch sehen, fühlen und begreifen kann, führt – ebenso! – zur Erleuchtung, wie langjährige spirituelle Praxis. Ich sage bewusst „ebenso“. Denn nach Rom führen bekanntlich viele Wege.

Was ist Erleuchtung? – Zur Begriffsgeschichte

Wer hat’s erfunden? Wann hat’s begonnen?

Die antike philosophische Lichtmetaphorik prägte den Begriff der Erleuchtung etwas später als der Buddhismus. Wir sprechen hier von Platon, der im 4. Jh. v. Chr. gelebt hat und von Siddhartha Gautama, der im 5. Jh. v. Christus gelebt hat. Während in Indien also der Buddhismus entstand, schuf der große Philosoph Platon in seinem sogenannten „Siebten Brief“ die Basis für den Begriff der Erleuchtung. Erleuchtung, so sagt Platon, entstehe, indem man Benennungen, Wahrnehmungen, Erklärungen und Ansichten solange aneinander „reibe“, bis Einsicht über das jeweilige Thema aufleuchtet. Dieses Aufleuchten hat nach Platon tatsächlich einen „feurigen“ Charakter und entsteht wie durch die Reibung zweier Feuerhölzer. Dabei ist das auflodernde Feuer immer plötzlich, und genau so – plötzlich – erhellt es die Seele. So schuf Platon die prä-religiöse Basis für den Begriff, den im 3. Jh. der Philosoph Plotin zur Lehre von der „Schau des Lichts des Einen“ weiter entwickelte. Plotin erst prägte den Begriff der Erleuchtung so, wie wir ihn heute verstehen.
Nicht unwesentlich viel früher, jedoch viel weiter östlich, saß der 35-jährige Siddhartha Gautama eines Tages unter der Pappel-Feige. Im Lotussitz. Genauer gesagt saß er dort lt. Überlieferung schon länger in tiefer Meditation. Und irgendwann, voilà, war das erste Erlebnis des Erwachens da. Genannt „Bodhi“. Erleuchtung. In dieser Erfahrung, so heißt es, erkannte Siddharta die Welt als eine Abfolge von Traumbildern, er erkannte sich in allem, was er einmal gewesen war und erkannte sogleich den Kreislauf der Wiedergeburt, die Seelenwanderung …
Hierzu lasse ich nochmals Platon zu Wort kommen, der über die Seele meint:

„Das Lernen ist eine Aktivität der Seele. Es besteht nicht darin, dass die Seele etwas Neues und Fremdes von außen aufnimmt, sondern darin, dass sie sich – etwa durch einen Anstoß von einem Lehrer – an ein Wissen erinnert, das sie eigentlich bereits zuvor besessen hat, über das sie aber bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst hat verfügen können. Dieses Wissen, die Kenntnis der Ideen und aller Dinge, hat sie aus ihrem vorgeburtlichen Dasein mitgebracht. Sie hat es an einem „überhimmlischen Ort“ erworben; hinzu kommen ihre Erfahrungen aus ihren früheren Erdenleben und aus der Unterwelt. Durch Wiedererinnerung (Anamnesis) macht sie sich das verschüttete Wissen verfügbar.“ – Quelle Wikipedia.

Wir sehen also, dass etwa zur gleichen Zeit an zwei verschiedenen Orten etwas Ähnliches passierte. Nicht nur nahm der Erleuchtungsbegriff Gestalt an, auch wurde über die Erleuchtungserfahrung berichtet, in welcher die Wiedergeburt der Seele erkannt wird, bzw. schreibt Platon über „frühere Erdenleben“ und Siddhartha hat selbige während der Erleuchtung „gesehen“.
Was Platon also noch völlig unreligiös, unmythisch und mit der simplen Klarheit eines Glases Wassers beschreibt, hat Siddharta – insofern es nicht nur Legende ist – am eigenen Leib erfahren, sich durch Suche und Askese erworben. So entstand im Osten eine Religion und im Westen eine Lehre, die übrigens der Kirchenvater Augustinus im 4. Jh. n. Chr. wieder adaptierte, das heißt, christianisierte. Wir wissen ja, dass Augustinus sich auf Platon und Plotin bezog. Christliches Gedankengut ist daher in Teilen „klassisch antik“, nur erkennen wir die ursprüngliche Lehre im christlichen Gewand nicht mehr wieder.

Erleuchtung heute

Heute versteht sich Erleuchtung generell wie folgt: Erleuchtung ist eine Erfahrung, die meist – aber nicht nur – im religiös-spirituellen Rahmen geschieht und die das Alltagsbewusstsein weit über den Tellerrand der bisher erkannten Wirklichkeit hebt, sodass eine Gesamtschau gelingt, die sämtliche Weltangelegenheiten erklärt, sonach angstlösend, befreiend und erweiternd wirkt.
So ist Erleuchtung – egal ob man Duden, Guru, Lehrer heranzieht – heute gemeinhin definiert. Doch bei genauerer Betrachtung wird auch diese Definition unscharf. Über den Tellerrand blickt man auch so mal hinaus, die Wirklichkeit kann man schon mit reiner Phantasie durchbrechen, eine Gesamtschau hat auch ein Pilot und angstlösend wirken Medikamente auch … Hallo Relativismus.
Ich verstehe daher jeden, der argumentiert, dass es Erleuchtung gar nicht gibt, es ja nur eine Erfindung ist; und außerdem könne man sich ja vieles auch einbilden und diese Teilzeiterleuchteten sind ja schon auch ein bisschen gaga … Ja, auch ich bin erheitert über so manche Blüte des „Erleuchtungswesen“, doch ist Erleuchtung nun alles andere als Einbildung. Sie geschieht. Jeden Tag. Die Welt zählt aktuell 7,47 Milliarden Menschen. Ein Prozent davon beträgt 74.700.000, also 74,7 Millionen Menschen. Kanada zählt ca. 36,5 Mio. Einwohner. Gehen wir davon aus, dass nur 1 % von 74,7 Milliarden Menschen dauerhaft oder temporär erleuchtet ist, so wäre das etwa zwei mal der Staat Kanada. Gehen wir davon aus, dass nur 0,1 % von 74,7 Milliarden dauerhaft oder temporär erleuchtet sind, so wären es noch immer 7,47 Mio. Menschen, was etwa der Einwohnerzahl des Landes Niedersachsen mit ca. 7,92 Mio. entspricht. (Sämtliche Zahlen, Quelle Wikipedia.)

Abschließend eine einfachere, „merkbare“ Definition: Erleuchtung ist also eine Erfahrung, die das Bewusstsein verschiebt, sodass eine andere Perspektive eingenommen werden kann, die das Begreifen von größeren Zusammenhängen ermöglicht.

2. Wen trifft oder betrifft Erleuchtung?

Grundsätzlich kann Erleuchtung jeden betreffen. Sie kann einem Jugendlichen passieren, einem Pensionisten, einem durch und durch guten Menschen und einem Straftäter. Es gibt für die Erleuchtung – per Definition – keine Prädisposition. Weder was Alter, Glaube, Einstellung oder Lebensstil betrifft. Es ist daher ein Irrglaube, dass Erleuchtung ausschließlich durch jahrelange Suche und Praxis zu erlangen ist. Selbst der ethischste und empathischste Mensch, der sein ganzes Leben aufrichtig, redlich und sinnstiftend zubringt, steht der Erleuchtung nicht näher oder ferner als jemand, der gerne abfeiert, abends an der Bong zieht und sich „The Big Bang Theorie“ reinzieht.
Bleiben wir bei obiger Definition, dass Erleuchtung eine Erfahrung ist, die das Bewusstsein verschiebt, sodass eine andere Perspektive eingenommen werden kann, die das Begreifen von größeren Zusammenhängen ermöglicht, so könnten selbst Katzen tendenziell erleuchtet sein, wenn sie durch ihre geschärften Sinne z.B. „den Geist im Wohnzimmer“ sehen, den wir Menschen nicht sehen können – was hier aber ausschließlich auf die Wahrnehmung eines anderen Frequenzband zurückzuführen ist. Was Katzen – oder auch Hunde – sonst noch sehen, wissen wir nicht, doch ich bin der Meinung, dass es bedeutend mehr ist, als wir glauben.
Darüber hinaus gibt es eine ganze Riege an zeitgenössischen prominenten Erleuchteten, die jeder nachgoogeln kann, weswegen sie hier nicht weiter dargestellt sein sollen. Interessanter sind meiner Meinung nach jene Erleuchteten, die nicht in der Öffentlichkeit stehen. Es sind Kinder, Kassiererinnen, Taxifahrer, Eltern, Angestellte, Unternehmer – es sind all jene, von denen wir nicht wissen, dass sie erleuchtet sind, eben weil sie sich nicht outen oder öffentlich machen, doch sie sind das Gros.
Ein Bekannter erzählte, er hätte in seiner Jugend beim Angeln ein Erleuchtungserlebnis erfahren. Er wäre abgeschieden gewesen in der Natur, alleine. Es wäre still um ihn gewesen und durch das konzentrierte Blicken auf den See, die Angel, den Angelkorken, hätte sich plötzlich seine Wahrnehmung ausgedehnt, woraufhin er – lt. Definition – eine viel größere, tiefere Schau in die Welt tat, die nun völlig aus den gebräuchlichen Denkbegriffen herausfiel, sodass Raum und Zeit nicht mehr idiomatisch waren, d.h. nicht mehr alleine aus ihrem Wortsinn ablesbar. Er nannte es „Panorama-Bewusstsein“, was mir sehr gut gefällt.
Ich halte das für absolut wahr. Gehen wir weiters davon aus, dass eine derartige Erfahrung nicht nur den Wenigen vorbehalten ist, die jahrelang darauf hinarbeiten, so geschieht sie öfters, als wir annehmen. Sie kann also jeden betreffen und grundsätzlich jederzeit passieren. Beim Autofahren, beim Abwaschen, beim Bügeln. So ist meine Meinung: Es braucht keine „Sonderstellung“. Erleuchtung passiert dem Einfältigen, dem Ganoven, dem Bösewicht unter Umständen genauso wie dem Buddhist im Himalaya und der zärtlich liebenden Mutter. Erleuchtung bevorzugt nicht. Sie geschieht einfach.

Wege zur Erleuchtung – wie wird man erleuchtet?

1. Der Königsweg zur Erleuchtung

Eng verknüpft mit der Fragestellung, wem Erleuchtung passiert, ist die Frage, welche Wege es zur Erleuchtung gibt. Wenn ich behaupte, dass selbst ein denkbar unspiritueller Lebenswandel mit Schweinsbraten, Biergarten und lautem Lachen einer Erleuchtung nicht im Wege steht, sehe ich die großen Augen meiner Leser deutlich vor mir. Was hat sie da geschrieben? Schweinsbraten? Nein. Aber doch. Da steht’s doch. Na, ob die Bayern schon erleuchtet ist …?
Aber beginnen wir mit dem traditionellen Weg, dem Königsweg: Meditation und Rückzug. Lt. Bibel ging Jesus für 40 Tage in die Wüste. Buddha selbst verbrachte sechs Jahre lang in Askese, bevor auch er sich dem „mittleren Weg“, der Meditation, zuwandte. Noch heute gehen viele Mönche in die Einsamkeit um dort zu meditieren. Warum ist das der Königsweg? Hier ist zunächst die Stille an sich zu nennen. In der absoluten Stille sind sämtliche Möglichkeiten potenziert. Sie ist der Keim, die „Ur-Zelle“ des Möglichen. Erst in und durch die Stille wird das Innenleben wach und lebendig. Stille ist die erste als positiv zu beschreibende „Deprivation“ … Meditation ist im Wesentlichen Konzentration, und Konzentration ist Sammlung. Im energetischen Sinn bedeutet jede Art von Konzentration Sammlung von Energie, die jetzt Elan Vital, Od, Reiki, Prana oder Vitalenergie heißen kann – es ist alles dasselbe.
Um es abzukürzen: Dass in diesem Umfeld, in der Stille und durch Konzentration, ein Erleuchtungserlebnis wahrscheinlich ist, ist anzunehmen, jedoch gibt es nach wie vor die ewig Suchenden, auch Westler, die sich schon jahrelang auf diesem „Königsweg“ befinden und der Erleuchtung noch kein Stück näher gekommen sind. Daher ist der „Königsweg“ keine Garantie.

2. Der Fast-and-Furios-Weg

Demgegenüber soll nun gleich der „Fast-and-Furios-Weg“ zur Erleuchtung gestellt werden: Drogen. Hierin fallen alle Halluzinogene, vor allem Pilze, des weiteren Ayahuasca und natürlich, die Revolte der Leisen: LSD.
Ich habe absolut nichts gegen diese Substanzen. Im Gegenteil. Ich bin der Meinung, dass die Regierung mittlerweile nicht nur jedem ein Erleuchtungserlebnis schuldet, sondern jedem ein „Instant-Erleuchtungserlebnis“ auf diesem Weg zugestehen sollte. Insbesondere, da der westliche Mensch sich nicht einfach so ausklinken und sich für sechs Jahre oder länger in die Einsamkeit zurückziehen kann.

Diese beiden Wege, per „instant“ und per „Königsweg“ habe ich nicht umsonst gegenübergestellt, denn was hier diametral ist, ist nicht das Erleben, aber die Intention. Erlebt sich jemand auf einer Goaparty als „gesplittet“ und dennoch „mit allem eins“, so ist es im Erleben gleich oder ähnlich, wie wenn sich der in Deprivation sitzende Yogi mit „allem eins“ fühlt, jedoch ist die Bedeutung eine völlig andere. LSD kann schon in ein paar Wochen „nachgeschmissen“ werden, der Yogi allerdings verlässt dann entweder seine „Höhle“ oder „Raum und Zeit“ – buchstäblich, und wenn er bleibt, so wird er vielleicht ein Buch schreiben um seine Erfahrung für die Welt zu konservieren … Um es deutlich zu machen: Der Partygänger will sich in der Regel „verlieren“. Der Yogi will sich „erlösen“.
Doch um es abermals ins richtige Verhältnis zu rücken, so ist auch die LSD-Erfahrung transformierend. Es heißt, es gäbe im Leben eines Menschen nur wenig einschneidende Erlebnisse: Das ist die erste Liebe, der erste Sex, die Hochzeit … Und LSD.
Dass ein Erleuchtungserlebnis per se transformierend ist, ob „instant“ oder via „Königsweg“, sei also somit erwähnt.

3. Krisen und Schicksalschläge

Ein weiterer Weg zur „zufälligen“ Erleuchtung sind unsere „Krisen“. Das kann ein Autounfall sein, eine Depression, Krankheit, Suizid-Wunsch, der Verlust eines geliebten Menschen … Das ist der „dunkle“ Weg zur Erleuchtung, den sich niemand – wenn er es könnte – freiwillig aussucht. Auch die Nahtoderfahrung ist hier zu nennen, da sie dem klassischen Erleuchtungserlebnis – per Definition – nahe kommt.
So führt auch das Negative zur Erleuchtung, und ist daher nicht, wie ich oben beschrieb, just das Defizit, das der Erleuchtung im Weg steht. Hier zähle ich die „Defizite“ nochmals auf: Angst, Mangeldenken, Enttäuschung, Wut … Wer noch nicht eines dieser Gefühle je erlebt hat, ist kein Mensch. 

4. Unsere rechte Gehirnhälfte

Lose verlinkt hierzu ist ein weiterer, wenn auch bisher wenig dokumentierter Weg zur Erleuchtung, nämlich die Entwicklung, Förderung, Erhöhung unserer rechten Gehirnhälfte. Wie wir wissen, verbucht unsere linke Gehirnhälfte alles Logische, Rationale und Verwertbare. Dafür bin ich sehr, wie mich meine Leser mittlerweile kennen, doch bin auch ich hier nur das Produkt unseres Bildungswesens, das eben bis zum Uni-Abschluss ausschließlich die linke Gehirnhälfte ausbildet. Das ist ein bedauernswerter Umstand. Das Kreative, Irrationale, Bunte, das unsere rechte Gehirnhälfte erzeugt und „verbucht“, wird in unserer Gesellschaft kaum gefördert. Wer Spiritualität nicht nur esoterisch verbrämt lebt, sich also nur phrasenhaft einwickeln lässt, damit „alles immer gut ist, so wie es ist“, sondern es „wirklich wissen will“, ist sicher an Jill Bolte Taylor nicht vorbeigekommen.
Jill Bolte Taylor, eine amerikanische Neurowissenschaftlerin, hatte in den neunziger Jahren einen Schlaganfall, der ihre linke Gehirnhälfte „lahm legte“.
Diesen Ausnahmezustand beschreibt sie als spirituelle Erfahrung, die ich hier auszugsweise wiedergeben möchte: Ihr Sprachzentrum war gelähmt, sämtliche Erinnerungen waren fort, und damit Angst, Frust, Enttäuschung. Ihr Zeitbegriff war fort. Ihr befreiter Geist „glitt wie ein Wahl durch einen See stiller Euphorie“. Dennoch erinnerte sie sich an „das Problem“, nämlich dass sie gerade einen Schlaganfall erlitten hatte, und sie wusste, dass sie um Hilfe rufen musste. Aber dieses Problem nervte sie nur, denn sie empfand ihren gegenwärtigen Zustand als wunderbar. Trotzdem versuchte sie um Hilfe zu rufen, doch es kostete sie Mühe. Sie kramte nach der Visitenkarte eines Kollegen, doch die Schrift war verpixelt. Sie konnte die Schrift nicht lesen. Und sie überlegte, ob sie den Kollegen am Telefon überhaupt verstehen könne, oder ob er sich nur wie ein Golden Retriever anhören würde, der da „Wuff Wuff“ sagt, und sie selbst hatte ebenfalls Angst, dass anstatt Sprache nur „Wuff Wuff“ aus ihr herauskäme … Eigentümlich für Jill Taylors Erlebnis ist die nichtsprachliche Widerspiegelung der Umwelt, eine ganzheitliche, synthetische Erfassung komplizierter Zusammenhänge auf überwiegend anschaulicher Ebene, was ganz und gar der Arbeitsweise der rechten Hemisphäre entspricht.
Jill Bolte Taylor beschreibt ihr Erlebnis sehr anschaulich und nachvollziehbar. Parallelen zu einem LSD-Erlebnis, wie zum Traumgeschehen, nämlich dass man sich schwer an sein Vorhaben erinnert, dass leichte Dinge, wie das Schnüren von Schuhen, plötzlich sehr schwer sind (was ich selbst ebenso erlebt habe und bestätigen kann), oder dass das Lesen im Traum von Schrift einer „Mission Impossible“ gleich kommt, fallen hier natürlich auf, womit auch die Aussage des amerikanischen Traumforsches David Bakan ein völlig neues Gewicht bekommt: „The right Brain is the Dreamer“. Das rechte Gehirn ist der Träumer. Anzudenken ist daher, dass auch unser Traumbewusstsein, allen voran das luzide Träumen, zu einem Erleuchtungserlebnis führen kann, respektive eine Basis dazu stellt.
Ich schließe daher diesen Absatz mit dem m. E. nach leider noch spärlich beschrittenen Weg zur Erleuchtung über die Entwicklung der rechten Gehirnhälfte. Als Denkbeispiel möchte ich noch in den Raum stellen, wie es für jeden von uns JETZT wäre, wenn er in der Schule anstatt in Religion in Spiritualität unterrichtet worden wäre, wenn er anstatt einer Betragensnote eine Ethiknote in Nonkonformität bekommen hätte, wenn er anstatt Leibesübungen hemmungslos zu irgendeiner Musik getanzt hätte, wenn er anstatt Biologie auf dem Bauernhof gewesen wäre und Pferde geritten hätte, und wenn er anstatt Werkerziehung gelernt hätte, wie man eine gesunde/ordentliche Beziehung zu anderen Menschen aufbaut, bzw. was man im Falle einer Depression tut, was sie bedeutet und woran sie erkannt wird …

Links:

5. Energetik

Ein weiterer Weg zur Erleuchtung ist eng mit Meditation und spiritueller Praxis verbunden, kann aber auch völlig isoliert davon auftreten. Es ist der energetische Weg, den generell jeder einschlagen kann, doch gilt auch hier, dass es für eine Erleuchtungserfahrung keine Garantie gibt. Es gibt viele energetische Heiler und einige davon sind überraschend gut. Doch viel „Power“ heißt nicht zwangsläufig „große Erleuchtung“.
Dennoch kann ein Erleuchtungserlebnis auch über Energetik, bzw. über einen „energetischen Overload“, wie ich es bezeichne, eingeleitet werden. Das ist/war auch mein Weg zur Erleuchtung, und ich durfte hier schon „Einblicke“ erhaschen, weswegen ich möglicherweise „fragmentarisch erleuchtet“ bin, doch bin ich sicherlich nicht voll und ganz erleuchtet und möchte mich auch nicht so bezeichnen.
Allen voran ist hier natürlich das Kundalini-Erwachen gemeint. Über dieses Phänomen berichte ich hier ausführlichst, doch hier sei soviel gesagt, dass Kundalini eine Energie ist, die am Steiß fühlbar wird, die Wirbelsäule, bzw. die Nervenbahnen in der Wirbelsäule, als Aufstiegskanal nutzt. Steigt Kundalini bis zum Kronenchakra auf, findet unter Umständen ein Erleuchtungserlebnis statt. Der Weg dorthin kann allerdings schmerzhaft und aufreibend sein. Den still sitzenden Kundalini-Yogi-Meister gibt es, doch es gibt ihn in der Regel nur so, denn theoretisch könnte man auf „Kundalini“ auch während des Joggens ein Erleuchtungserlebnis haben, da diese Kraft zum Stillsitzen nicht taugt. Kundalini sorgt für hochgradige Wachheit und Nervosität. Dass Kundalini paranormale Fähigkeiten „einschleppt“, ist mittlerweile bekannt. Dr. Lee Sannella, Psychiater u. Augenarzt, hat sich hinreichend damit befasst. Die Inder nennen diese Kundalini-Fähigkeiten „Siddhis“. Hierzu gehören:

Wissen von zukünftigen Ereignissen
Übersinnliche Wahrnehmung
psychokinetische Erfahrung – Levitation
Erinnern an frühere Inkarnationen (bei sich selbst und bei anderen)
Wahrnehmen von feinstofflichen Phänomenen (Energiefelder, Aura …)
Spontane Heilkräfte
Fähigkeit, in das Bewusstsein anderer Menschen einzudringen
Verlassen des Körpers
Reisen in andere Lebensdimensionen/Welten

In Teilen habe ich das selbst so erlebt. Ja. Die Erleuchtung als solche ist eng daran gekoppelt, doch klassischerweise wird eine Kundalini-Erleuchtung noch einmal anders beschrieben, nämlich mit unfassbarer Ekstase, die mit „Amrita“ – dem flüssigen Licht/Unsterblichkeitstrank/Nektar – einhergeht. Breitet sich genügend Kundalini-Energie im Körper, vor allem im Kopf, aus, tropft dieses flüssige Licht durch das Gaumensegel in den Mund und wird tatsächlich „schmeckbar“.

6. Psychose als Weg zur Erleuchtung?

Was hat nun Psychose mit Erleuchtung zu tun?
Die Psychose ist gemeinhin als psychische Störung mit weitgehendem oder gänzlichem Realitätsverlust definiert. Ein Unterfeld der Psychose ist die psychotische Schizophrenie. Zu den Positivstörungen der Schizophrenie gehören „Ich-Störungen“, „Sinnes-Täuschungen“, „motorische Unruhe“, akustische Halluzinationen, fremde Gedanken, die von außen kommen, Gedankeneingebung und Gedankenentzug …
Je nach persönlichem Leidensdruck ist die psychotische Schizophrenie mehr oder weniger furchtbar, doch das ist ein plötzliches Kundalini-Erwachen genauso, das sind Krisen, die ein Erleuchtungserlebnis auslösen ebenso und LSD wird ohnehin als Auslöser der Psychose betrachtet, womit sich hier ein unglaublicher Abgrund offenbart, wenn man sich vor Augen hält, dass jemand, der im Osten als Erleuchteter gefeiert wird, bei uns möglicherweise Medikamente in der Psychiatrie nimmt. Ich möchte nun nicht behaupten, dass ausnahmslos jeder, dem eine Psychose diagnostiziert wird, missverstanden und fehlbehandelt ist. Doch ganz sicher gibt es Menschen, die lediglich spirituell erwachen und aus Mangel an spirituellem Wissen und etablieren Institutionen in die Diagnose- und Therapieverfahren westlicher Medizin eingegliedert werden, daher denkbar falsch behandelt werden. Ein Psychotherapeut fragte einen psychotischen Menschen, wie alt er sei, und es kam wie aus der Pistole geschossen die Antwort: „Ich bin 900 Jahre alt.“ „Oh, das ist eine lange Zeit“, antwortete der Therapeut und lachte. In einem anderen Kontext wäre diese Antwort höchst spirituell. Wann etwas Psychose ist und wann es „spirituelle Krise“ ist, kann ich nicht klären, doch wer sich informieren möchte, der kann sich hier einlesen: Spiritualität und spirituelle Krisen: Handbuch zu Theorie, Forschung und Praxis.

7. Der unspirituelle Lebensstil

Zuletzt zum nicht-spirituellen Lebensstil, dem saftigen Schweinsbraten, dem Knödel und dem Weißbier, in lustiger Runde im Biergarten. Halten wir uns das Deftige vor Augen, das Derbe und das Zünftige, so müsste sich die „Erleuchtung“ allegorisch wie eine sich fremdschämende Fee auf und davon machen. Doch das ist nicht so. Es kann jemand, der absolut nicht spirituell ist, der auch noch nie etwas von Erleuchtung gehört hat und sie mitnichten sucht oder anstrebt, ebenso eine Erleuchtungserfahrung machen, mögen seine energetischen Kanäle auch noch so verstopft, sein mitfühlendes Herz bis auf seine naheliegendsten Bedürfnisse begrenzt und sein ethisches Empfinden das eines Toastbrots sein …
Sagen wir, es handelt sich um einen Mann Mitte vierzig, dessen Frohnatur die Robustheit selbst ist. Er geht zur Arbeit, trinkt sein Bier, ist lieb zu Kindern und nimmt seine Frau gerne auf die Schippe, weil er sie so mag. Er raucht seine 15 bis 20 Zigaretten am Tag, isst die Leberkässemmel mit Genuss, mag Fußball und das einzige, was er liest, sind die Sportberichte in der Zeitung.
Selbst dieser Mann kann eines Tages aufwachen und ein anderer sein. Ihm wird der Schweinsbraten nicht mehr schmecken und seine Frau betrachtet er plötzlich mit anderen Augen. Vieles tut ihm aufrichtig leid, und den „Schmäh“ seiner Freunde, mit denen er stets gefeiert hat, verträgt er nicht mehr. Er ist vielleicht zusätzlich lärm- u. lichtempfindlich und hat ein etwas unmännliches Bedürfnis nach Zärtlichkeit, das er zunächst an an den Kindern und dem Hund auslebt, bevor auch seine Frau in den Genuss kommen wird … Möglicherweise hat sich seine ganze Persönlichkeit verändert. Fragt die Ehegattin dann, warum er plötzlich so anders ist, wird sie vermutlich nur Schweigen ernten, und er selbst wird sich daran zu erinnern versuchen, dass da in einer Nacht etwas geschehen ist, etwas sehr Wichtiges und Fundamentales, das er nur nicht beschreiben kann und an das er sich so schwer erinnert …
Auch so kann ein Erleuchtungserlebnis stattfinden, nämlich unbewusst und dunkel, doch es ist möglich. Und damit schließe ich diesen diesen Teil, und verweise nochmals auf den Beginn, in welchem ich schrieb, dass die prominenten, zeitgenössischen Erleuchteten nur halb so interessant sind, wie all jene, von denen wir gar nicht wissen, dass sie erleuchtet sind. 

3. Erleuchtung und Erwachen als Weg zur Erlösung

Die Erleuchtungserfahrung als solche wurde oben schon kurz umrissen. Wie beschrieben kam Siddharta Gautama lt. Überlieferung im 5. Jh. zur Erleuchtung und erkannte daher die Welt u. a. als Abfolge von Traumbildern, er erkannte sich in allem was existiert und existierte, sowie den Kreislauf der Wiedergeburten …
Was hier eher nüchtern dargestellt ist, lässt sich natürlich rational fassen und nachvollziehen, doch ist die Erleuchtungserfahrung nicht nur wie ein „Kopf-aus-dem-Wasser-heben-und-sich-umsehen“, sondern ebenso emotional. Sie ist prosaisch, lyrisch, ein „lyrisches Ich“ zwischen den Zeilen einer hermetischen Poesie, denn sie umfasst alles, was einen Menschen denken und fühlen lässt. So ist die Barriere von Erlebnis, Erlebtem und Erleber vollständig aufgehoben, der Geist wird als Raum-Offenheit erfahren und verstanden, und innerhalb dieser Erfahrung macht sich ein Gefühl der Geborgenheit, des Friedens, der Schönheit und der Freude breit, da die Dualität nicht mehr existiert.
Diese Erfahrung ist in der Regel stark und sehr „wahr“. Jedoch, so wundervoll sie ist, ist sie nicht dauerhaft. Sie kann Minuten oder Stunden dauern, sie kann sogar tagelang „nachrauschen“, doch sie ist trotzdem nur ein „Gipfelerlebnis“, das irgendwann wieder auf den Boden dieser Erde, dieser Realität und dieses Seins hinunter führt. Natürlich kann sie wiederholt werden, zufällig noch einmal passieren oder bewusst angestrebt werden, doch auch die nächste Erfahrung wird in der Regel nicht dauerhaft sein.

Der Zustand nach der Erleuchtung

So ist der Zustand danach oft mit Wehmut behaftet. Man hatte „es“ und „es“ hatte einen. Es war da. Es wirkte befreiend, erweiternd, wie ein Segeltörn auf den Wellen des Seins, das einen nicht mehr tangierte … Es war ein Fließen, ein Gleiten und Erkennen, es war wunderbar, und nun sitzt man im Büro und der Chef sagt „Das Angebot brauche ich noch vor Mittag“. Ja, es darf gelacht werden. Doch so ist es. Daher ist jeder kritisch zu hinterfragen, der sich in einer Weise als erleuchtet deklariert, als wäre der Zustand faktisch, dauerhaft und obendrein mit Weisheit konnotiert. Erleuchtung verschafft primär Einsicht, doch Weisheit ist eine Eigenschaft, die vorrangig durch Verstehen der Gesellschaft, der Natur, dem Leben entsteht. Natürlich darf jeder, der ein Erleuchtungserlebnis hatte, darüber schreiben, es erzählen und publik machen und dafür einen Preis festsetzen, doch falls sich jemand als 24/7-Erleuchteter darstellt, so ist dahinter eher Marketing zu vermuten. Erleuchtung ist daher tatsächlich kein Zustand, kein Status Quo, sondern ein Prozess, der in Wellenbewegungen stattfindet, daher ein Auf und Ab. Sie entführt einen nur kurz aus diesem Leben, aus diesem Alltag, ansonsten ist man immer noch dieselbe Person. Erleuchtung transformiert das Bewusstsein und führt mitunter zu einem Sinneswandel, doch sowie sich jemand nur aufgrund dieses Erlebnisses für besser oder wertvoller hält, wird sich seine Erleuchtungserfahrung zwar nicht auflösen, doch könnte der Weg zur Erlösung – und darum geht es im nächsten Absatz – nicht verbauter sein.

Erleuchtung als Bestandteil der Erlösung

Wie dargestellt braucht es für eine Erleuchtungserfahrung lt. Definition keine besondere Voraussetzung, noch einen ethischen Lebensstil, auch wenn es begünstigende Faktoren gibt. Fasst man den Begriff jedoch weiter, so ist für die „Erlösung“ durch Erleuchtung natürlich ein ethischer Lebensstil unabdingbar. Erlösung bedeutet nun nichts anderes, als aus dem Rad der Wiedergeburt auszusteigen. Wir hören/lesen das zwar sehr oft, nehmen es zur Kenntnis und vergessen es meist wieder so schnell wie das eilige „Hallo“ vom Nachbarn, der gerade in sein Auto steigt. Daher muss/möchte ich nun umso deutlicher sein: Achtung! Wir können öfter wiedergeboren werden, als der Rasen auf dem Sportplatz Halme zählt, wenn wir uns nicht um „Erlösung“ bemühen. Und das Rad, in dem das geschieht, ist nicht nur ein buntes, buddhistisches Bild, „Samsara“, das wir uns wichtigtuerisch über die Wohnzimmercouch hängen, nein, es ist ein sehr ausgeklügeltes System, dem keiner so schnell entkommt, der zu diesem Spiel einmal ja gesagt hat. Wer sich also nicht um seine Befreiung kümmert, wird unzählige Male auf dieser Erde „ausgesetzt“ werden wie ein Haustier, das sich von jetzt an alleine durchschlagen muss. Das bedeutet, tausendmal und öfter wieder geboren zu werden, tausend mal und öfter aufzuwachsen, krank zu werden und zu sterben, und zwar jedes Mal mit all dem Vergessen, der Amnesie, dem Leiden und dem Irren. Das kann je nach Karma Krankheit, Krieg, Elend, Armut oder nur Schrebergarten mit Gartenzwerg bedeuten, sowie es weiters auch einmal Glamour, Schönheit und Freude bedeuten kann. Doch wie auch immer es aussieht, ein jeder ist „inhaftiert“. Und darum geht es. Wer nicht weiß, dass er ein „Häftling“ ist, der immer wieder „einsitzt“, und zwar – je nach Karma – in Dunkelhaft, Einzelhaft, mit Fußfesseln oder unter gelockerten Haftbedingen, wird die Kraft zur Befreiung nicht aufbringen. So ist die Erleuchtungserfahrung zunächst mit „Erkennen“ und „Erwachen“ konnotiert. Wer aber „erwacht“ und etwas „erkennt“, ist noch lange nicht befreit. Was folgen muss, ist die unbedingte ethische Ausrichtung sowie ein umfängliches Verstehen der astralen und spirituellen Dimensionen … .
So gibt es mehrere Stufen zur Erlösung, in welcher die Erleuchtung zentraler, jedoch wiederum nur temporärer und singulärer Bestandteil ist. Nicht weniger wichtig ist theoretisches Wissen, das heißt Studium der spirituellen Schriften, damit sich zunächst eine Ahnung davon ausformt, was „da abgeht“, wie groß, wie überdimensional und umfänglich es wirklich ist und was es für jeden einzelnen bedeutet. Spirituelles Wissen zu studieren heißt nicht, sich auf ewig mit etwas herumzuschlagen, was im Endeffekt sowieso niemand versteht. Es wird umso sensationeller, je mehr man begreift. Woher kamst du? Wo warst du, bevor du einen Körper hattest? Was kommt danach? Warum ist es so und was bedeutet es? Im Fernsehen wird einem niemand davon erzählen und der Religionslehrer? Hier darf jeder selbst zurückdenken, ob der Religionslehrer zufriedenstellende Antworten hatte …
Zur Erlösung führt daher nicht nur ein Weg, sondern mehrere Wege, die sich bedingen und die zu beschreiben Bände füllen würden, jedoch möchte ich die vier wichtigsten Aspekte hierzu nennen: Ethischer Lebensstil, spirituelle Praxis, Aneignung von spirituellem Wissen, die Erleuchtungserfahrung als solche.

Literatur:

Ruth Huber: Rückerinnerung: Bewusstsein gewinnt, wer sich erinnert
Günther Lehmann: Die Erleuchtung: Die Unio Mystica in Philosophie und Geschichte
Jack Kornfeld: Nach der Erleuchtung Wäsche waschen und Kartoffeln schälen
David Hawkings: Erleuchtung ist möglich: Wie man die Ebenen des Bewusstseins durchschreitet

Mehr von mir? Dann adde mich bei Facebook und du kannst mich ein bisschen kennenlernen: Facebook
Oder tritt meiner Facebookgruppe bei: ASTRAL SPACE, Themen: Astral Space, Kundalini, Yoga, Meditation, Spiritualität, Astralreisen und vieles mehr …

Du möchtest mich unterstützen? Durch eine Spende schaffst du mir etwas mehr Freiraum, damit ich weiterhin hochwertige Artikel schreiben kann: Spende
Keine Lust ständig auf den Blog zu gucken? Dann kannst du dich via Mail einschreiben und wirst ab sofort über jeden neuen Artikel verständigt. Eintragungsformular in der Sidebar (rechts).

Sämtliche Artikel kannst du natürlich auch bequem in Facebook auf meiner Seite Spirituelle Seite – Neoterisches Bewusstsein nachlesen, nachdem du geliked hast.

Copyright: © Tanja Braid | www.neoterisches-bewusstsein.com

Teile den Beitrag mit deinen Freunden:
  • 43
    Shares