Energetische Erfahrung: Jesus, die Nägel und der Wald

WaldEs war im November 2016, als ich erstmals ein neues Interesse an Jesus als Person und der Bibel entwickelte. Ich fragte mich, ob sein Gang übers Wasser vielleicht nicht nur metaphorisch sondern viel wörtlicher zu verstehen ist, ob es nicht vielleicht ein Levitationsphänomen gewesen sein könnte. Ebenso fragte ich mich, wie es um seine Heilkräfte wirklich bestellt war. Hatte er Lazarus tatsächlich erweckt? Und wie genau wurde er gekreuzigt? Dass die Nägel nicht durch die Handflächen sondern durch die Handgelenke getrieben worden sind, gilt ja als gesichert. Aber die Füße? Wurden sie wirklich überkreuzt und von oben mit einem einzigen Nagel durchstoßen?
Im Zuge dieser Jesus-Phase sah ich mir einige Bibelfilme an. „Quo Vadis“, „König der Könige“, „The Passion of Christ“, und natürlich, unvergessen, „Die letzte Versuchung Christi“ von Martin Scorsese. Ein großartiger Film, in welchem David Bowie in einer Nebenrolle als Pontius Pilatus zu sehen ist.
Durch all mein Interesse und meine Fragen war ich wohl auch energetisch etwas aufgedrehter, denn anders kann ich es mir nicht erklären, was sich damals ereignete.
Im Dezember 2016 schließlich sah ich mir den Film „Auferstanden“ an. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich also etwa zwei Monate lang mit Jesus beschäftigt. Der Film war eher durchschnittlich, doch wiederum fragte ich mich während des Films einmal, wie Jesus nun bei den Füßen gekreuzigt worden war. Der Nagel musste ja wirklich lang gewesen sein. Probehalber setzte ich den linken Fuß über den rechten und stellte mir vor, wie es wäre, wenn sich durch zwei übereinandergestellte Füße ein dicker Nagel bohrte. Ja, der Nagel musste wirklich lang gewesen sein. Grauenhaft.
Als der Film zu Ende war, ging ich zu Bett. Da lag ich eine Weile. Irgendwann drehte ich mich zur Seite, schon etwas schläfrig. Da fühlte ich bei meinen beiden Füßen wie sich direkt unter den Knöcheln beider Füße, außenseitig etwas hinein bohrte
Ich öffnete die Augen. „Das ist jetzt nicht wahr“, dachte ich.
Aber das Bohren ging weiter. Ich setze mich auf. Es tat weh. Links und rechts unter den Knöcheln. Da dämmerte es mir …  „Haben sie dich also so gekreuzigt?“, frage ich in Gedanken und sprach mit Jesus. „Ist das wahr?“
Anmerkung: Mit Jesus zu sprechen ist meistens sehr stark; meist ist seine Nähe so intensiv, dass mir die Tränen dabei kommen. Auch dieses Mal kamen mir die Tränen. (Es geht immer sehr schnell.)

Zu dem Zeitpunkt war mir die zweite Kreuzigungsmethode der Füße, nämlich dass die Füße waagrecht, tatsächlich durch die Fersenbeine unter den Knöcheln, an das Kreuz geschlagen wurden, nur peripher bekannt. Ich habe sicher einmal davon gehört, aber trotzdem habe ich mich irgendwie auf die Fuß-über-Fuß-Methode versteift.
So. Nun wusste ich das auch. Ich wischte die Tränen fort und beschloss, 
am nächsten Tag über diese Kreuzigungsmethode nachzulesen. Ich ignorierte das Bohren in den Füßen und schlief irgendwann ein.

Ich träume von einem „Wald“ … Der Wald ist dunkel, gräulich und matt; die Bäume sind aschig-weiß, auch die Blätter rieseln wie feine Ascheblättchen nieder. Ich bin irgendwo oben, schwebend, zwischen den Baumkronen. Sehr weit unter mir ist sumpfiger Boden. An die Baumstümpfe drückt sich weißer Nebel, doch hoch oben ist die Sicht wie an einem Regentag, der sämtliche Farben weggewaschen hat. Es wirkt beinahe alles wie ein Schwarzweißfilm …
Noch ist alles „einsam“. Die Tristesse ist so allgegenwärtig wie zu Allerheiligen auf  einem Friedhof. Kurz sehe ich mich um, suchend, doch ich weiß schon, dass es egal ist, denn in diesem Moment erinnere ich mich, dass ich hier schon öfters war, und dass ich weder etwas suchen noch tun soll … Die Bäume neben mir sind keine Bäume, sondern nur Baumstrukturen. Jetzt fallen mir auch die Lianen auf, die wie Schnüre herabhängen und den fleischigen Charakter von Nabelschnüren haben.
Dieser Wald ist ein wucherndes Gebilde, das vor Energie vibriert. In den Baumkronen sind Wesenheiten, die direkt aus den Bäumen wachsen oder die Bäume sind, was mich schaudern lässt, denn sie sind dort eingeschlossen. So langsam, wie ein Baum in den Himmel wächst, so langsam bewegen sie sich. Mehr ist ihnen nicht erlaubt. Doch diese Wesenheiten sind in ihrer energetischen Ausstrahlung so stark, dass ich (in mir) zu zittern beginne. Ich bin wie eine Gitarrensaite, die die Vibrationen der Außenwelt aufnimmt und selber zu schwingen beginnt, jedoch in einer „Frequenz“, die ich kaum ertrage. Es ist einfach viel zu stark.
Die Wesen sind auch nicht freundlich, sondern gleichgültig, und viele – das spüre ich – wollen mich hier auch gar nicht haben.
Da ist nur ein Etwas weiter vorne, ein „Ding“ mit einem „Klecks Farbe“, ein rotes Kopftuch oder ein roter Schal vielleicht, irgendetwas Weibliches, das mir bedeutet, dass ich weiter kommen soll. Dass ich folgen soll.
Ich gleite also – und es ist über die Maßen befremdlich – auf dem Rücken liegend mit den Füßen voran durch diesen Dunst. Die Energiefrequenz nimmt zu, sodass ein Surren hörbar wird, das von einem Umspannwerk hätte sein können …
„Ich will nicht mehr mit den Füßen voran …“, denke ich plötzlich. In dem Moment stoppt die Welt, ich drehe mich auf den Bauch, dann geht es auch schon in eine andere Richtung weiter, eigentlich zurück, doch auch wieder nicht, das Wesen ist immer noch vor mir, vielleicht hat sich auch nur die Welt gedreht …
Das langsame Schweben – jetzt bauchseitig – ist wie ein Zwang. Ich bin so geführt und geleitet wie ein Zug auf den Schienen, der nicht herausspringen kann. Dieser Zwang ist etwas erniedrigend, weil ich als Persönlichkeit hier nicht viel Wert besitze. Mein freier Wille hat keine Bedeutung mehr, doch das hat er hier nie – wieder eine Erinnerung.
Die Bäume um mich herum werden zahlreicher, die Wesenheiten sehen mich an und wenden sich ab. In Zeitlupe. Es folgt eine lange, rechtsseitige Biegung, dann eine „Lichtung“, die Baumkronen öffnen sich, und dann, direkt vor mir, ein einziger, riesiger Baum.
Die Energie um mich herum und in mir ist kaum mehr zu ertragen. Ich habe das Gefühl, meine Haut abwerfen zu müssen, mehr Platz zu brauchen … Und es tut weh, ganze Energiewellen kneten mich durch und reißen an meinen Muskeln.
Vor mir tritt eine Wesenheit aus dem „Baum“, die gleichzeitig der Baum ist. Sie ist nicht menschlich, nur noch eine Ahnung davon, als ob ein realer Mensch über Jahrtausende hindurch zu einem Schemen seiner selbst verwittert wäre, um nur mehr noch als ungefähre Kontur in der Landschaft zu erscheinen. Die Macht, die von diesem Wesen ausgeht, ist so umfassend und so stark, dass ich haltlos stöhne und schreie, denn ich ertrage es nicht mehr. Ich bin wie im Schallkegel eines Nebelhorns und der Schall durchdringt mich nicht nur quälend laut, sondern tobt mit der Last von unglaublich großen Zeiträumen über meinen Körper …
Ich sage in Gedanken „Bitte!“ und da lässt die Kraft schlagartig nach, und das Wesen vor mir zeigt sich mir innerlich, überwiegend als fließendes, gleißendes Gesicht mit bernsteinfarbenen Augen, doch immer noch voller Hoheit und Stärke, und auch eine sakrale Note ist dabei, die mich tatsächlich an Jesus denken lässt, denn schon schießen mir wieder die Tränen in die Augen …
In dem Moment erfahre ich, dass dieses Wesen mit Jesus zu tun hat, Jesus ist oder ein Teil von ihm. Ich weiß es einfach, es wird mir unmissverständlich mitgeteilt. Und ich bin hier in nur einer Seite von ihm, denn er hat sehr viele. Diese eine Seite ist also mein Zugang, was mich zynisch denken lässt, dass ich es ja bestens erwischt habe! Ein Gruselwald.
Doch dieser letzte Gedanke wird mir beinahe entrissen, weggewischt, wie ein störendes Insekt, und dann ist da wieder diese Machtfülle, die in mich dringt und mich wissen lässt, dass dieses Wesen, dieser Teil von Jesus, die Macht hat, mich mit einem einzigen Gedanken zu vernichten, wenn er das will. Er ist mir wohlgesonnen, das war er immer schon, doch er hat immer und in jeder Sekunde die Macht.
Darüber erschrecke ich, denn ich fühle diese Botschaft am ganzen Körper, und sie ist wahr. Jede einzelne Zelle, jedes Atom an mir hat er einst „gebaut“ und jedes einzelne Teilchen könnte er mit weniger als einer leisen Absicht, mit einem klaren, wohl gesetzten Gedanken wieder vernichten, sodass ich nichts anderes wäre als Schneegestöber, das sich über eine Landschaft versprengte … Ich schnappe nach Luft. Die Erkenntnis ist schockierend. Und ich erfuhr weiters, dass ich mir in Wahrheit sowieso nicht gehöre und nie gehört habe, sondern immer diesem Wesen. Der nächste Schock.
Dagegen verwehrte ich mich dann eher trotzig in der Annahme, dass „sein Besitz“ wohl auch hier „verwaltet“ war – diese Wesen, und wenn auch ich sein Besitz war, so wollte ich hier weder ewig sein noch jemals landen, nicht in dieser „Tristesse“, wo die Baumwesen, hölzern und kalt, schon längst jedem Zeitbegriff „entwachsen“ waren … Was immer sie auch waren! Ich drehte mich auch schon etwas weg, unsicher nach einem „Ausgang“ spähend, doch da kam wieder eine Energiewelle, und ich war schon im Begriff, beide Hände vors Gesicht zu heben und hinein zu schreien, ob der zu erwartenden Intensität, doch da war eigentlich nur Liebe, soviel, dass es ebenfalls schmerzte, aber auf einer anderen Ebene. Stöhnend krümmte ich mich über mein brennendes Herz …
Dann die letzte Botschaft. Ich sah und fühlte, dass er, Jesus, die Welt von einer Sekunde auf die andere zerstören könnte, wenn er es wolle. Weil ihm die Welt, jedes Stäubchen darin, genauso gehörte, wie ich. Er könnte es tun, mit einer nachlässigen Gebärde vielleicht, mit seinem Unterarm, der ganze Gebirgsmassive wegfegen würde, oder mit weniger als einem Blick, einem Wimpernschlag – und die ganze Welt wäre so schnell atomisiert, wie ein Bäcker Mehl in die Luft wirft, das langsam nieder fällt und schließlich still steht, weil es für Schall und Bewegung keine Dimension mehr gibt – nämlich Zeit. Selbst die Zeit wäre zerlegt. Diese Bilder in mir sind so voller Allmacht und Gewalt, dass ich – ja, es ist nun mal so – weinen muss …
Zuletzt lässt er mich wissen, dass der Zeitpunkt für diese Zerstörung noch nicht gekommen ist. Und darüber lächelte er tatsächlich eher traurig als friedlich.
Diese letzte Botschaft war am schlimmsten. Es hier aufzuschreiben ist nicht annähernd das, wie die unumstößliche Wahrheit dieser Aussage am ganzen Körper zu fühlen.
Dann tritt die Wesenheit zurück, was einem Tür-vor-der-Nase-zuknallen gleich kommt. Mit dieser Geste werde ich zurück in meinen Körper gestoßen, worauf ich mich winzig in meinem eigenen Körper fühle und mich erst an seine Oberfläche herantasten muss, bevor ich aufwache.
Doch ich wache auf. Und ich glühe am ganzen Körper, es ist, als hätte ich hohes Fieber. Alles ist heiß. Meine Fingerspitzen vibrieren vor Energie.
Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass nicht mehr als 15 Minuten vergangen waren.

Nachtrag 1: Ich bin kein religiöser Mensch, und mir gefiel der nackte, unbeschlagene Atheismus immer schon besser, als irgendeine Glaubenslehre. Im Atheismus finden sich viele Skeptiker. Skeptiker benutzen zur Wahrheitsfindung nicht ihr Herz, sondern ihren Verstand, aber auch das ist letztendlich Glaubenssuche. Was einem Atheist unlogisch erscheint, glaubt er nicht, denn er „fühlt“ mit dem Verstand. Was einem Gläubigen unlogisch erscheint, hinterfragt er nicht, denn er „denkt“ mit dem Herzen.
Und ich stehe hier eindeutig bei den Rationalen und stoße ins selbe Horn.
Und das tue ich immer noch, denn selbst obige Erfahrung, die rein energetische, ändert hier nichts. Ich habe etwas bekommen. Botschaften, Einblick, Energie. Doch was soll ich der Welt erzählen? Dass Jesus ein Baum ist? Und dass es da eine „Weltbedrohung“ gibt, tausendmal älter und bedrohlicher, als sämtliche Nuklearwaffen zusammen?

Nachtrag 2: Levitation bezeichnet die Fähigkeit des Schwebens. Dabei können Objekte „levitiert“ werden oder der menschliche Körper. Levitation soll eine der höheren geistigen Fähigkeiten sein, die der Psychokinese zuzuordnen ist. 

Zu den erwähnten Filmen:

Dieser Text animiert dich zu weiteren Gedanken? Kommentare sind immer gern gesehen (Kommentarfeld untenstehend).
Du findest den Artikel gut? Dann freue ich mich über sehr über ein Like und noch mehr, wenn du den Artikel in Social Media teilst. (Buttons untenstehend.)
Mehr von mir? Dann adde mich bei Facebook und du kannst mich ein bisschen kennenlernen: Facebook
Du möchtest mich unterstützen? Durch eine Spende schaffst du mir etwas mehr Freiraum, damit ich weiterhin hochwertige Artikel schreiben kann: Spende

Copyright: © Tanja Braid, www.neoterisches-bewusstsein.com

10 thoughts on “Energetische Erfahrung: Jesus, die Nägel und der Wald”

  1. Liebe Tanja
    Träume können zeitweillig ganz ordentlich schäumen und süssen, bitteren, salzige oder superpfefferscharfen Geschmack hinterlassen.
    Einer Sequenz die übel der einer Wiederholungsendung glich gewann ich, aus Neugierde heraus geboren die Fähigkeit die Träume lenkend zu beeinflusen.
    Hatte eines schlauen Tages beschlossen nun den Flug in den Abgrund doch gefälligst mal zu beenden als kurz vor, aufwachend den Aufprall zu verpassen. Gedacht getan und das Resultat war erschütternd einfach als reales Herunterfallen von meinem Schlafgelieger und einige Beulen erinnerte an die Bescheidenheit des eigenen Seins.
    Heute liebe ich es meine Träume zu „steuern“

    1. Lieber Stedi,
      ich danke dir für deinen Kommentar und freue mich immer wieder, von dir zu lesen.
      Ja, was du beschreibst, ist das luzide Träumen.
      Auch in dieser Kunst „übe“ ich mich und möchte bei Gelegenheit meine Erfahrungen hier darstellen. Obwohl ich hier schon Erfolge verzeichne, sind meine Erlebnisse noch zu subjektiv, als dass sie berichtenswert wären.
      Aber ich denke, das wird sich bald ändern. 😉
      Merci!
      Und liebe Grüße,
      Tanja

      1. Liebe Tanja
        hmm.. ist ganz leicht,hat aber auch Grenzen und die Voraussetzung sich freudig und positiv auf Träume einzulassen, dan dämmerst du weg und weger, erste Fetzen dich erhaschen und schon bist drin im Bewusstsein, dass du träumst. Alles Ander ergibt sich, jedoch steuern solltest du sanft und keine allzu abrupten Wendungen vollziehen. Sonst ziehst dir Beulen zu.

  2. Liebe Tanja,

    mir gefällt deine Art zu schreiben sehr. Ich gehe auch schon seit vielen Jahren durch teils heftige Prozesse…

    Zu deinem Artikel über Jesus fiel mir ein Traum ein, den ich einst hatte. Da gab es auch eine Assoziation zu Jesus. Ich lass ihn hier mal nieder:

    Zuerst war ich bei meinen Eltern im Haus, vermischte reale Szenen. Irgendwann änderte sich das und fremde Menschen tauchten auf.
    Die Stimmung wurde mysteriös und bedrohlich. Ich wurde mit anderen Menschen in den Keller gesperrt und musste mich auf eine andere junge Frau legen. Also die Menschen wurden aufeinander gelegt, Gesicht auf Gesicht. Auf jeden Fall waren wir wie Gefangene und mussten uns dann körperlicher Experimente unterziehen. Viele komische Dinge passierten und es wurde darauf geachtet, dass wir nicht abhauen können.
    Aber es gab da eine junge Frau, die plötzlich verschwand, ich sah das und mit einer anderen Frau erwischte ich den richtigen Moment und wir hauten ab.
    Wir rannten und rannten und versteckten uns gleich in einem der ersten Gärten (was ich so oft tue, wenn ich im Traum verfolgt werde) Die „Bösen“ entdeckten unser Verschwinden und verfolgten uns. Wir bekamen den Impuls weiter zu flüchten, so sprangen wir von Garten zu Garten, die Verfolger hinter uns her, aber noch in Entfernung. Irgendwann kamen wir an ein Haus, wo wir wussten, dass dort auch die andere Frau Zuflucht genommen hat. Sie nahmen uns auf. Erst hielten wir uns auf dem Balkon auf, doch die Verfolger erschienen. So wurden alle Fenster und Türen im Haus geschlossen und wir gingen in den Keller und schlossen uns in einem Zimmer ein. Wir waren ca. 5 Frauen und hatten alle Angst, bis auf die eine, die saß da recht entspannt.
    Von draußen wurde an die Türe geklopft und gerüttelt, wir sollten aufmachen. Wir saßen am Boden und mit unseren Füßen drückten wir mit aller Kraft gegen die Tür. Die Türe bewegte sich aber trotzdem immer mehr und mehr. Sie befahlen uns unsere Namen zu nennen und ich sagte den anderen, wir sollte falsche Namen angeben, damit sie uns nicht erkennen, aber das half nicht. Sie brachen ein.
    Drei der Frauen wurden mit Gewalt weggezogen und ich war als nächste dran. Ich schaute zu der Frau, die da entspannt saß und die von den Verfolgern nicht beachtet wurde. Ich fragte mich, wieso sie übersehen wurde und in dem Moment sagte sie, sie wäre schon so feinstofflich, dass sie das alles gar nicht mehr angehen würde, sie sich gegen nichts wehren müsste und ihr deshalb nichts passiert. Was sie sagte, fuhr durch mich durch als eine Erkenntnis. Ich wusste, ich müsste nun alles zulassen. Die Männer redeten auf mich ein und ich lass trotz Angst und Furcht alles durch mich durchgehen (aber ich tat noch so, als ob ich befreit wäre), dann schlugen sie mit einem Brett auf mich ein und ich erduldete alles unter großen Schmerzen. Innerlich wehrte ich mich noch dagegen, aber zeigte es nicht. Ich sang „I love you, I love you, I loooove you“, um mich frei zu singen, um zu zeigen, dass ich mich meinem Feind hingebe. Aber es ging weiter und einer der Männer vergewaltigte mich. In mir war immer noch Abwehr. Mein Körper wurde bewegt und geschwungen und plötzlich löste sich im Kopf meine Abwehr auf, der ganze Verstand verschwand und ich wurde reine tanzende Energie. Da war kein Ich mehr.
    Ich wachte dann auf und mein Körper schwang immer noch in Extase und in reiner Feinstofflichkeit. Dann kam aber mein Mind zurück und war so was von begeistert von dem Erlebnis, so dass sich die Kontur einer Person wieder auftat.
    Ich dachte sofort an Jesus und wusste, dass er kein Schmerz hatte, als er gekreuzigt wurde, da er in dieser Feinstofflichkeit, war, wo er völlig unberührt war von der harten Kontur der Körperlichkeit.

    1. Liebe Mica,
      herzlichen Dank für deinen Kommentar – und für deine Erfahrung. Ich danke dir, für dein Vertrauen und deine Offenheit.
      Es gibt tatsächlich in der „höheren“ spirituellen Literatur den Lehrsatz, dass man sich jedem Angriff durch Hingabe entziehen kann. Insofern berührt mich dein Traum sehr. Es heißt, in dem Moment, in welchem man „höher“ schwingt als der Feind, ist man für den Feind – der niedrig schwingt – nicht mehr sicht- und angreifbar. Das macht für mich sehr viel Sinn. So empfiehlt ein indischer Satguru, der einzige, nämlich „Maharaj Charan Singh“, auch bei magischen und astralen Angriffen genauso zu handeln, wie du es getan hast. Völliges Ausliefern mit dem Bewusstsein, dass jedes Wesen, mag es noch so negativ sein, aus der selben Quelle kommt, wie man selbst. In dem Moment, in welchen man in diesem Bewusstsein ist, kann der Feind nicht angreifen, weil die Angriffsfläche für ihn verloren ist.
      Ich bedanke mich nochmals sehr herzlich für deinen Beitrag!
      Mit lieben Grüßen,
      Tanja

  3. Liebe Tanja,

    ja, da stimme ich dir zu. In diesem Moment im Traum schien es das einzige richtige zu sein, bzw. ich hatte keine andere Möglichkeit anders zu handeln, es ist ja eigentlich alles ohne mein Zutun geschehen. Im Vergleich dazu ist es auch interessant zu beobachten, dass es auch andere Alternativen gibt: so fallen mir im Traum oft unerwartet Tricks ein, Lösungswege zu finden. Z.B. konnte ich mich in einer gefährlichen Situation energetisch erhöhen, so dass ich für die anderen nicht mehr sichtbar war. Kannst du dich denn im Traum ausliefern mit dem Bewusstsein, dass alles aus derselben Quelle stammt?

    Ich habe vorhin (mal wieder zufällig) in einem gechanneltenBuch von Varda Hasselmann über die Kreuzigung Jesu gelesen: … “ so gab es für ihn keinen anderen Ausweg aus der Situation, als sich ihr hinzugeben und seine Angst zu transformieren. Und weil die Angst ins Unermeßliche angewachsen war, konnte sie sich auflösen. Sie verwandelte sich durch einen Akt der Gnade in eine ernsthafte Liebe, die sich bereit fand, alles zu akzeptieren, nicht mehr zu handeln, nur noch geschehen zu lassen. In dem Augenblick, wo die Angst ihren Höhepunkt erreichte, um dann endgültig zu entweichen, geschah mit Jesus das, was ihr als Erleuchtung bezeichnet. Und während er noch betete und Dunkel ihn umgab, spürte er, wie er von großer Ruhe ergriffen wurde, wie alles, was ihn jemals festgehalten hatte in seinem Körper, in seinem Wunsch zu leben, von ihm wich und eine heitere Stille ihn erfüllte, die er noch nicht gekannt hatte. Von einem Verstrickten wurde er zu einem liebenden Beobachter aller Dinge und Geschehnisse der Schöpfung. Da er von nun an mit seinem Körper nicht mehr identifiziert war, obgleich er die Schmerzen spürte und auch den Hohn empfand, den man über seine Psyche ergoß, war ihm alles, was ihm jetzt widerfuhr, in gleichem Maße gültig. Dadurch hatte er keine andere Wahl, als alles zu bejahen, als alles zu akzeptieren ohne Widerstand, ohne Kampf, ohne Verurteilung. Er war im eigentlichen Sinne ein Lamm Gottes geworden. Aber nicht ein Lamm im Sinne eines Opfers, sondern ein Lamm im Sinne einer Seele, die die höchste Erfüllung in Liebe gefunden hat, weil sie lebt, ohne Leben manipulieren zu wollen, und weil sie lebt aus Vertrauen heraus, daß für sie gesorgt wird und daß nicht, was geschieht, gegen sie gerichtet ist. Erfüllt von dieser wahrhaftigen Milde und Hingabe ließ er sich martern, und die Vergebung, die er denen zuteil werden ließ, die ihn peinigten, war keineswegs ein Akt der Großzügigkeit. Vielmehr fand Jesus sich in einer Verfassung, die es ihm unmöglich machte, nicht zu vergeben. Die Distanz, die er zu all dem hergestellt hatte, was mit ihm und um ihm herum geschah, erlaubt ihm, das Leid seines Körpers zu spüren, ohne zu hassen. Er war nun frei vom Zwang zu reagieren. und weil er sich allen Geschehnissen ohne Widerstand hingab, erlaubte ihm sein Körper, in eine so tiefe Ohnmacht zu fallen, dass man ihn für tot halten musste. “ …

    Viele liebe Grüße
    Mica

    1. Liebe Mica,
      vielen Dank für deinen Kommentar und die Darstellung von Jesus, der in der größten Dunkelheit zur Erleuchtung gefunden hat – nach Varda Hasselmann.
      Und ich gestehe: Nein, ich habe mich im Traum noch nicht ausgeliefert in dem Bewusstsein, dass alles aus einer Quelle stammt, weil ich im Traum noch in keiner Situation war, in welcher ich es tun musste. Die Frage müsste bei mir heißen: Täte ich es. Und ich denke, ja. Wenn zurückschlagen, fliehen, laufen alles nichts bringt weil die Übermacht zu groß ist, dann täte ich es. Völlige Hingabe an einen „extremen“ Zustand.

      Zu Varda Hasselmann: Ich habe ein bisschen (wirklich nur bissi) 😉 Probleme mit ihr, verstehe aber das Bild, dass sie, und du, ihr beide also, mit Jesus zeichnet, sehr gut. Ich verstehe den Gedanken dahinter, der schon sehr stark und tief ist, das darf man nicht schmälern oder in Abrede stellen, außerdem beschreibst du es sehr gut! Lt. Varda ist Jesus also nicht nur der auf ewig Vergebende, sondern war einfach frei davon, frei von seinen eigenen Emotionen/Affekten. Aus diesem Grund hasste er nicht, wo er doch hassen hätte können, und aus diesem Grund gab es für ihn nichts mehr zu vergeben, obwohl alle, die Varda nicht gelesen haben, meinen, Jesus quasi unser Karma auf sich genommen – während er uns auch noch vergeben hat …

      Doch wenn man Varda außen vor lässt, so ist der Zustand dieser Unberührtheit, in welcher der Dualismus (Gut und Böse, Licht und Schatten …) aufgehoben ist, für uns alle erstrebens- und suchenswert. Auch wenn wir ihn wohl nur, wenn überhaupt, nur temporär erreichen können.

      Ich danke dir also herzlich für deinen Beitrag! 🙂 Er ist wertvoll. Und ich hoffe, dass viele ihn lesen werden, weil wir davon letztenendes alle profitieren.

      Liebe Grüße,

      Tanja

  4. Liebe Tanja,

    die meiste Zeit bin ich auch im Fluchtmodus im Traum, wenn Gefahren anstehen und renne mich manchmal fast zu Tote… bis ich dann zum Glück aufwache. Der Überlebenswille ist einfach so stark. Dass es da aber etwas in mir gibt, das plötzlich gelernt hat auch manchmal anders mit solchen Situationen umzugehen, finde ich schon erstaunlich. Sowieso scheint mir das Traumerleben reichhaltiger an Mutproben, Lehrstunden und Erkenntnissen zu sein, als das was ich tagsüber antreffe, wie geht es dir dabei?

    Über Varda habe ich auch schon viel unterschiedliches gehört und habe da kein festes Bild bzw. Meinung.
    Ja, Jesus Vergeben beruhte wohl nicht auf ethischer Einsicht, sondern resultiert aus dem tiefen existenziellen Einbruch in sein Sein. Ob es stimmt, wie es Varda’ Quelle beschreibt, dass er noch Beobachter war und die Schmerzen spürte oder ob er nicht vielmehr darüber hinausgewachsen war in die Grenzenlosigkeit, wo sich jeder Schmerz auflöste genau wie der Standpunkt des Beobachters…

    Ich bin weit entfernt von dem, was du meinst, was ich sein könnte. Was ich aber laut Varda mit Jesus gemeinsam habe (wobei ich es von einem anderen Channel durchgesagt bekam) ist das Entwicklungsziel des Akzeptieren. Und das kann ich auch bestätigen, bzw. wusste es schon vorher, dass es wohl u.a. bei mir darum geht, dies immer wieder zu erfahren…

    Liebe Grüße und danke dir!
    Mica

    1. Liebe Mica,
      herzlichen Dank für deinen Kommentar.
      Ja, ich sehe es ähnlich wie du: Das Traumleben ist wirklich reich an Mutproben, Lehrstunden und Erkenntnissen, jedoch ist auch die Alltagsrealität reichlich damit gefüllt: Schule, Liebe, Entäuschug, Beruf, Unfälle, Schicksal … Auch das Leben lehrt.
      Wie es mir damit geht? – Ich weiß natürlich, dass ich im Traum „unterrichtet“ werde oder in „Lebensdimensionen“ gelange, die für mich essentiell sind, weswegen ich beim Aufwachen oft traurig bin … Aber genauso stehe ich in diesem Leben mit beiden Füßen auf der Erde und versuche es zu leben und zu begreifen, so gut ich kann. Wenn ich „wach“ bin – auch wenn natürlich das Leben selbst ein Traum ist – bin ich voll und ganz hier. Wenn ich meditiere, bin ich „Dazwischen“ und wenn ich träume, bin ich „fort“. Und das alles bin ich voll und ganz.
      Ich bin übrigens bei dir, wen du sagst, das Entwicklungsziel ist das Akzeptieren. Aus der Populäresoterik kennt man den Satz: „Du musst loslassen“. – Tausendmal gehört und gelesen. Doch es stimmt nicht. Es geht immer ums Annehmen.
      Liebe Grüße,
      Tanja

  5. Interessant – und sehr anschaulich beschrieben – muss ich nochmal lesen. Meine ganz kurze Bemerkung zur weiterer Gedankenanregung: Atheismus ist auch eine Glaubenslehre…Um diese Bemerkung zu untermauern bedürfte es ein sehr langes Kapitel. Ein bemerkenswertes Buch zu diesem Thema wäre vielleicht „From Atheism to Catholicism – How Scientists and Philosophers led Me to Truth“ von Kevin Vost – Clinical Psychologist. Es gibt auch andere, aber das ist vielleicht nicht mehr im Rahmen dieses Blogs.
    Viele Grüße,
    Michael

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

WordPress spam blockiert CleanTalk.