Darum ist die Gesellschaft, wie sie ist

Darum ist die Gesellschaft wie sie istWerte Freunde der Meinungsfreiheit, darum ist die Gesellschaft, wie sie ist: Weil alle in ihren Glaubenssätzen gefangen sind und stets einen anderen finden, den man belehren kann, statt die gefühlte Schrägheit der anderen stehen zu lassen.

Da hätte man ja viel zu tun, jeden Katholiken, Muslimen, Scientologen und System-Claqueur davon zu überzeugen, dass seine Ansichten widerlegbar sind.

Den interessiert die Widerlegung aber nicht, da er in seinem eigenen Gedankenkonstrukt ist, und in diesem gibt es die eigene Wahrheit: Sein Universum, seine Regeln, seine Glaubenssätze.

Das ist eine psychologische Eigenart der Spezies Mensch.

Das komplexe sich gegenseitig beeinflussende Wechselspiel aus Fakten, Pseudo-Fakten und fehlenden Fakten, aus der Fähigkeit zur Abstraktion oder Mangel an Abstraktionsfähigkeiten, die daraus resultierenden Glaubenssätze und Annahmen, die man mit der Wirklichkeit verwechselt und für die man je nach gelenkter Aufmerksamkeit stets Belege zu finden scheint.

Und im unbewussten Hintergrund ist immer das eigene Ego, das andere überzeugen will, recht haben will, beleidigend wird und schmollt, wenn es sein Ziel nicht erreicht, schnell Stresshormone frei setzt damit es polemisch und unsachlich wird.

Jeder findet, was er sucht, und erkennt nicht, was dem nicht entspricht: Jeder ist Meister der vollautomatischen und begrenzten Hirn-Ressourcen und nutzt im Prinzip die selektive Muster-Erkennung.

Da erkennt man mit etwas gutem Willen bzw. Glauben Muster wo keine sind.

Oder wo Muster sind – aber aus anderen Gründen, als man glauben möchte.

Das Gehirn geht im unbewussten Auto-Mode immer den Weg des geringsten Widerstandes, da das am wenigsten Kalorien verbraucht, statt zu verstehen, dass eben der andere ebenso ein eigenes, individuelles Universum im Kopf hat.

Da ist dann sofort etwas rechts und aus irgend welchen Menschen werden „Rassisten“ oder „Steigbügelhalter rechter Fixierungen“.

Die Manipulation ist überall: Das meiste, das durch den Kopf flattert, ist Manipulation. Irgendwer wer versucht aus irgend einem Interesse heraus, irgendwen für irgendwas zu gewinnen.

Da ist die „rassistisch angehauchte Manipulation“ nun nicht schlimmer oder weniger schlimm als die „un-rassistische Feindbild-Generierungs-Manipulation“ in den Medien, gesteuert von Think-Tanks, die es mit Rassismus nur insoweit haben, insofern es dient: Rassismus, Patriotismus, Nationalstolz und Angstmacherei werden gewinnbringend da eingesetzt, wo es politischen Interessen dienlich ist. – Zum Beispiel um die Gesellschaft zu teilen und zu beschäftigen.

Ist der Kopf stets in Links-Rechts-Diskussionen verstrickt, verstummt schon die Oben-Unten- bzw. Reich-Arm-Diskussion. Und das ist doch schön. Für das Kapital.

Text: Evan Dennings

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Ein Gedanke zu „Darum ist die Gesellschaft, wie sie ist“

  1. „… psychologische Eigenart der Spezies Mensch“:

    Viele glauben das wahrscheinlich – weil es auch durch die falsche Darstellung in der Bibel bei Adam und Eva gestützt wird – aber es ist nach Erlenntnis vieler anderer nicht so.
    Wahr ist vielmehr, daß es sich bei dem typischen Denken und Verhalten der „normalen“ Menschen der „Zivilisation“ / „zivilisierten Gesellschaft“ um eine „erworbene“ Krankheit handelt, die deswegen auch wieder losgelassen werden kann.
    Es ist „Der Wahnsinn der Normalität“ lt. Arno Gruen bzw. „Die Pathologie der Normalität“ aus dem Nachlaß von Erich Fromm oder auch „Die Schizophrenie des Einzelnen und der Allgemeinheit“ lt. Martti Siirala.

    Diverse Autoren nannten das Phänomen einfach „Die Krankheit der Gesellschaft“ wie u.a. W. Kütemeyer.
    Es ist eine „kollektive Neurose“, wie der (Gattungs-)Begriff in der Soziologie geläufig ist. Allerdings können die meisten derer, die davon wissen, das wahre Ausmaß des Problems aus Gründen eigener Befallenheit nicht wahrnehmen / erkennen.

    So rast die moderne Gesellschaft mit exponentiell wachsendem Tempo auf die nächste „kollektive Psychose“ und den Untergang zu. Weil es an wahrheitsgemäßer Aufklärung mangelt. Um Heilung kann sich nur bemühen, wer von seinem Kranksein weiß. Wer sich aber als Kranker für gesund hält – weil seine Symptome als „normal“ gelten – sitzt in der Falle. Eine „pelzgefütterte Mausefalle“ wie das ein weltbekannter Autor genannt hat.

    Grundlegende, natürliche, Heilung ist prinzipiell in jedem Einzelfall möglich.

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