Kundalini und Kundalini-Yoga – Erfahrungsbericht

Kundalini-YogaSeit Kundalini bei mir im Jahr 2012 erwachte, habe ich mich vor den diversen energetischen Praktiken wie z. B. Tai Chi, Qi Gong, Tetada usw. und vor allem vor Kundalini-Yoga stets gehütet, sowie ich auch sehr vorsichtig mit Meditation war. Es gibt vermutlich kaum jemanden, der sagen würde: „Ich habe Angst vor Meditation.“ Ironischerweise ist das für mich absolut zutreffend, da ich sehr genau weiß, wie und wodurch Kundalini angeregt wird, bzw. ich es am eigenen Leib erfahren habe, wie belastend eine zu stark fließende Kundalini ist.
Aus diesem Grund war ich, was meine Person betraf, keine Befürworterin oben genannter Praktiken.
Doch nach sechs Jahren mit der Schlangenkraft dachte ich, dass es jetzt mal Zeit wurde, eben jenes System auszuprobieren, in dessen Tradition ich ohnehin stehe. Ich wollte herausfinden, wie Kundalini-Yoga auf mich, die ich schon eine aktive Kundalini habe, wirkt.
So las ich mich vor etwa zwei Monaten in folgende Kundalini-Yoga-Literatur ein:

Sukadev V. Bretz „Die Kundalini-Energie erwecken“ – Buchlink
Reinhard Gammenthaler „Kundalini-Yoga Parampara“ – Buchlink
Yogi Bhajan: Kundalini Yoga, Band 1, Band 2, Band 4

Nachdem ich genügend Wissen angesammelt hatte, startete ich mit den Übungen – noch eher vorsichtig, da ich mich an die „Energie-Dosis“ langsam herantasten wollte. Bis zu diesem Zeitpunkt war meine körperliche Konstitution mediokre. Ich war Typ Bauch-Beine-Po und joggte etwa ein- oder zweimal die Woche mit dem Hund. Wie viele andere Frauen auch machte ich Sport nicht um des Sports willen, sondern um die Figur zu halten.
Doch kaum, dass ich mit den allerersten Kriyas und Atemtechniken startete, fühlte ich sofort: „That’s it.“ Es war tatsächlich – auch wenn es jetzt theatralisch klingt – ein sofortiges Aufblühen. Ich spürte sofort, schon bei der allerersten Übung, wie sehr sich Kundalini in diese Bewegung hinein entfaltete, sich danach gesehnt hatte, wie es ihr gefiel – insofern man sie als Wesen betrachten mag. Und war es ein Wunder? Eben diese Übungen waren ja auf die Energie hin quasi „konfektioniert“. So war ich doch sehr, sehr positiv überrascht und fand es schade, dass ich nicht schon früher damit begonnen habe.
Meine ersten Kriyas waren holprig und beim Chanten diverser Mantras kam ich mir lächerlich vor. Da, wo ich herkomme, sagt man mehr oder minder phlegmatisch das Vater-Unser und den Rosenkranz auf. Damit habe ich worttechnisch kein Problem. Aber Chanten? In fremder Sprache? Gut. Ich hoffe sogar heute noch, dass mich der Nachbar nicht hört.
Bei den ersten Atemübungen wurde mir schwindlig. Sieben Minuten Feueratem war heftig, doch trotz diverser Schwierigkeiten spürte ich stets, dass Kundalini auf das alles, auf Kriyas, Mudras, Chanten ect., „richtig abfuhr“. Es war beinahe magisch.
Stolz war ich, als ich eine Pranayama-Übung erstmals schaffte. „Sitze in einfacher Haltung, strecke die Arme zur Seite parallel zum Boden aus, die Handflächen zeigen nach oben. Halte diese Position für drei Minuten. Zusätzlich Feueratem für die Dauer von drei Minuten.“
Nach drei Minuten zitterten meine konstant ausgestreckten Arme wie verrückt, doch ich hielt die Arme tapfer drei Minuten lang ausgestreckt. Dann, endlich, geschafft. Yes! Freudig blätterte ich weiter und da hieß es: „Und jetzt wiederhole die Übung.“
Doch. Es war wahr. 😉

Ja, nicht nur diese Übung war anstrengend, es gibt im Kundalini-Yoga noch ganz andere. Und artistisch bin ich noch lange nicht.
Mit der Zeit gewöhnte ich mich aber daran und die positiven Effekte nach ca. eineinhalb Monaten täglich eine Stunde Üben sind enorm. Bauch-Beine-Po und Joggen mag den Körper berühren, aber Kundalini-Yoga berührt das ganze energetische System und den Geist. Und die Seele. Das ist natürlich in der einen oder anderen Form auch so beschrieben, doch ich kann es jetzt durch eigene Erfahrung bestätigen. Es ist wahr.
Als ich das erste Mal die Übung Mulbhand machte, also Anus, Geschlecht und untere Bauchmuskeln anspannte, war ich beinahe peinlich berührt. Schräge Übung. Doch ich versuchte es, und die zuvor aufgebaute Energie stieg in einem „Flush“ (schwallartig) von unten nach oben, sofort, einzig und alleine durch diese kleine Übung, und es war phänomenal …

Kundalini-Yoga 2Tatsächlich, wenn man die Energie am Körper spürt, so ist es sehr angenehm, mitunter muss man auch mal seufzen … Dass die Augäpfel über den beständigen Energiefluss sich nach innen und oben drehen, was wie ekstatische Verklärung aussieht, ist bei mir obligat. Insbesondere Sitzen im halben Lotussitz und Atemübungen befördern dieses Phänomen. Durch die Übungen wird die Energie bewegt und erneuert, von einer Ecke des Körpers in die andere gedrückt, bis in die letzten Winkel, und es fühlt sich wirklich gut an … Es ist Reinigung und Erneuerung zugleich.
Und ich kann jetzt sagen, dass es im Kundalini-Yoga absolut nichts gibt, was nicht gerechtfertigt oder überflüssig wäre, völlig egal, wie man gedanklich etwas findet oder meint, etwas finden zu müssen … Jedes Mudra, jeder Atemzug, jede Haltung, jede Kombination ist sinnvoll. Alles. Jede noch so kleine Handhaltung, jeder noch so kleine Griff. Und alles zählt.

Meine ursprüngliche Angst, Kundalini über die Praktik zu stark anzuregen, war unbegründet. Natürlich wird sie angeregt, doch auf eine sehr tiefe und angenehme Weise. Ich würde zwar bei starken Symptomen mit Kundalini-Yoga nach wie vor vorsichtig sein, vor allem beim Erwachen, aber ich denke, dass eben dieser Yoga für jeden Kundalini-Erweckten langfristig Sinn macht. Natürlich muss sich jeder selber damit befassen und reinfinden, weswegen ich meine hier geschilderten Erlebnisse nicht pauschal setzen möchte. Doch ich persönlich habe – bis auf den einen oder anderen Muskelkater – nur Positives erfahren. Mein gesamter Körper wurde beweglicher, meine Haltung besser, der Schlaf besser und noch kürzer, mein energetisches Niveau ist konstant, was sich auch positiv auf die Stimmung auswirkt … Tatsächlich freue ich mich jeden Abend aufs Neue auf diese Übungen, denn es ist energetische Nahrung und Kommunikation mit meiner eigenen Energie, mit Kundalini, die diese Übungen einfach mag – und somit mag ich sie auch.

Kundalini-Yoga Fazit

Ich kann daher jedem, der Kundalini hat, nur raten, diesen Yoga auszuprobieren. Letztendlich steht jeder Erwachte ohnehin in dieser Tradition, und wer sich in dieser erfährt, erfährt möglicherweise jene Win-win-Situation, die auch ich erfahren habe: den Zusammenschluss zweier Komponenten: Da, die Form (Yoga) und da, die ausfüllende Energie (Kundalini). 

Wer selber tätig werden möchte, hier die Literatur:

Sukadev V. Bretz wirft eher einen theoretisch-philosophischen Blick auf die Kundalini-Energie. Übungsreihen sind in diesem Buch nicht vorhanden, weswegen es vor allem ergänzend verwendet werden kann. Das Buch kann mit Klick auf das Cover bestellt werden:

Sehr anspruchsvoll, profund und präzise ist Reinhard Gammenthalers Buch „Kundalini-Yoga-Parampara“. Es lässt keine Wünsche offen, weder was Praxis oder Theorie betrifft. Das Buch kann mit Klick auf das Cover bestellt werden:

Für Einsteiger – so wie ich es war – sind aber sicherlich die Bände von Yogi Bhajan am geeignetsten. Die Übungsreihen sind nachvollziehbar dargestellt, samt Uhrzeit und Gesamtdauer. Zwischendurch gibt es sehr sympathisch gehaltene Texteinschübe, in welchen Yogi Bhajan höchstselbst über den tieferen Sinn und Nutzen der diversen Übungen spricht, was nicht nur informierend sondern vor allem motivierend wirkt. Die Bücher können mit Klick auf das Cover bestellt werden.

  

Ein Gesamtinhaltsverzeichnis aller Artikel, Erfahrungsberichte, Interviews, Wissenswertes, Aktuelles sowie Literaturempfehlungen findest du hier.

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Geboren 1978 – Bloggerin | Beraterin zu spirituellen Themen | Kundalini | Herausgeberin von Neoterisches Bewusstsein – Moderne Spiritualität | Mehr zu mir | Kontakt | FB-Profil Tanja Braid | FB-Seite Neoterisches Bewusstsein | Gruppe Astral SpaceSpenden |

4 thoughts on “Kundalini und Kundalini-Yoga – Erfahrungsbericht”

  1. Hallo Tanja
    Ich kann dich da nur bestätigen. Seit dreißig Jahren mache ich Yoga und habe viel Verwandtes aus dem Blumenstrauß der Körper-Seelearbeit ausprobiert. Meine kritische Kundalinierfahrung machte ich in Zusammenhang mit Liebesaffären. Da gab es Siddhis und intensivste Gefühle. Diese waren nicht nur positiv. Einmal, nach einer Trennung, brannte mein Herzchakra einen halben Tag. Ein anderes mal, ebenfalls nach einer Trennung, setzte eine Depression ein. Doch ich habe die Energiearbeit nicht vermieden und mich nach den schlechten Erfahrungen zurückgezogen.
    Das Mahabandha (der dreifache Verschluß) ist ein Yogaklassiker und die mir einzige bekannte Methode der eigenen inneren Massage.
    Die vielen kleinen dynamischen Übungen des Kundalini-Yoga lassen sich auch gut kombinieren. Der Feueratem kann ein Begleiter beim Spaziergang sein. Selbst das Saunaerleben lässt sich vertiefen. Bevor ich früher in Gruppen ging habe ich Übungen zum Herzchakra gemacht. Die Arme seitlich vom Körper gestreckt und die Hände mit dem Ein- und Ausatmen wechselweise nach oben und unten. Dadurch werde ich als introvertierter Beobachter den Menschen gegenüber offener …
    Kundalini-Yoga erlebe ich immer noch als reinigend und belebend.
    Arnim

    1. Liebe Arnim,

      danke für deinen Kommentar. 🙂 Ich bin nach wie vor ein Newbie im Kundalini-Yoga, aber erst gestern, als ich eine Herzstärkungs-Kriya machte, musste ich plötzlich weinen und mein Herz brannte, es war sehr verhärtet, irgendwie …

      Auch das kommt vor. Und vieles mehr.

      Vielen Dank.

      Tanja

  2. Hallo Tanja, du bist ja mutig. Nun im 9.kundaliniahr wird es endlich ein bisschen freudvoller mit dem Prozess. Ich hoffe, das setzt sich jetzt so fort. Bin gerade wieder einmal im Jahr für längere Zeit in Abadiania bei joao de Deus. Die Entities of light haben mir am Beginn des Erwachens, als ich voll explodierte, über Fern Ops das Leben gerettet . Mittlerweile kann ich diese enorme Energie, die in mir wohnt, besser annehmen. Diese drei Bücher werde ich mir kaufen. Hab mich bisher nicht ran getraut, weil ich nicht s tun wollte, was die Energie noch mehr intensiviert. LG Sandra

    1. Hi Sandra,

      schön, dass du wieder mal die Runde bei mir machst. 😉

      Interessant – du besuchst Joao de Deus. Er war in letzter Zeit ja schlimmen Gerüchten ausgesetzt.

      Wünsch dir alles Liebe,

      Tanja

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