Energetische Erfahrung: Inneres Radio, Teil 1 – „You never walk alone“

Im Folgenden eine energetische Erfahrung über inneres Hören, ähnlich zu Hellhören:


Musik„Das wahre Geheimnis der Magie ist, dass die Welt aus Wörtern besteht, und wenn du die Wörter kennst, aus denen die Welt besteht, kannst du alles daraus machen, was du willst.“ – Terence McKenna.

In letzter Zeit saß ich wieder öfter vorm Computer und suchte neuartige Musik und Liedtexte auf Youtube. Das tue ich nicht nur, um mir neue Hörerlebnisse zu verschaffen, sondern ich tue es aus einem bestimmten Grund.

Ich höre mir Melodien und Texte schon seit meinem sechzehnten Lebensjahr immer genau an, weil hier oft lyrische Schätze zu heben sind. Deswegen kenne ich oft ganze Textpassagen und Refrains auswendig. Doch meine Youtube-Expeditionen haben noch einen weiteren Grund …

Man spricht in der Poetik von einer Montage, wenn vorgefertigtes Textmaterial in ein Gedicht eingearbeitet wird. Vorgefertigtes Textmaterial findet sich auch in Werbesprüchen, die jeder kennt, wie beispielsweise „Quadratisch, praktisch, gut.“ Vorgefertigtes Textmaterial ist also alles, was im Grunde jeder kennt.

Liedtexte bleiben oft länger im Gedächtnis. Wir alle kennen es, dass wir manchmal ein Lied den ganzen Tag im Kopf haben und es vielleicht sogar mitsummen. Es kann auch ein nerviges Lied sein. Das ist sogar meistens so.

Meine energetische Entwicklung brachte irgendwann ein besonderes Phänomen zu Tage, nämlich dass ich eine bestimmte Melodie samt Text nicht nur als – mehr oder minder aufdringliches – Nebenbei im Kopf hatte, sondern tatsächlich im Brustraum. Im Herzen. Es kam also „in stereo“ zu mir, als ich eines abends in der Badewanne lag und für einen Moment aufhörte, über den Tag zu sinnieren. Das war 2013. Ich erinnere mich noch genau daran, denn das Gehörte war von „Counting Crows“, Titel „Colorblind“. Der Refrain „I am colorblind“ war plötzlich in meinen Ohren und in meinem Herzen, die Töne, die Stimme, der Text, alles, so als hätte sich die Band in meinem Brustraum ein Tonstudio aufgebaut und leitete das Lied über eine Menge von Kabel, meine Nervenbahnen, hoch zum Computer – meinem Gehirn.

Ich war darüber so erstaunt, dass ich mit großen, glasigen Augen an die Decke starrte und noch so lange im Waser blieb, bis es kalt wurde. Ich war einfach getouched.

Dieses erste Ereignis war denk- und merkwürdig, doch schon am nächsten Tag saugte mich die Realität, „die Matrix“, wieder voll und ganz auf, hinein in ihre zahlreichen Äußerlich- und Umständlichkeiten, so dass sich dieses Erlebnis wie von selbst zuunterst eines hohen Stapels „Leben“ ad acta legte.

Es trat später wieder auf, und ich machte mir darüber Notizen, doch neben zahlreichen anderen Phänomenen, war dieses noch eher peripher. Dennoch kann ich heute dieses Erleben dingfest machen und einordnen, wann immer es auftritt. Es lässt sich aber nicht bewusst aktivieren, so nach dem Motto „Ich schalte jetzt einfach mal das Innere Radio an, weil ich Lust drauf habe.“ Das funktioniert nicht. Es muss gedanklich und gefühlsmäßig ein Vakuum da sein, damit es hör- und fühlbar wird. Das ist eine Möglichkeit. Die andere ist ein spontanes Wegbewegen aus einem „Gedankenfeld“, das mich entweder nervt, irritiert, frustriert oder sonst wie unangenehm tangiert.

Ich nenne dieses Phänomen das „Innere Radio“, das ich, wie erwähnt, nicht bedienen und hören kann, wie ich will, denn es schaltet sich nur in bestimmten Situationen ein.

So wie gestern.

Ich machte abends meine energetischen Übungen, doch die Geschehnisse des Tages ließen mir keine Ruhe. Immer wieder kaute ich gedanklich eine Arbeitssituation durch. Und je verbissener ich mich konzentrieren wollte, ja, je öfter ich die Gedanken von mir warf, umso hartnäckiger kamen sie zurück. Manches lässt sich nicht ignorieren oder buddhistisch weglächeln, denn zwischen „Geistes-Leere“ in der Meditation und „krampfhafter Verdrängung“ besteht ein Unterschied. Also gab ich es auf, stand auf und holte mir ein Glas Wasser. Doch kaum, dass ich aufgestanden bin, sind die Worte „You never walk alone.“ in meinem Kopf und in meinem Herzen. Stereo. Ich stutze augenblicklich, denn ich mag dieses Lied nicht einmal besonders. Es ist von „Mathou“, und wer mich kennt, weiß, dass mir Songs dieser Art zu kitschig sind. Trotzdem, da war der Klavierauftakt, das Vorspiel, die pathetische Stimme – alles in meinem Herzen und in meinem Kopf. Und es geht mir durch und durch. Da wusste ich, dass es etwas zu bedeuten hat, und ich fragte erstmals in sämtliche astralen Tiefen und Höhen und Weiten, wer mir da nun etwas schickt. Ich fragte intensiv. Doch ich bekam keine Antwort.

Wieder war es jedoch so, dass ich physisch aus einem bestimmten „Gedankenfeld“, in dem Fall Ärger, weggehen musste, damit das Vakuum entsteht, in welchem die Musik entsteht.

Natürlich könnte man mir das als Einbildung auslegen oder als Zufall abtun. Und ich verstünde diesbezüglich jeden Einwand. Daher bin ich sehr nachsichtig mit den „Ungläubigen“, gehörte ich doch einmal selbst zu ihnen. Mein utilitaristisches Mindset, mein angeborener Pragmatismus, meine naturwissenschaftliche Indoktrinierung hätten einfach kein übersinnliches Erleben zugelassen.

Doch mit derselben Wissbegierde, mit der ich einmal die „Heisenberg’sche Unschärferelation“ studierte oder Wörter etymologisch ableitete, beobachte ich schon sehr lange energetische Phänomene. Meine eigenen. Und die der anderen.

Terence McKenna, der bekannte Bewusstseinsforscher, war in dieser Sache wohl weiser als ich, da er die psychedelische Erfahrung, die ja mit der rein energetischen Erfahrung verwandt ist, wie folgt beschreibt: Egal was gesehen, erlebt und gefühlt wird, die psychedelische Erfahrung ist in jedem Fall subjektiv, und daher nicht zu kategorisieren. Und so ist es auch mit der energetischen Erfahrung, denn vollkommen egal, wie energetisch erschlossen jemand ist, auf welchem Level er operiert, ob er mit seinen Od-Kräften Feuer macht oder nur mal ein vages Fließen in den Händen verspürt, so ist die Kraft bei jedem anders. Sie verhält sich anders. Sie fördert anderes zu Tage.

Sie ist daher niemals vergleichbar, es gibt kein besser, stärker, schöner. Sie ist, wie sie ist. Allerdings konnte ich verschiedene Muster festmachen, Prozesse, die bei allen gleich ablaufen, vielleicht unterschiedlich schnell, und wiederum andere Muster, die nur bei mir immer gleich sind: Bezugsrahmen, Intensität, auslösende Faktoren …

Es gibt also Parameter, die selbst das subjektive Erleben dingfest machen. Und auf diesen wiederum lassen sich Erlebnisse auch bewusst wiederholen. Man nehme also nur die richtigen Zutaten. Doch ginge man damit zu einem „Ungläubigen“? Großer Fehler. Er würde sich die Rezeptur ansehen, die Nase rümpfen und „Das ess’ ich nicht“ sagen. Tja. Was der Bauer nicht kennt …

Doch ich habe das Innere Radio. Dieses zutiefst subjektive Erleben. Und noch ist es, was es ist. Energetische Kräfte stagnieren für gewöhnlich nicht, sie verändern sich nur. Meistens werden sie stärker. Vielleicht höre ich irgendwann Dolby Surround?

Was viele nicht wissen oder übersehen, ist, dass Terence McKenna ebenso wie J. R. R. Tolkien Sprachwissenschaftler war. Auch ich habe mir in dieser Disziplin einmal die Ehre gegeben. Zumindest für ein paar Runden. Wer Worte präzise gebraucht, kratzt in der Regel schon an der Oberfläche der Matrix. Jeder ernsthafte Dichter tut es. McKenna tat es. Ebenso Tolkien.

Aber um den Kreis zu schließen: Das ist der Hauptgrund, warum ich bei Youtube sooft nach Liedern und Texten suche. Ich will mein Repertoire an vorgefertigtem Textmaterial ausbauen.

Denn ist es wirklich so undenkbar, dass ich, dass wir alle, nicht nur kommunizieren, sondern auch kommuniziert werden? – Ja, da schreibt die Bloggerin wieder kryptisch, aber sie meint es so, wie sie es sagt.

Ist jeder Gedanke, den du denkst, dein eigener?

Bist du dir sicher?

Ist das vorgefertigte Textmaterial, das in bestimmten Situationen in mir zu klingen beginnt, nicht auch eine Mitteilung? I am colorblind. You never walk alone? Ist es so ausgeschlossen, dass dieses Material nicht nur abgelegte Sprache ist, die da einfach an den Strand meines Bewusstseins gespült wird, sondern bewusst ausgewählt wurde? Von einer Entität?

Von irgendeinem anderen Selbst?

Ich glaube es. Denn ich empfinde es so. Darüber hinaus macht es für mich schlichtweg Sinn, dass über vorgefertigtes Textmaterial kommuniziert wird, ja, dass es sogar leichter ist, diese festen Spracheinheiten anzuwählen und ins Bewusstsein zu bringen, als ein langes Gespräch zu führen.

Natürlich kennt der energetisch aufgeschlossene Mensch auch den obligatorisch hohen Pfeifton im Ohr. Viele berichten davon. Ich kenne dieses Phänomen natürlich auch. Doch niemand hat bisher eine schlüssige Erklärung dazu geliefert, und die meisten deuten es je nach Lust und Laune und gemäß ihres Egos als „Gottesprogramm“, das sich da mal installiert, als Botschaft von Erzengel Gabriel und Konsorten. Hier möchte ich nur der Vollständigkeit halber auf dieses Phänomen hinweisen, doch dieser Pfeifton ist weniger Kommunikation als Information, die lediglich woanders abgelegt wird. Diese Information hat mit gesprochener Sprache nichts mehr zu tun.

Refrain und Text. Ich bin voll davon. Warum soll die Kommunikation über vorgefertigtes Textmaterial nicht so stattfinden? Warum sollte das Material nicht benutzt werden? Vor allem und gerade weil es verständlich ist?

Und was hörst du?

Nachtrag:

„Utilitarismus“ ist eine philosophische Lehre, die, vereinfacht gesagt, alles für gut erachtet, was einen Nutzen hat, der das Gemeinwohl erhöht. Gut ist also, was nützt. Das Wort „Utensil“ hat den selben Wortstamm. Auch das Utensil ist in der Regel ein nützlicher Gebrauchsgegenstand. Im Utilitarismus ist die Wertobjektivität – die höchste Neutralität in sämtlichen Paradigmen – von zentraler Bedeutung.

Link: You never walk alone

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Copyright: © Tanja Braid, www.neoterisches-bewusstsein.com

Geboren 1978 – Bloggerin | Beraterin zu spirituellen Themen | Kundalini | Neoterikerin | Herausgeberin von Neoterisches Bewusstsein – Moderne Spiritualität

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