Bin ich im Lichtkörperprozess?

Bin ich im Lichtkörperprozess? Ist es Kundalini? Oder bin ich nur krank?

Bin ich im LichtkörperprozessAls „Lichtkörper“ wird konkret und im ureigensten Sinn der Astralkörper, der Feinstoffkörper bezeichnet. Der Mensch hat einen physischen Körper und einen Energie-, bzw. Feinstoffkörper. Dieser Feinstoffkörper wird Lichtkörper genannt, weil er in den astralen Ebenen als Lichtkörper sichtbar ist, bzw. dieser Körper subtil wahrnehmenden Menschen als hell und lichtvoll erscheint. 

Wieder andere sehen im Lichtkörper die Merkaba. Merkaba bedeutet „Thronwagen“ und ist ein Begriff aus der jüdischen Mystik, dargestellt als zwei ineinander tauchende Pyramiden, das Merkaba-Symbol.

Die begriffliche Unschärfe ist also schon evident, und auch der „Lichtkörperprozess“ ist eine esoterisch-spirituelle Diktion (Sprechhaltung), die als Fachbegriff nicht determiniert ist, daher im Grunde „jeder“ verwenden kann, wie er mag … Aus diesem Grund sind Bücher/Webseiten zum Lichtkörperprozess inhaltlich stets im Selbstverständnis des Autors/Webseitenbetreibers verfasst, was der Leser „richtig“ – im Sinne des Autors – verstehen kann oder nicht, doch auch wenn es gelingt, so entsteht lediglich eine Subjekt-zu-Subjekt-Brücke, das heißt, vereinfacht gesprochen: „Es sind sich zwei einig.“ Es entsteht jedoch kein objektiv verwertbares Wissen.

Meiner Erfahrung nach bedienen Inhalte zum Lichtkörperprozess bedauerlicheweise einmal mehr einen esoterischen Reaktionismus, wie ich diesen häufig in der Populäresoterik finde. Leider sind auch klassische Kundalini-Aufstiegssymptome u. a. dem „Lichtkörper-Prozess“ hinzuzurechnen. Auch gibt es physische und psychische Krankheiten, die Unwohlsein erzeugen, jedoch weder Kundalini-Aufstiegssymptomen noch dem Lichtkörperprozess zuzuordnen sind. Bsp: das Klimakterium der Frau, Psychosen, Lyme-Borreliose oder einfach nur gewöhnlicher „Kopfschmerz“, wie ihn viele kennen … Daher: Ich halte Bücher/Webseiten zum Lichtkörperprozess für keine seriöse Informationsquelle. Entstanden ist die „Populäresoterik“ um den Lichtkörper 1987. Ich habe drei verschiedene Bücher zur Thematik gelesen und da alle auf verschiedenen Channelings beruhen, die ich generell kritisch sehe, siehe meine Rezension zu Tatort Jesus, mein neues Testament, steht die ganze Thematik nicht nur auf tönernen Füßen, sondern bedient mehr oder minder den Markt und darüber hinaus so manches Ego: Es mag vielen Menschen besser gefallen, Kopfweh zu haben, weil z. B. Portaltag ist, als Kopfweh zu haben, weil der Kopf einfach mal weh tut. Und der Schnupfen ist dann „Transformationsschnupfen“ und der Schwindel hat mit dem Aufstieg zu tun etc. …

Wer dennoch auf diese Thematik hält, sollte meiner Meinung nach Wert darauf legen, dass innerhalb der Beschreibung der Lichtkörperthematik auch andere Seins- und Denkmodelle „faktisch“ nicht ausgeschlossen, sondern mindestens verglichen werden. Das heißt, der Kundalini-Prozess sollte entweder fein säuberlich vom Lichtkörperprozess unterschieden oder inkludiert werden, sowie auf alle körperlichen Krankheiten, die einen Lichtkörperprozess simulieren können, hingewiesen werden sollte. Ist das nicht der Fall und präsentiert der Autor am Ende ein Produkt, mit dem entweder der Lichtkörperprozess beschleunigt, initiiert oder die Symptome „garantiert“ zum Erliegen kommen, dann ist meiner Meinung nach Vorsicht geboten. Auch müssen alle seine Schriftwerke als Behauptung betrachtet, bzw. kritisch geprüft werden, wenn bis auf des Autors eigene Erfahrung keine Verweise gegeben sind, denn der Verfasser könnte seine eigenen Symptome nicht „unterschieden“ haben, nicht abgeklärt und generell und pauschal mit dem Lichtkörperprozess oder mit einem Kundalini-Erwachen verwechselt haben.

Es herrscht hier leider – eben mangels Differenzierung – viel Halb- und Unwissen.

Der Lichtkörperprozess kommt thematisch meiner Überzeugung nach nicht über sich selbst hinaus, wenn er die anderen Seins- und Denkmodelle nicht kennt oder sich davon nicht zu inkludieren oder abzugrenzen weiß, daher stiften diese Inhalte meiner Meinung nach mehr Verwirrung als Klarheit, und eben deswegen erreichen mich Fragen wie eingangs genannt.

Ich selbst ziehe ein Kundalini-Erwachen innerhalb Beratungen generell erst in letzter Konsequenz in Betracht, erst, wenn schulmedizinisch alles abgeklärt ist. Und ich habe eine Palette von „Fragen“, Kundalini-Anamnese sozusagen, mit denen ich mich behelfe und darüberhinaus gibt es ein paar dezidierte Anhaltspunkte … Doch: Nur, weil jemand innerhalb der Meditation für ca. eine Minute Rückenschmerzen hatte, muss es noch kein Kundalini-Erwachen sein. Vielleicht ist die betreffende Person nur unglücklich gesessen.

Die Frage, ob sich jemand im Lichtkörperprozess, im Kundalini-Aufstiegsprozess oder in einer Krankheit befindet, lässt sich somit nicht abschließend beantworten, jedoch sollte die Papier- und Webliteratur dazu kritisch und nicht schwärmerisch gelesen werden. Schlimmstenfalls detektiert sich jemand im Lichtkörper- oder Kundalini-Aufstiegsprozess und hat tatsächlich eine schwere Krankheit, wie z. B. Lyme Borreliose. Umgekehrt kann es natürlich passieren, dass sich jemand im spirituellen Erwachen – ich möchte das Wort Lichtkörperprozess nicht verwenden – befindet und von der Schulmedizin falsch diagnostiziert und falsch behandelt wird, da diese zwar u. U. die Spirituelle Krise und marginal – in sehr wenigen psychotherapeutischen Praxen – den Kundalini-Aufstiegsprozess kennt, jedoch kaum bis gar nicht den sog. Lichtkörperprozess. Auch Menschen, die nicht krank sind aufgrund eines bakteriellen/viralen Infektes, aufgrund eines Gendefektes oder einer Autoimmunkrankheit usw. …, Menschen, die sich dezidiert im Kundalini-Aufstiegsprozess befinden, werden von der Schulmedizin in der Regel falsch diagnostiziert und falsch behandelt. Doch der Ausschlussweg zur Bestimmung des subjektiv-spirituellen, des persönlichen Emanationsweges beginnt im Physischen, daher bei der Symptomabklärung. Viele körperlichen Beschwerden lassen sich hervorragend schuldmedizinisch feststellen und sind, insofern richtig diagnostiziert, in der Schulmedizin „gut aufgehoben“, wiewohl jeder natürlich Naturheilkunde hinzunehmen kann … So sind z. B. Rückenschmerzen u. U. eben wirklich „nur das“, und deuten nicht per se auf ein Kundalini-Erwachen hin.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es natürlich auch vorkommen kann, dass eine körperliche Erkrankung und ein spirituelles Erwachen, z. B. Kundalini-Aufstieg, gleichzeitig vorliegen. So der Betreffende nicht schon eine Odyssee an Arztkonsultationen hinter sich hat, ist eine eindeutige Zuweisung, im Sinne eines punktuellen Dingfestmachens innerhalb der Symptomatik, kaum sinnvoll. Das Drama für den Betroffenen liegt häufiger darin, die „richtige“ Diagnose als die „richtige“ Behandlung zu finden. Es liegt an den Ärzten, den spirituellen Lehrern und Therapeuten, in diesen Fällen höchste Umsicht, Sorgfalt und Selbstkritik gegenüber dem eigenen Wissen walten zu lassen, so wie es auch an der betroffenen Person liegt, den eigenen Symptomen kritisch und selbstverantwortlich gegenüber zu sein und immer wieder offen für „neue Wege“ oder „Erkenntnisse“ zu sein. Meiner Erfahrung nach gelingt dies – beiderseits! – jedoch kaum bis gar nicht. 

Ein Gesamtinhaltsverzeichnis aller Artikel, Erfahrungsberichte, Interviews, Wissenswertes, Aktuelles sowie Literaturempfehlungen zum Thema Kundalini findest du hier.

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Geboren 1978 – Bloggerin | Beraterin zu spirituellen Themen | Kundalini | Herausgeberin von Neoterisches Bewusstsein – Moderne Spiritualität | Mehr zu mir | Kontakt | FB-Profil Tanja Braid | FB-Seite Neoterisches Bewusstsein | Gruppe Astral SpaceSpenden |

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