Kundalini und Liebesbeziehungen

Kundalini und LiebesbeziehungenWie geht es mir denn mit Kundalini? – Das fragt man mich des öfteren. Ich möchte in folgendem Bericht ehrlich und authentisch und „einfach“ sein … Ich habe bisher über meinen Kundalini-Prozess berichtet, siehe Artikel Mein Kundalini Prozess, doch dieser Prozess ist natürlich noch nicht abgeschlossen ist und somit nur ein Ausschnitt, der aber nicht für das „Ganze“ steht … Tatsächlich ist es so, dass ein Kundalini-Prozess niemals aufhört, dass er ev. mal ruhen und sich wieder intensivieren kann und je mit unterschiedlichen Empfindungen einhergehen kann …

Dies zum „aktuellen Befund“:

Im Mai 2018 habe ich mich in einen Mann verliebt, der es letztendlich trotz vieler positiver Aspekte dennoch nicht war. Ich denke rückblickend, dass ich mich mehr in das Potential dieses Mannes verliebt habe als in die tatsächlich vorhandene Persönlichkeit.

Diese Liebe erwies sich spätestens bis Mitte Juli 2018 als aussichtslos. Es kamen noch einige Kränkungen hinzu und so beendete ich die Beziehung, obwohl ich immer noch Gefühle für diesen Mann hegte. Doch ich erkannte, dass er mich nie glücklich machen würde und dass es sinnlos war, weiter darin verhaftet zu bleiben.
Das Prekäre daran: Weil ich durch Kundalini hochsensibel und intensiv fühlend geworden bin, sind auch alle Gefühle, die in der Trennungsphase auftreten, z. B. Wut auf sich selbst und den anderen, Enttäuschung, Trauer, irrationale Sehnsucht, um so vieles größer geworden … Ich bin diesem Mann gegenüber nur bedingt nachtragend. Es hat eben nicht geklappt, sowas passiert … Er mag in gewissen Aspekten „Schuld“ haben, aber ich hätte mehr auf die tatsächliche Realität und weniger auf eine mögliche Realität achten sollen … Zudem war dieser Beziehungsversuch und sein Ende objektiv betrachtet nicht allzu dramatisch – wäre Kundalini nicht. Im Normalfall erkennt man einfach die wahre Person, entlarvt seine eigene Projektion oder die des anderen, oder man erkennt einfach die „Inkompatibilität“ wie nach einem zweiten/dritten Date und geht seiner Wege …

Doch ist die Verarbeitung dieser Gefühle sehr intensiv. Früher, vor meinem Kundalini-Erwachen, wäre ich in max. zwei Wochen damit fertig geworden, jetzt dauert es schon ca. vier Monate … Und da ich mental und im Dritten Auge relativ stark bin, ist es aktuell so: Nur ein falscher Gedanke, nur eine falsche Assoziation/Erinnerung zu/an diesen Mann, möge sie auch noch so dezent und vage sein, und es ist, als würde ich „energetisch“ zusammengeschlagen … Es kann auch ein energetischer Thrill sein, eine Müdigkeit, die mich überkommt, tiefe Traurigkeit und energetisch physische Empfindungen, als läge mein Herz auf einem glühenden Rost … Es brennt tatsächlich und genauso ist es fühlbar, als heißes Brennen. Doch um dies zu relativieren: Dieses energetisch physische Herzbrennen tritt auch auf, wenn ich z. B. auf ganz alltägliche, lapidare Unstimmigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich treffe. Sowie es auftritt, wenn ich z. B. Negativität in der Gesellschaft erkenne, in politischen Strukturen, die menschenverachtend sind oder Tierschutzgesetze aushebeln und der Umwelt schaden … Diese Empfindung ist weniger Weltschmerz als übergeordnet, in der wahrsten Essenz ein Schmerz über individuelles oder kollektives Missverstehen/Missachten und das daraus entstehende Leid … Es tut mir für uns alle so schrecklich leid, dass es eben „so“ und nicht „anders“ ist … 

Grundsätzlich sind diese intensiven Emotionen in Relation zu ihrer Ursache übersteigert, doch eben dies bringt Kundalini mit sich. Sie verfeinert und vergrößert Emotionen. Sicher ist es so, dass Kundalini „ihre Kinder“ transformiert, dass wir sensibler werden, weicher, verletzlicher, aber für diese irdische Schwingungsebene ist eben dies „unpraktisch“. So kann leichte Gereiztheit wegen einer Lappalie im Berufs- oder Familienleben auf einmal großer Stress sein. Ein Anstehen bei der Kasse im Supermarkt kann „auf Kundalini“ auch den ruhigsten und ausgeglichensten Menschen plötzlich aggressiv werden lassen. Und aus diesem Grund erachte ich die Gefühle in Anbetracht des damit einhergehenden Auslösers, in dem Fall des gescheiterten Beziehungsversuches, zwar als absurd, strauchle aber dennoch …

Bildlich gesprochen ist es so, dass ich z. B. tagelang völlig mit mir im Reinen bin, bis plötzlich ein subtiler Gedanke kommt oder ich durch Zufall im Außen an diesen Mann erinnert werde, und unter mir wird der Boden plötzlich steil und eröffnet ein Gedankengelände, teils bewusste oder unbewusste Assoziationsketten, die zurück bis an die Ursache gehen, zurück auf die „falschen“ Gefühle, und auf diesem Gedanken-Geröll rutsche ich hinunter und hole mir viele Schrammen bis ich irgendwann entkräftet auf den Boden schlage … – Wegen nichts. Wegen eines einzigen, falschen Gedankens.

Exkurs: Im Sein mit anderen können z. B. folgende Phänomene auftreten: Wenn ich vor mehreren Menschen z. B. Gitarre spiele und singe, so kumuliert sich die positive Energie der Menschen, denen das Spiel gefällt, und erzeugt eine Art „High-sein“ in mir, das sofort oder abends über mich bricht. Das ist die positive Energie, die sich auf mich überträgt, die mich aufbaut und stärkt – im Falle, mein Spiel hat gefallen. All das ist energetisch fühlbar und geht über ein „sich gut fühlen“, weil man zufällig „gefallen“ hat, weit hinaus. Es ist unbändige Freude samt Dauerlächeln.

Wenn ein Mann z. B. an mir interessiert ist und romantisch an mich denkt, so kann es durchaus sein, dass ich davon „high“ werde, dass die positive Energie, die er an mich sendet, mich stärkt und aufbaut … Auch das ist tatsächlich ätherisch-energetisch fühlbar und keine Metapher. Aus diesem Grund sind leichte Liebesgefühle, Sympathie und Zuneigung, die einem Erwachten/einer Erwachten entgegengebracht werden, in der Intensität sehr groß, weswegen trotz der überbordenden Emotionen, die auf der anderen Seite, beim Empfänger entstehen, die Bodenhaftung nicht verloren gehen darf/sollte.

Eben dies war für mich in meinem „Beziehungsversuch“ zunächst nicht all zu leicht zu erkennen, denn Sympathie, erotische Anziehungskraft, Zuneigung ist noch lange keine Liebe, auch wenn es sich auf der Seite des Empfängers, beim Kundalini-Erwachten, so übergroß und intensiv anfühlen mag … Es ist schwierig. Es ist, als sei man wieder jung und tappt in jede Falle/Schwierigkeit, die Mann-Frau-Beziehungen mit sich bringen, wiederholt Lektionen, die man schon in jungen Jahren gelernt hat, doch dies mit völlig anderen Vorzeichen, mit völlig anderen Gegebenheiten/Annahmen und mit völlig anderen Lernergebnissen. Ein jeder Mensch, der sich verliebt, ist auf seine Art „high“, doch dies ist nocheinmal verstärkt, wenn es einen Erweckten betrifft. Und innerhalb der Gefühlsintensität können dahingehend Falschinterpretationen entstehen, dass es doch etwas bedeuteten muss, wenn es sich so extraordinär anfühlt, dass es mehr sein muss, als das Gewöhnliche, doch in der Regel ist es das nicht, sondern nur ein „High-sein“ aufgrund einer verhältnismäßig milden und leichten Zuneigung des anderen, aufgrund leichtem Interessens, das auch schnell wieder verfliegen kann …

Neben dem Highsein gibt es natürlich auch den anderen Vektor mit derselben Dynamik. Wenn mich z. B.  jemand nicht mag und mir Antipathie entgegenbringt, dann werde ich davon traurig, müde und depressiv … Das kann schon geschehen, wenn ich z. B. ein Facebook-Posting mache, und jemand versteht es nicht, hat eine „unmögliche“ Meinung dazu und/oder ist einfach nur „doof“ … Davon werde ich müde und traurig … Auch das geschieht nicht über meine Interpretation eines Kommentars, sondern es ist eine direkte Übertragung diverser, unangenehmer Energiequalitäten wie Ignoranz, Egozentrik, Primitivität, Kleingeistigkeit, Unbewusstheit, Antipathie … Es ist also wirklich nicht so einfach mit Kundalini. Sie macht uns – und jetzt spreche ich lapidar – zu den größten Mimosen des Erdballs.

Vielleicht kennt der eine oder andere den berühmten Klingelton im Ohr, das Pfeifen oder das Vibrieren in den Ohren oder am ganzen Körper … Das ist meines Wissenstandes nach der Oberton einer höheren Realität, mit der wir uns im Moment des Klingelns/Vibrieren verbinden … Kundalini-Erwachte sind im Aufstieg. Sie steigen schneller und intensiver auf, als andere. Diesen Klingelton habe ich seit Verarbeitung meiner Emotionen täglich im Ohr, manchmal nur wenige Sekunden, manchmal auch ein bis zwei Minuten lang … Es kann auch sein, dass „Information“ auf mich gespielt wird. Die Nächte sind häufig herausfordernd. Emotionen verbrennen, die Seele brennt, das Leben brennt …

Ich denke, ich muss aus dieser Lebensepisode lernen, noch genauer und expliziter in der Partnerwahl zu werden, als ich es ohnehin schon bin. Es gibt mit Kundalini keinen Spielraum mehr, kein Versuchen und kein Ausprobieren … In Anbetracht dessen, dass man als Erweckte(r) auch bei einem geringen „Fehltritt“ so sehr büßen muss, sind auch sich anbahnende Liebesbeziehungen und/oder „Beziehungsversuche“ relativ heikel. Einfach ist gar nichts mehr.

Nachtrag 1: Es fällt mir übrigens nicht allzu leicht, öffentlich darüber zu sprechen/schreiben, weil es mit einer gewissen Peinlichkeit behaftet ist, so zu straucheln, aber andererseits halte ich es für wichtig. Wir alle lernen. Auch ich. Und mit erweckter Kundalini ist es so ähnlich, als müsse man neu zu gehen, zu denken und zu sprechen lernen, denn das Leben und alles, was bis dahin „sicher und bekannt und gültig war“, gibt auf nichts mehr eine Gewährleistung und muss abermals neu erfahren und begriffen und gelernt werden.

Nachtrag 2: Dieser Artikel richtet sich mehr an Menschen, die mit Kundalini betraut sind. Vielleicht kennt der eine oder andere Erwachte diese Hürden, die in Liebesbeziehungen auftreten können, und wenn nicht, dann ist meine Erfahrung im besten Fall ein Kompass, der etwas Orientierung geben kann.

Mehr zum Thema:

1. Was ist Kundalini?
2. Die bewusste Erweckung – Shaktipat
3. Die willkürliche Erweckung
4. Aufstieg, Symptome u. Krisen
5. Mein Prozess
6. Dreizehn Punkte, um Aufstiegs-Krisen zu überwinden
7. Siddhis und Paranormale Kräfte

Ein Gesamtinhaltsverzeichnis aller Artikel, Erfahrungsberichte, Interviews, Wissenswertes, Aktuelles sowie Literaturempfehlungen findest du hier.

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Geboren 1978 – Bloggerin | Beraterin zu spirituellen Themen | Kundalini | Herausgeberin von Neoterisches Bewusstsein – Moderne Spiritualität | Mehr zu mir | Kontakt | FB-Profil Tanja Braid | FB-Seite Neoterisches Bewusstsein | Gruppe Astral SpaceSpenden |

5 thoughts on “Kundalini und Liebesbeziehungen”

  1. LIEBE Tanja,

    Das ist wirklich sehr offen geschrieben, mutig und wie immer liebe ich Deine Sprache.

    Ich habe es noch nicht zu Ende gedacht….aber….warum fühlst Du dich nicht mächtiger, stabiler, getragen mit K Energie?

    Ich kenne alles von dir beschrieben, aber eben auch das unten erwähnte.

    LIEBE Grüße Carolin

  2. Liebe Carolin,

    herzlichen Dank für deinen Kommentar. 🙂

    Kundalini trägt einen nur bedingt – und zwar in höhere Ebenen. Sie macht einen „leider“ nicht mächtiger, sondern sensibler und sie macht einen auch nicht stabiler, sondern instabiler … Für höhere Ebenen ist die Empfindungsverfeinerung sozusagen die Eintrittskarte, Kundalini gestaltet das Körper-Seele-Geist-System des Menschen so um, dass es für „höhere Angelegenheiten“ taugt, doch für die irdische Ebene wird man dafür umso umtauglicher *lach* …

    Das ist die Krux dabei.

    Lieben Dank für deinen Kommentar und herzliche Grüße!

    Tanja

  3. Liebe Tanja, das hast Du wirklich wunderbar, auch mutig und wirklich ganz schön unkompliziert beschrieben. Ich kann Dir ehrlich sagen, dass ich Dich bei vielen von Dir angesprochenen Erfahrungen, und mit den damit verbundenen Empfindungen suuper nachfühlen kann, da selbst ähnliches mehrfach erlebt. Du hast das einfach wundervoll und authentisch beschrieben. Auch, ja, dass Du das “ High Sein“ im Seelen Herzen ansprichst.

    Es kann wirklich intensiv kribbelnd und berauschend sein, es ist wunderschön so feinfühlig zu sein und ja, ich liebe diese Intensivität. Jedoch stimmt es eben auch, dass, wenn es mit unangenehmen Situationen, Ereignissen oder Eindrücken einhergeht, es sich schliesslich dann eben auch verstärkt durch die Kraft der Kundalini Energie, derartige Gefühle auslöst, welche wir nicht gerne fühlen. Ja, genau so, wie Du es beschreibst.

    Tja…hmmm…als hochsensibler und sensitiver Mensch nimmt man eben viel mehr wahr, die Wahrnehmung ist erweitert, und das ist doch vor allem ein Segen. Es braucht eben auch stets etwas Geduld mit sich selbst um besser, oder besser gesagt entspannt, dankbar und wertschätzend damit zu leben.

    Liebe Sternenschwester, vielen Herzens Dank für diesen erfrischenden, erhellenden und erwärmenden Beitrag. Und ja klar, ich darf und möchte Dir an dieser Stelle auch ehrlich sagen, dass ich Deinen Blog sehr schätze und Deine Beiträge sehr gerne lese. Ich lese Dich gerne! 🙂 Du hast mich dadurch schon oft inspiriert, mich ermutigt, manchmal ein Lächeln auf mein Seelen Herz gezaubert und mir somit auch Kraft gegeben! Dafür nutze ich jetzt gleich diese wundervolle Gelegenheit Dir von ganzem Herzen wieder einmal Danke zu sagen für Dein Wirken, Tun und Sein.

    Lasse es Dir gut gehen, geniesse und zelebriere weiterhin das was Dir Freude bringt.

    Von

    Herz zu herz

    ROGER

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