Narzissmus aus spiritueller Sicht – Teil 2

Narzissmus Narzisst aus spiritueller Sicht Teil 2Die Lehre der hinduistischen Veden, sanskrit für „heilige Lehren“, geht davon aus, dass die Erde von Licht- und Dunkelkräften gleichermaßen beherrscht wird. Die Erde steht, vereinfacht ausgedrückt, im Zentrum von sieben höheren und sieben niederen Dimensionen. Es handelt sich um 14 belebte, astrale Sphären, von wo aus sich auch Devas (Lichtwesen) und Asuras (Dunkelwesen) auf die Erde inkarnieren (können).
Aus diesem Grund gibt es gemäß vedischer Anschauung auf der Erde jene herzensguten Menschen, die sprichwörtlich keiner Fliege etwas zuleide tun können, sowie es im Gegensatz dazu auch kaltherzige, gewaltbereite, machthungrige Menschen gibt. Das Verhältnis von z. B. Moral und Integrität zu Amoral und Korrumpierbarkeit steht in der irdischen Inkarnation u. a. in direktem Zusammenhang damit, von welcher Sphäre aus eine Entität – Seele, Deva, Asura – inkarniert ist.
Da die Erde in der Mitte dieser 14 Ebenen steht, daher direkt in der Mitte des Spannungsfeldes der guten und bösen Mächte ist, gibt es den freien Willen im Menschen, wonach grundsätzlich jeder Mensch sein Bewusstsein auf Positives oder Negatives richten kann – demnach die freie Wahl hat.

Im Nachfolgenden beleuchte ich die Hypothese, dass im pathologischen und/oder malignen Narzissten Asuras (Dunkelwesen) gemäß vedischer Anschauung inkarniert sein können, und erläutere Narzissmus/Soziopathie/Psychopathie aus spiritueller Sicht. Die NPS – narzisstische Persönlichkeitsstörung – aus psychologischer Sicht  ist in Teil 1 der Artikelserie nachlesbar.

1. Der Grandiositäts-Komplex des Narzissten

Im Grandiositäts-Komplex des Narzissten kann sich eine sich selbst verherrlichende Gottgleichheit wiederspiegeln. Der Narzisst glaubt z. B. sein Umfeld schulde ihm Anerkennung/Bewunderung nicht oder nicht nur aufgrund von tatsächlich erbrachten Leistungen oder tatsächlich existierender Talente, sondern schlicht und ergreifend deshalb, weil er ist. Weil er existiert.
Bezeichnenderweise erkennt man einen Narzissten daran, dass selbst übertriebene Schmeicheleien nicht zurückgewiesen werden. Sagte man einem Narzissten: „Ich bin der Meinung, dass du der nächste Bundespräsident werden solltest“ so wird er mit „Ja, endlich erkennt es einmal jemand!“ antworten. Ein bescheidenes Abwinken käme ihm eher nicht in den Sinn.
U. a. pflegt er Fantasien, dass er der Welt etwas hinterlassen möchte, sei es ein Denkmal, eine Galerie mit seinen Bildern, eine Buch- oder Filmbiographie, einen Nachlass – Werke, die seinen Namen tragen, auf dass er noch zu Lebzeiten oder posthum bewundert werden kann, und dies schlicht und ergreifend dafür, weil er ist. Sein Name, direkt verschweißt mit seinem Ego, beinhaltet sozusagen Qualität, Talent und Leistung per se, auch wenn real davon nichts existiert.
Ironischerweise wähnt sich der Narzisst jedoch häufig als Wohltäter für die Welt und die Menschheit.

2. Fehlendes Selbst: Wie Narzissmus entsteht

Wie genau die Narzisstische Persönlichkeitsstörung entsteht, darüber herrscht noch Uneinigkeit. Sprechen Forscher einerseits davon, dass eine bestimmte, genetische Disposition vorliegt, heißt es andererseits, dass zusätzlich zur genetischen Veranlagung Umweltfaktoren maßgeblich seien, insbesondere die elterliche Erziehung, die das Kind entweder zu sehr beachtet und unverhältnismäßig lobt oder, im Gegenteil, es zu wenig beachtet, sieht und wahrnimmt. (Linkverweis untenstehend)
Dessen ungeachtet fehlt dem Narzissten das eigentliche Selbst und wird von einem falschen Selbst, nämlich dem grandiosen Selbst, ersetzt. Ob das eigentliche Selbst schon von Geburt an fehlt oder im Laufe der sozialen Entwicklung degeneriert (wird), ist wiederum ungeklärt. Da das falsche, ideale Selbst jedoch auf „Nahrung“ von außen angewiesen ist, ist der Narzisst zeit seines Lebens an Macht, Kontrolle und Bestätigung interessiert.

Energetische Beobachtung

Im energetischen Sinn durfte ich beobachten, dass dem malignen Narzissten – Soziopathen, Psychopathen – für gewöhnlich der Emotionalkörper fehlt. Der narzisstische Mensch/Soziopath/Psychopath ist überwiegend im Wurzel- und Solarplexuschakra präsent, wodurch eine emotionale Invalidität, bzw. ein emotionales Vakuum entsteht. So erklärt sich m. E. aus energetischer Sicht das Fehlen der Empathie.

Narzissmus und die vedische Sicht: Inkarnierte Asuras

Aus obigen Punkten, dem Grandiositätskomplex und dem fehlenden Selbst, wird ersichtlich, dass insbesondere im Narzissten das Ego anstelle Gottes/des Absoluten gesetzt ist. (Anm.: Es darf jeder „Gott“ gemäß des eigenen Verständnisses nach lesen.)
Nicht der andere, nicht die Sorge um den anderen, nicht Hinwendung auf etwas Höheres/Größeres ist wichtig, sondern es gibt nichts Größeres und Bedeutsameres als das eigene Ich. Eben dies ist, nach indischem Verständnis, paradigmatisch für den asurisch-materialistisch geprägten Menschen im gegenwärtigen Kali-Yuga.

Kali Yuga – Zeitalter des Kali

Das Kali-Yuga bezeichnet das letzte von vier Zeitaltern in der hinduistischen Kosmologie. Es wird auch das „Eiserne Zeitalter“ genannt. Diesem Zeitalter gehen drei weitere Yugas voraus, nämlich das bronzene, silberne und das goldene, wobei das goldene Zeitalter als paradiesisch, ideal, harmonisch, als reiner Urzustand betrachtet werden kann. Der Abstieg der Menschen vom goldenen ins eiserne Zeitalter erstreckt sich über mehrere hunderttausend Jahre.

Kali ist der Geistdämon, der über das gegenwärtige Zeitalter, das Kali-Yuga herrscht. Kali ist hier männlich und nicht zu verwechseln mit der indischen Göttin Kali. Der Kali kann gleichgesetzt werden mit Beliel, Ahriman, Baphomet, Satan/Luzifer oder Sorat, einem Sonnendämon, der bei Rudolf Steiner erwähnt ist.
Die Geschichte um Kali und wie er zum Herrscher über das gegenwärtige Zeitalter (Yuga) wurde, sowie sein Eingehen in das Gold (Geld) ist spannend und in der Tat bezeichnend für die jetzige Zeit, für die Plutokratie, für den Wirtschaftskannibalismus, die Spaltung in reich und arm usw. … So heißt es, dass, als Kali der Eintritt in das Königreich von König Parikshit verwehrt wurde, er sich einen Lebensraum erbat, an dem u. a. Alkoholgenuss, ausschweifende Sexualität, sowie das Schlachten und Essen von Tieren erlaubt sei. Außerdem wollte er „im Gold wohnen“, da Goldbesitz (Geldbesitz) mit unmoralischem Verhalten konnotiert ist. Kali ist daher weniger ein fratzenhafter Diabolos, sondern per se im Geld, welches an Gold gebunden ist/war – siehe Goldstandard. Daher ist Kali der eigentliche (Be-)Herrscher der Welt, wie sie sich momentan zeigt, einer Welt, in welcher „das Geld regiert“ und ausschweifende Sexualität, Fleischverzehr u. a. als „normal“ gilt …

Das Ego-Surrogat anstelle Gottes/des Absoluten im pathologischen Narzissten spiegelt sich jedoch auch, nach christlich-religiöser Auffassung, im Fall Luzifers. Luzifer selbst setzte sich Gott gleich und verursachte damit seinen Fall.

Da es im pathologischen Narzissten nichts Größeres/Wichtigeres als das eigene Ich gibt, ist er somit limitiert. Er kann die wahrhaftige und empathische Beziehung zum Du, zur Umwelt, zu den Mitmenschen, weder fühlen noch leben und erkennt nichts außer ihm selbst als bedeutend an. Auch wird er die feinstofflichen Welten, an deren Ende das Absolute (Gott) steht, nur dahingehend bewerten, wie sie ihm nutzen können. Etwaige Gebete an Gott oder an Jesus drehen sich demnach nicht darum, was z. B. zum Wohle aller geschehen soll, sondern darum, dass Gott/Jesus ihm doch schon lange den Ferrari, beruflichen Erfolg etc. schulde … So richtet der Narzisst, ob er nun betet oder nicht, den „limitierten“ Fokus auf limitierte und asurische (dunkle) Ziele wie Sinnesbefriedigung, Materielles, Geld, Macht etc. …

Asuras – vedische Dämonen

Asuras sind, gemäß Sanskritschriften, die Gegengötter der in den höheren Licht-Dimensionen weilenden Devas. Sie sind Dämonen, welche jedoch nicht notwendigerweise hässlich aussehen müssen. Auch sie haben eine gewisse Kultur und Ästhetik, auch sie können „strahlen“. Dennoch sind sie negativ und besitzen große, destruktive Kraft. Auch rivalisieren und konkurrieren sie, anders als die Lichtwesen, untereinander.
Lt. den vedischen Schriften stammen die mächtigsten negativen Entitäten aus den Ebenen der „Sonne“ und des „Mars“.

(Anm.: Sowie die Aura jedes Menschen aus verschiedenen Energiekörpern besteht, ist auch jeder Planet/Stern – auch die Erde – mit verschiedenen, feinstofflichen, von Wesenheiten belebten Auraschichten umhüllt. Es sind Asuras daher auch „Astralfürsten“, erkaltete Lichtwesen oder emotionslose, reptiloide Lebensformen. Die Reptiloiden – nach David Icke – haben in der vedischen Literarur z. B. als Nagas ihre Entsprechung.)

Sonne und Mars stehen in der Astrologie für das männliche Prinzip. Astrologie als zuverlässige Wissensdisziplin mag ungenügend sein, dennoch fällt auf, dass es unter den als pathologisch klassifizierten Narzissten mehr Männer als Frauen gibt. Lt. Sam Vaknin sind 75 Prozent der von einer NPS, narzisstischen Persönlichkeitsstörung, betroffenen Menschen männlich, 25 Prozent weiblich. Auch unterlegen Studien/Statistiken zur Kriminalität, dass Gewalt ein Geschlecht hat, denn 95 Prozent aller Gefängnisinsassen sind männlich. Messeinheit hierzu ist die sog. Inhaftierungsrate aus der statistischen Soziologie.
Es mögen hier die Veden, die die mächtigsten Asuras um Sonne und Mars verorten, durch die auf der Erde inkarnierten Asuras – maligne Narzissten, Soziopathen, Psychopathen – bestätigt sein, sowie die Chakrenlehre/Energetik bestätigt sein mag, da die Sonne dem Solarplexus- und der Mars dem Wurzelchakra zugeordnet ist, was wiederum meine persönliche Beobachtung, die Chakrendominanz von Solarplexus- und Wurzelchakra sowie das Fehlen des energetischen Emotionalkörpers, bei benannten Persönlichkeitstypen stützt.

Asurisch-irdische Merkmale

Inkarnierte Asuras dienen nicht Gott noch anderen, sondern sich selbst. Sie wissen, was sie nicht sind, und sie bleiben in der Welt in Ablehnung zu allem, was außer ihnen eine soziale, dem Allgemeinwohl dienende Gültigkeit hat: Bedeutende Menschen, kulturelle Errungenschaften usw., aber auch Gott/das Absolute. Geistig-spirituell erzielen sie keinen ganzheitlichen Fortschritt, steigen nicht/nie in die Lichtwelten auf, sondern manipulieren die Welt zu ihren Gunsten. Das Ego steht an erster Stelle und das Göttliche ist vergessen, gleichsam nicht existent. Freiheit wird als Unabhängigkeit von Gott/dem Absoluten gedeutet. Irdisch-asurische Kräfte trüben das Wissen um die geistigen Welten nicht nur bewusst, sondern sie sind sich dessen häufig selber nicht mehr bewusst. Das Ich wird bis zu jenem Grad hin verabsolutiert, an welchem jene Selbst-Herrlichkeit erreicht ist, in welcher die Person meint, dass Gott/das Absolute als Instanz weder notwendig noch zuständig, gleichsam ersetzbar ist.

Inkarnierte Asuras sind also nicht nur kleinkriminelle Akteure, sondern hochrangig stehende, ev. charismatische Personen mit Einfluss in die Finanzwelt und/oder der Regierung.

Da das Bewusstsein auf die Materie/Irdisches gerichtet ist, sucht sich die Asura-Seele die absolute Liebe im Materialismus und in einer illusorischen Unabhängigkeit von Gott/dem Absoluten. Asurische Menschen schneiden sich von der göttlichen Quelle bewusst oder unbewusst ab und setzen stattdessen ihr Ego an die erste Stelle. Neid, Zorn, Hass, Hochmut dominieren die Persönlichkeit, sowie Gier, Sinneslust, Impulsivität … Dadurch ist das Schöpfungsprinzip des Egos aktiviert, des falschen Ichs. Wer sich mit materiellen Rollen/Angeboten identifiziert, gerät zusehends in die materielle Illusion. Doch diese Täuschung entspricht nicht der ursprünglichen spirituellen Identität. Die eigenen Bedürfnisse/Interessen stehen im Zentrum. Doch das gemeinsame Zentrum, Gott/das Absolute, von dem alle Menschen abhängig sind, wird nicht mehr erkannt, und so sind Machtkämpfe und Konkurrenz die unweigerliche Folge – auf Erden sowie in den astralen Dimensionen der Asuras.

Inkarnierte Asuras wenden zur Erreichung ihrer Ziele auch direkt Gewalt an, sie zerstören ohne an die Konsequenzen für die Umwelt/andere Mitmenschen zu denken, sowie sie auch etwaige Konsequenzen, die sich auf das eigene Karma auswirken, ausklammern. Leid und Chaos werden gebilligt, um das jeweilige Ziel zu erreichen. Asuras spielen nicht nur Gott mit der Welt, sondern verhalten sich wie Gott in der Welt. Sie maßen sich an, Welten – die Erde – zerstören zu dürfen und neue Schöpfungen (Gentechnologie, Transhumanismus, Robotik) hervorgehen zu lassen. Sie wollen mit Manipulation und Gewalt andere Menschen kontrollieren und meinen überdies, dies alles sei notwendig, gut und richtig.

Merkmale frei nach Armin Risi, Philosoph, Autor, Veda-Gelehrter, aus Der multidimensionale Kosmos: Unsichtbare Welten: Astrale und außerirdische Wesen im Hintergrund des Weltgeschehens

Welcher Geist wirkt im pathologischen Narzissten?

Insofern man den Veden Glauben schenken mag, lässt sich aus dem Dargestellten schließen, dass es sich bei malignen/pathologischen Narzissten um inkarnierte Asuras handelt. Aus vedisch-spiritueller Sicht wirkt also der asurische Geist. Im normalen Sprachgebrauch unterscheidet man schlicht zwischen guten und schlechten Menschen. Da jedoch vor allem im malignen/pathologischen Narzissten die Egobetonung dominiert, lässt sich an eben diesen, in der Psychologie als  Persönlichkeitsstörung definierten Menschentypen, m. E. der Asura-Geist deutlich erkennen.

Kann sich ein pathologischer Narzisst zum Guten wenden?

Nach psychologischen Maßstäben gilt pathologischer Narzissmus aktuell als schwer bis nicht therapierbar. Aus spiritueller Sicht hat sich der asurische Mensch selbst zu Gott erklärt, und wäre als solcher kein Gott, gäbe es keine Menschen, die ihn anbeteten – so wie auch ein König ohne Staat kein König wäre. Deshalb trachtet der asurische Mensch danach, andere Menschen in seine Gewalt zu bringen und/oder von ihm abhängig zu machen. Dies kann im privaten oder familiären Bereich geschehen, jedoch auch im öffentlichen Bereich, über Strukturen, wie – im Sinne Kalis – über Geld, Plutokratie, Oligarchie oder über unterdrückende Herrschaftsformen wie Diktaturen, totalitäre Staatssysteme usw. …
Doch erst, wenn einem König der Staat fehlt, wenn der asurische Mensch keine Anbetung mehr erfährt – der pathologische Narzisst keine Opfer mehr findet, wird er bei sich selbst Einkehr halten und sich einige unbequeme Fragen stellen müssen …
Die Wende vom „Saulus zum Paulus“, vom Schlechten zum Guten, ist in der Bibel beschrieben. Auch der legendäre indische König Ashoka (304 – 232 v. Chr.) wurde vom Kriegstreiber zum Friedensstifter. Anlass zu 180-Grad-Wendungen sind häufig schockartige, bewusstseinsbildende Erlebnisse. In abgeschwächter Form findet sich dies z. B. beim Bauern, der plötzlich keines seiner Tiere mehr zur Schlachtung freigeben kann. Nun mag ein Landwirt nicht primär asurisch sondern lediglich unbewusst sein und aus dieser Unbewusstheit erwachen; doch der asurische Mensch ist nicht unbewusst, sondern innerseelisch pervertiert: gegen Gott, das Gute und Wahre, gerichtet. So wird ein asurischer Mensch aller Wahrscheinlichkeit nach erst dann aufwachen, wenn keine Opfer/Bewunderer mehr da sind. Erlöst werden Asuras lt. vedischer Auffassung durch die Devas, meist innerhalb von kriegerischen, astralen Auseinandersetzungen, in welchen Asuras durch die Devas den Tod finden …

Spirituelle Menschen neigen zu der Ansicht, dass jeder Mensch das Gute will, auch wenn er sich schlecht verhält. Verfehlungen, schlechte Taten werden darunter subsumiert, dass der betreffende Mensch sich gerade nicht besser verhalten kann, weil er u. U. selbst verletzt worden ist oder er sich im Moment in einer bestimmten Phase nicht besser/anders ausdrücken kann. In gewisser Weise stimmt das und diese Haltung ist edel.
Doch für den Asura-Menschen, den inkarnierten Asura, trifft dies lt. vedischer Anschauung nicht oder nur bedingt zu, denn er will das Gute definitiv nicht. Gewöhnliche, mitunter fehlerbehaftete Menschen haben zeit ihres Lebens die Wahl, sich zwischen Gott/dem Absoluten und dem Ego zu entscheiden, wogegen sich Asura-Menschen längst, und zwar schon vor ihrer irdischen Geburt, entschieden haben.
Da sich der Asura-Mensch vom Licht, der Quelle, von Gott abgetrennt hat, fehlt ihm die Energie. Diese holt er sich von anderen Menschen.

Im Sinne Kalis sind also überall dort, wo es um Herrschaft, Kontrolle und Ausbeutung geht, sei es im Privaten oder Öffentlichen, Asura-Menschen am Werk. Und solange das System ihnen zuarbeitet, sie in ihren selbstsüchtigen Bedürfnissen stützt/nährt, werden sie sich auch nicht (freiwillig) ändern.

„Licht“ und Karma als Erlösungsweg

Licht an sich ist per se erlösend, da erhellend: In der Dunkelheit, z. B. in einer mondlosen Nacht, gibt es kein natürliches Licht, doch sowie z. B. das Licht einer Straßenlaterne auf die Dunkelheit trifft, erhellt sich das Dunkel. Dies kann metaphorisch sowie physikalisch betrachtet werden: Die Straßenlaterne in der Nacht erhellt die Nacht, doch es gibt umgekehrt keine „Dunkellaterne“, die den Tag verdunkeln kann. Dunkelheit kann nicht ausgestrahlt werden, sondern entsteht immer durch „Abwendung vom Licht“, das heißt durch Zuziehen der Vorhänge, verstecken im Schatten, durch Einmauern, Hinuntergehen in den Keller, Weggehen vom Licht … Auch die Nacht ist keine sich selbst ausstrahlende Dunkelheit, sondern lediglich die abgewandte Erdseite zur Sonne hin, sozusagen der Schatten. Jede Höhle, jeder Keller birgt keine sich selbst hervorbringende Dunkelheit, sondern ist dem Licht fern, abgewandt, nicht zugänglich – daher wiederum Schatten.
Licht wirkt per se erhellend, metaphorisch wie physikalisch. Auch so geschieht Erlösung. Doch Asura-Menschen fürchten, ja hassen das Licht, denn es bedroht ihr Ego – und mehr als ihr Ego (er-)kennen sie nicht. So kann im Asura-Menschen letztlich nur dann eine Besserung eintreten, wenn in diesem eine gewisse Freiwilligkeit besteht. Eine Einsicht. Doch, wie oben erwähnt, wird diese Freiwilligkeit kaum bis nie, bzw. lediglich umständehalber „eintreten“, sodass eine Veränderung/Besserung seltenst durch eine hinzutretende, lichtvolle Person geschieht, sondern durch das Karma.

Nachbetrachtung

Psychologie ist eine empirische Wissenschaft, die sich dem Körper-Geist-Seele-System des Menschen eher natur- als geisteswissenschaftlich nähert und sich auf irdisch messbare Parameter, Statistiken, beschränkt. Symptome werden, je nach Pathologie, u. a. in der Erbanlage, in der Kindheit, der elterlichen Erziehung und/oder sozialen Prägung, etwaiger Traumata, hormonellen Störungen usw. verortet, was in vielerlei Hinsicht Richtigkeit hat und veritabel ist. Es mag die Parapsychologie und Nahtodforschung über das rein materielle Leben hinausblicken, doch zieht sich die Psychologie, im Falle sie schaute über dieses eine, gegenwärtige Leben hinaus, (noch) den Vorwurf  wissenschaftlicher Unseriösität zu, wenngleich C. G. Jung hier als Ausnahme zu betrachten ist.
Karmische Einflüsse, Prägung der Persönlichkeit durch Seelenentwicklung in vielen Reinkarnationen, bleiben innerhalb der wissenschaftlichen Psychologie unbetrachtet. Es darf also der spirituelle Mensch größer denken und spekulativer sein.
Dieser Artikel ist eine Annäherung und beleuchtet nicht nur Narzissmus aus spiritueller, vedischer Sicht, sondern darüber hinaus die Frage, wie das Böse in die Welt kommt. Doch, sowie ich in Artikel 1 dieser Serie bat, dezent mit dem Narzissmus-Begriff umzugehen, da dieser langsam zum Denunziationswort wird, bitte ich hier, dezent mit dem Asura-Begriff umzugehen.

Verwandte Artikel zum Thema:

Narzissmus aus spiritueller Sicht – Teil 1
Das Kali Yuga – Zeitalter des Untergangs
Die wichtigsten Lebenshilfebücher für Frauen
Das spirituelle Ego und die wahre Kraft

Buchempfehlungen zum Thema:

Armin Risi: Der multidimensionale Kosmos: Unsichtbare Welten
Armin Risi: Der multidimensionale Kosmos: Gott und die Götter
Klaus Berthold: Kali Yuga

  

Buchempfehlungen zum Thema Narzissmus:

Buchempfehlungen zum Thema Narzissmus findest du im ersten Teil zu dieser Artikelserie, siehe „Narzissmus aus spiritueller Sicht – Teil 1″ – klick hier.

Linkverweis:
Wie Narzissmus entsteht

Wenn du der Meinung bist, dass dieser Artikel auch andere inspirieren kann, dann teile den Artikel in Social Media. Teilen-Buttons untenstehend. 🙂
Hat dir der Artikel gefallen? Dann abonniere doch den Blog! Siehe „Artikel per Mail“, rechte Seitenleiste, oder klick hier, und erfahre, welche Vorteile dir das Abo bringt. 🙂

Artikel bereits 264 Mal geteilt! - Teile auch du den Beitrag mit deinen Freunden:

6 thoughts on “Narzissmus aus spiritueller Sicht – Teil 2”

  1. Liebe Tanja,
    vielen Dank für deine ausführlichen Gedanken zum Thema Narzissmus und die Erläuterungen aus den vedischen Lehren, die ich mit Interesse gelesen habe.
    Eine Verständnisfrage ist bei mir aufgetaucht, weil ich mich dort nicht auskenne, sondern eher in der buddhistisch-psychologischen Denke beheimatet bin: Im Buddhismus wird – wie auch im Christentum – davon ausgegangen, dass die Essenz des Menschen (sein Wesen) grundsätzlich „geadelt“, also gut ist. Und, dann gibt es Dämonen (hartnäckige Anhaftungen), die von uns Besitz ergreifen und (großes) Leid in unser Leben und das von anderen Menschen bringen können. Wenn sich nun der asurische Geist in menschlicher Form inkarniert, wird diesem Menschen dann in der vedischen Lehre das grundsätzliche Gutsein abgesprochen?
    Ich selbst stehe mit der diagnostischen Kategorie „Persönlichkeitsstörung“ schon immer auf Kriegsfuß, vermeide sie, wo ich nur kann. Von mir hat noch nie jemand diese Diagnose bekommen, manchmal bringen die Menschen sie allerdings schon mit. „Pathologische Narzissten“ tauchen in psychotherapeutischen Praxen allerdings in der Regel nicht auf, weil sie keinen Leidensdruck verspüren. Wenn etwas schief läuft, sind immer die anderen schuld. Mein Unbehagen kommt daher, dass ich Menschen ungern so festgelegt betrachte in ihren Mustern, sondern lieber an ihre grundsätzliche Entwicklungsmöglichkeit und Wandlungsfähigkeit glaube.
    Mit herzlichem Gruß
    Marianne

    1. Hallo Marianne,

      herzlichen Dank für deinen Kommentar. 🙂

      Ja, im vedischen Weltbild sind inkarnierte Asuras böse, obwohl sie das subjektiv Gute wollen können. Sie können z. B. das relative Gute oder subjektive Gute anstreben, z. B. Gentechnologie als Fortschritt preisen oder ein bestimmtes Tun, z. B. eine Transaktion dahingehend loben, dass es doch der ganzen Firma, der Belegschaft zu Gute käme, doch dies in der Regel nur, wenn es ihnen selber dient … Der Ich-Bezug ist, auch wenn ein Asura-Mensch scheinbar selbstlos handelt, immer da …

      Sie stammen, anders als die Devas, aus den sieben Unterwelten „unter“ der Erde. Diese Dimensionen kann man nicht grundsätzlich mit dem christlich-religiösen Bild der Hölle gleichsetzen, obwohl durchaus „Hölle“ gemeint ist, siehe Narakas, das sind lt. Puranas 21 Ebenen, 3 x 7 unterhalb der Erde. Auch Menschen können nach dem Tod in diese Höllen gelangen und sich dort mehr oder minder wohlfühlen oder auch Bestrafung erfahren, die jedoch, anders als nach christlich-religiöser Auffassung, nie ewig sondern immer begrenzt ist. (Es gibt in den Veden keine ewige Verdammnis.)

      Diese sieben astralen Ebenen werden z. B. im „Shrimad Bhagavatam“ sehr genau beschrieben. Auf jeder Ebene leben unterschiedliche Wesenheiten/Entitäten. Um es jetzt verknappend darzustellen: Ja, alles, was von diesen Ebenen aus auf die Erde inkarniert, gilt grundsätzlich als böse/schlecht, weswegen hier nicht von Be- oder Umsessenheit gesprochen werden kann und auch nicht von einem grundsätzlichen Gutsein, das wie auch immer fehlgeleitet ist. (Die Sanskritschriften kennen aber auch Besessenheit, doch dies nur zur Unterscheidung.) Ein inkarnierter Asura ist also a priori schon schlecht.

      Der österreichische Psychiater, Therapeut und Neurologe Reinhard Haller, der verschiedene Verbrecheranlaysen durchgeführt hat, siehe z. B. seine Gutachten zu Jack Unterweger oder ehemaligen NS-Verbrechern, und welcher u. a. die Bücher Die Narzissmusfalle oder Das ganz normale Böse geschrieben hat, hat insbesondere das Fehlen der Reue bei malignen/pathologischen Narzissten, welche straffällig geworden sind, herausgearbeitet.

      Zitat Wikipedia, Eintrag Reinhard Haller:

      „Haller stellte fest, dass Unterweger an keiner Geisteskrankheit litt, wohl aber am Syndrom des malignen Narzissmus. Dieses erstmals vom austro-amerikanischen Psychoanalytiker Otto Kernberg (1985, 1996) beschriebene Störungsbild, bestehend aus narzisstischer Persönlichkeitsstörung, antisozialem Verhalten, ichsyntoner Aggression und Sadismus sowie einer ausgeprägten paranoiden Haltung, ließ sich bei zahlreichen Massen- und Serienmördern feststellen.“

      Jack Unterweger z. B. wurde nach der Haftentlassung wieder straffällig und tötete weitere 11 Prostituierte. Er bekannte sich nie schuldig und zeigte keine Reue.

      Auch ist eben dies, lt. Haller, neben der bei pathologischem oder malignem Narzissmus fehlenden Empathie u. a. bezeichnend für die vielen Gräuel des NS-Regimes.

      In der Regel wird das Böse in den Sanskritschriften jedoch als „vom Licht abgekehrt“ begriffen. Ein Asura ist böse, weil er sich freiwillig von den Lichtwelten abgetrennt hat. An anderen Stellen arbeiten die Devas mit den Asuras wiederum zusammen … Das „Dämonische“ wird in gewissen Aspekten als „notwendig“ begriffen … (Das ist jetzt alles sehr verkürzt in der Darstellung.)

      Liebe Grüße,

      Tanja

  2. Hallo Tanja,

    auch ich bedanke mich für diesen, für mich aufschlussreichen, Beitrag. Ich komme aus der Ecke islamische Mystik (Tasavvuf) plus Theosophie, angetan besonders von Rudolf Steiner’s Lehren.
    Karma-Loka wird in der Anthrosophie so beschrieben, dass dies der Ort sei, wo sich die menschliche Seele nach dem Tode reinigt. Reinigung von der Körperlichkeit und alle anderen niederen un-edleren Instinkten und ein Ort des Vergessens des letzten Lebens. Dann wird die Seele abgeschweift, aehnlich wie der physische Köper.

    Danach kommt der ‚Geist‘ in den Devachan (Himmel), wo dieser sich wieder mitunter auf die Reinkarnation vorbereitet.
    Bis jetzt war ich der Auffassung, das Narzissmus erst nach der Geburt ensteht, durch die Umgebung in den Kinderjahren. Nach dem Motto narzisstische Mütter bekommen narzisstische Kinder.
    Nun hat mir dein Beitrag zu denken gegeben. Aus dem Grunde weil ich annahm, dass man ‚gereinigt‘ auf die Welt kommt und wenn dann das Kind ein gesundes Maß an Zuwendung bekommt, das Narzissmus nicht entstehen könne.
    Nach dem Devachan umhüllt sich ‚Geist-Mensch‘ wieder mit einer Seele (Aura) und zwar mit einer solchen, dass dies seinem Karma der vorangegangennen Leben, entspricht.
    Als Asura-Mensch auf die Welt zu kommen und quasi vom Geburt an schlecht(!) sein zu können ist mir neu und lag nicht in meinem Betrachtungsfenster. Da ich alle Religionen ernst nehme und die Berichte der Veden auch, kann ich das nur so verbinden, dass eben die ’neue‘ Seele diese Asura-Eigenschaften angeheftet bekommt lt. seinem Karma.
    Es heißt ja in der Theosophie, dass nach Devachan (Himmel) der Geist drei Körper hinzu bekommt;

    Astralkörper (Seele-Aura)
    Ätherikkörper
    Physische Körper

    Das hieße für mich, das der Mensch doch gereinigt, also ‚gut‘, aus Devachan herauskommt, aber dennoch vor der Geburt der Astralkörper (Seele) die Altlasten vom Vorleben inne bekommt um diese durch das Karma, auf der Erde, zu verarbeiten.
    Ich denke schon, wenn der Wille da ist, nachdem der Narzisst sich erkannt hat und dieses ändern will, es auch möglich ist, (sich) zu aendern.
    Ich glaube bei mir war es der Fall.
    Ich hatte eine sehr stark narzisstische Mutter.

    Nochmals vielen Dank liebe Tanja für deinen schönen Beitrag.
    Grüsse aus Antalya
    Nail.

  3. Das ist bisher der beste spirituelle Erklärungsansatz zu diesem Phänomen, der mir bisher untergekommen ist! Es stimmt, wenn man das Unglück hatte, solchen Menschen zu begegnen – es ist etwas dämonisches an ihnen. Es heisst, mit einem Narzissten in einer „Beziehung“ zu sein ist, wie in einen Spiegel zu schauen und niemand blickt zurück. Es ist, als ob sie keine Seele hätten, sie sind leer. Um noch mal auf das Denunziantentum zurück zu kommen: ich würde unterscheiden zwischen „Menschen“ die diese Veranlagung tatsächlich seit Geburt mitbringen und einer erworbenen Traumatisierung. Sei es in der Kindheit oder weil man selber narzistischen Missbrauch erlitten hat. Niemals habe ich mich so herzenskalt erlebt wie nach dieser Erfahrung. Es war, als ob die dunkle Seite der Macht mich anrief und mir ein attraktives Angebot mit ausgezeichneten Karriereaussichten machte 😉 Solcher Narzissmus ist durchaus heilbar und ich habe da auch Menschen sich auf den Heilungsweg begeben gesehen… Aber was die echten Narzissten betrifft: bloß die Finger von etwaigen Seelenrettungsversuchen lassen! Jede Empathie, jedes Mitgefühl wird als Schwäche gedeutet und brutal ausgenutzt. In der Tat ist es so, dass wir alle mitverantwortlich sind, wenn wir den Narzissten und Psychopathen dieser Welt Energie geben. Wie Du richtig geschrieben hast, Tanja, ohne Untertanen kein König. Es ist gut, dass es inzwischen so viel Aufklärung über dieses Thema gibt und das Thema immer mehr ins kollektive Bewusstsein dringt. Wo das Licht des Bewusstseins hinscheint, hat die Dunkelheit keine Chance mehr. Nach einer Phase des Erforschens der narzisstischen Persönlichkeitsstörung – know your enemy – fand ich es zunehmend interessanter: Was habe ich eigentlich dazu beigetragen, diese Erfahrung, diesen Menschen in mein Leben zu ziehen? Sehr treffend finde ich dabei die Bezeichnung „Selbstliebe-Defizit-Syndrom“. Wenn der Narzisst sich selber für göttlicher und besser hält als alles und jeden sonst – habe ich in der Vergangenheit an der komplimentären Störung gelitten, mich selbst für weniger göttlich als alles andere zu halten. Dabei strömt der göttliche Geist doch durch alles. Man kann Jahre verbringen, die Narzissten zu studieren und zu verstehen – das bringt keinen ultimativen Schutz. Das einzige was schützt, ist Selbstliebe und die Fähigkeit, sich selbst zu schützen. Meine Liebe und mein Mitgefühl sind heilige Gaben, die mir vom Göttlichen gegeben wurden – nie wieder werde ich zulassen, dass jemand sie missachten und ausbeuten wird.

    1. Hallo Marcella,

      herzlichen Dank für deinen Kommentar. 🙂

      Danke, dass du deine Erfahrung und deine Sichtweise teilst.

      Ich glaube nur, dass pathologische narzisstische Männer – ich schreibe jetzt bewusst „Männer“, weil das Phänomen überwiegend Männer betrifft – das Selbstwertgefühl einer Frau in Mann-Frau-Beziehungen auch zerstören oder zumindest beschädigen können, auch wenn der Selbstwert vorher ganz in Ordnung war.

      Mir z. B. ist es vor ca. 10 Jahren passiert, dass ich an einen solchen Mann geraten bin. Ich war damals 30 Jahre alt, nicht mehr ganz jung, stand aber gut im Leben und denke, ich hatte einen ganz guten Selbstwert …

      Danach war ich aber angeknackst. Die Beziehung dauert ca. ein Jahr. Es dauerte nochmals ca. 1 Jahr, bis ich mich davon wieder erholt hatte.

      Liebe und Mitgefühl sind Emotionen, die Asura-Menschen nicht kennen. Dennoch „fressen“ sie beides, nehmen Liebes- und Mitgefühl, und fühlen sich dabei nur selbst bestätigt. Sie denken nicht daran, dieses Gefühl – zumindest das Liebesgefühl – zurück zu geben. Es geht immer nur um sie selbst. Und dann sind sie auch, lächerlich genug, auf alles eifersüchtig … (S’kann schon reichen, wenn die Frau mal den Hund liebkost …) 😉

      Lieber Gruß,

      Tanja

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.