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Neoterisches Bewusstsein

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Kategorie: Energetische Erfahrung

Energetische Erfahrung Schlafersatz, Heilung und Elementale

Energetische Erfahrung: Schlafersatz, Heilung und Elementale

Seit Montag, 05.03.2018 bis heute, Samstag 10.03.2018, schlafe ich nicht mehr länger als etwa drei Stunden pro Nacht und fühle mich topfit. Auch meine energetische Sehkraft hat sich verfeinert. Obzwar ich schon seit 2010 Auren sehe, weiße Schleier, wenn sich jemand bewegt, parallel einfallende Linien im Zimmer oder in der Natur, sowie opalisierende Strahlen, die mein eigener Abdruck zu sein scheinen, sehe ich nun noch „mehr“, insbesondere selbst erzeugte Gedankenformen (Elementale) …
Genau fünf Tage hält dieser Zustand jetzt an. Wie ich im Artikel Kundalini Siddhis – Paranormale Fähigkeiten berichtete, kann Kundalini Schlaf ersetzen. Auch Edgar Hofer aka OWK, Satsang-Lehrer, Buchautor und Kundalini-Erweckter berichtet in Schlafmangel durch Kundalini, wie er einmal drei Tage hindurch aufgrund Kundalini gar keinen Schlaf mehr brauchte. Zwar schlafe ich noch, doch die Energie, die mich wach hält, ist sehr umfassend und tragend. Ausschlaggebend hierfür war ein Ereignis am 05.03.2018, von welchem ich nun berichten werde:

Skizze – 05.03.2018 – innerer Monolog

Ich bücke mich hinunter zu meiner Hündin. Meine beiden Hüftgelenke schmerzen. Es reicht, denke ich. Wenn es so weiter geht, brauche ich bald zwei neue Hüftgelenke …
Meine Hündin blickt mich an.
Vielleicht werde ich auch nicht alt …
Ich lege ihr das Geschirr an, sie schlüpft ungeduldig hinein.
„Wo magst du gehen? Oder magst du mit dem Auto fahren?“
Sie schnaubt. Ich herze sie kurz und drücke meine Lippen auf die seidigste Stelle hinter den Ohren.
Sie schüttelt sich.
Check. Zärtlichkeitsübergriff von Frauchen kurz vorm Gassigehen nicht erwünschst.

„Jesus, Maria und Josef!“ Ächzend steige ich ins Auto. Meine linke Hand klammert sich an den Türrahmen, vorsichtig setze ich erst den einen, dann den anderen Fuß ins Auto. Wenn das so weiter geht …! Ich muss was tun. Entweder Schulmedizin und neue Hüftgelenke oder – ja, was? – Geistheilung, energetische Selbstheilung …?
„Geistheilung?“ Ich werfe einen Blick in den Rückspiegel.
Meine Hündin sieht mich an.
Das hat bei mir noch nie funktioniert. Vermutlich muss ich mich selber heilen. Nein. Ganz sicher muss ich es selber tun. (Im Grunde weiß ich das.) Aber dann brauche ich mehr energetische Kraft. Viel mehr. „Jesus, wenn du meinst, dass ich älter als fünfzig werden soll, dann gibst du mir bitte mehr Kraft.“ 

Aua. Mia, meine Hündin, trottet neben mir her. Wir laufen. (Zumindest probiere ich es.) Bei jedem Aufsetzen der Füße auf den Asphalt verspüre ich einen dumpfen Schmerz in den Hüften. Kundalini läuft mit. Durch die vermehrte Zufuhr von Prana in der Atemluft hat sie schon mein ganzes System überschwemmt, immer wieder drehen sich beim Einatmen meine Augäpfel einwärts, nach innen oben, noch zwei, drei Atemzüge mehr … Und etwas würde passieren.
Und es passiert. Mein Herz krampft sich zusammen, mein Atem stockt, ich beuge mich vornüber und ein Weinkrampf schüttelt mich …

23.00 Uhr. Ich schlage die Bettdecke zurück und „klettere“, aufgrund der Schmerzen, vorsichtig ins Bett. Kaum, dass ich entspanne, tritt Energie in meine beiden Füße ein. Sie steigt die Waden hoch, die Oberschenkel und umhüllt meine beiden Hüften, was den Schmerz etwas mindert …
Und sie steigt noch höher. Direkt von den Hüften bewegen sich zwei Ströme bauchseitig in Richtung Nabel, dann noch höher, und überfallsartig schwappen die Ströme im Solarplexus-Chakra zusammen.
Ich presse die Zähne aufeinander. Es brennt. Und langsam verglüht die Energie …
Ich schlafe ein.

Nach etwa drei Stunden schlage ich die Augen auf. Und ich bin so ausgeruht, als hätte ich acht Stunden geschlafen. Der Hüftschmerz? Noch da, aber viel erträglicher. Seither ist es Nacht für Nacht dasselbe. Ich lege mich nieder, schlafe ein und bin nach drei Stunden völlig erholt.

Erläuterung: Höheres Selbst und das Unbewusste

Meine Bitte um mehr Energie wurde offenbar erhört. Ob es Jesus „himself“, Kundalini, jemand anderer oder etwas anderes war, weiß ich nicht. Tatsächlich bin ich ständig im Kontakt mit „irgendwem“ oder „irgendwas“, 24/7, doch das war schon so, als ich noch ein kleines Mädchen war. Diese Verbindung ist jedoch unbewusst, weswegen ich kaum etwas darüber aussagen kann, bzw. es nur wie folgt darstellen kann: Wenn das Unbewusste z. B. Universität, Arena und Spielplatz ist, dann kriege ich vom Bildungs-, Kampf- und Spielbetrieb nur soviel mit, wie es ein tauber und blinder Mensch täte. Das heißt, dass ich sehr wohl weiß, dass sich ständig etwas abspielt, jedoch nicht, was. Und mehr, als mit dem Blindenstock darin herum zu stochern, ist mir nicht möglich.
Ich möchte daher nicht den Eindruck erwecken, dass jeder Jesus nur kurz anfunken müsste, um sich Wunder zu verschaffen. (Gelänge dies, wären wir alle reich, glücklich und gesund.) Ob etwas geschieht oder nicht, hat weniger damit zu tun, was man wünscht, denkt oder spricht, sondern vielmehr mit jenen unbewussten Strukturen, die sich an den Worten ausformen. Erst diese Strukturen, die sich einschwenken, und die man sich vielleicht wie eine U-Bahn vorstellen kann, welche nur temporär und auch nur bei starken Gedanken Universität, Spielplatz und Arena miteinander verbindet, transportiert eine bestimmte energetische Kraft/Energiekumulation oder eine Entität zum gewünschten Ort. Ob diese dann aussteigt und andockt, um z. B. dem Professor die Leviten zu lesen, ob sie den Kämpfern neue Waffen gibt, den Kindern Süßigkeiten reicht …? Das obliegt der Intelligenz und Gnade der Energie/Wesenheit. 

Solarplexus

Das Solarplexuschakra ist u. a. die Energiezentrale, die Drehscheibe, die Energie im Körper verteilt. Es war in meinem System immer etwas schwächer entwickelt. Ich kann nicht voraussagen, ob der jetzige Zustand dauerhaft ist. Auch wollte ich hier, im Blog, nicht davon berichten, bevor er nicht mindesten drei Tage lang anhielt. Wenn die erhöhte Energiezufuhr mit dem nunmehr gelösten „Knoten“ im Solarplexuschakra zu tun hat, dann habe ich wohl achtzugeben, dass ich nicht wieder einen Knoten entstehen lasse. Natürlich werde ich vorsichtiger sein, vorsichtiger mit meinen Wünschen, meinem Ich, meinem Wollen… Ich war vielleicht immer eigensinnig, doch stets rücksichtsvoll, bisweilen schüchtern, daher nicht unbedingt ein Ausbund an nach Raum verlangender Vitalität. Doch so wohl wie jetzt habe ich mich die letzten acht Jahre, seit Beginn meiner Krankheit (chronische Lyme-Borreliose) nicht mehr gefühlt. (Aufgrund der Krankheit sind auch die Gelenke, vor allem die Hüftgelenke, bei mir schon in Mitleidenschaft gezogen. Ich bin jetzt 39 Jahre alt.)

Hoffnung

Wenn du meinst, dass ich älter als fünfzig Jahre werden soll, dann gibst du mir bitte mehr Kraft.

Natürlich gilt – wie immer: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wie viele Lyme-Borreliose-Kranke habe auch ich sehr viel probiert und viel Geld bezahlt, um letztendlich zu akzeptieren, dass ich mit dieser Krankheit leben muss und durch diese sterben werde, insofern mich kein Autounfall oder etwas anderes früher „abberuft“. Ich habe die Hoffnung auf Heilung tatsächlich aufgegeben und begnügte mich mit Schadensbegrenzung, das heißt im Falle Hüftgelenke, dass ich eben irgendwann neue brauchen würde … Mit Hüftgelenken geht das. Doch Leber, Nerven, Sehkraft (Netzhautablösung) … Irgendwann wäre auch die Grenze möglicher Reparaturen erreicht …
Da der energiegeladene Zustand seit Montag 05.03.2018 anhält, wage ich zum ersten Mal wieder, hoffnungsvoll zu sein. Natürlich kommt es auch durch diese unbändige Kraft, die das Gefühl verleiht, dass nichts unmöglich und alles zu schaffen ist. Es hat sich etwas sehr Grundlegendes verändert. Oder eingerenkt.
Und da ich jetzt sehr viel mehr Zeit habe, kann ich mich auch der Selbstheilung widmen, durch Meditation, vermehrter Energiezufuhr usw. … Ich gebe zu, dass ich bisher nicht die Disziplinierteste war, wenn es galt, z. B. zwei Stunden täglich in Meditation zu verbringen, Yoga-Nidra oder eine andere heilende Technik (Rang Dröl …) zu praktizieren, wenngleich ich seit Dez. 2017 regelmäßig Kundalini-Yoga mache. Doch wenn mir beim stillen Sitzen in der Meditation nicht langweilig wurde, wurde ich müde oder ich brachte die Kraft gar nicht dazu auf, weil mit Borreliose eine permanente Erschöpfung einhergeht.
Das ist jetzt anders. Ich denke, ich bin jetzt verpflichtet, mir selbst zu helfen, andernfalls wäre das Energiegeschenk missachtet und vergeudet.

Energetisches Sehen und Elementale

Als Nachtrag, wie energetisches Sehen funktioniert und was ich nun ebenfalls wahrnehme/erzeuge, muss ich mich behelfsmäßig an Franz Bardon (1909 – 1958)  halten.
Die Realitätswellen, die sich wie in einer Lavalampe hin und her bewegen, jene Wellen, die sich in alle Richtungen bewegen sobald der Fokus zerrinnt, sowie die schwarz-weiße Störfrequenz, die man noch aus Zeiten kennt, in welcher Fernsehgeräte gerade Störrauschen zeigten, da sie kein Signal erhielten, was vielleicht auch als Metapher für das menschliche Gehirn gelten kann, denn wenn „das Signal“ ausbleibt, kann man „grauen Gries“ im Raum sehen … All das beschreibe ich u. a. im Artikel Realität ist eine Illusion.
Franz Bardon beschreibt in Der Weg zum wahren Adepten – Einweihung in die Hermetik, Ausgabe 2001, Rüggeberg-Verlag auf S. 178 ff, die Schaffung von Elementalen, Larven, Schemen und Phantome. Der Einfachheit halber nenne ich sie jetzt selbsterzeugte und lebendige Gedankenformen. Es war mir bis jetzt, da ich sie sehen kann, nicht bewusst, dass ich diese sehr häufig und mit einer gewissen Langlebigkeit zu produzieren imstande bin. Dies geht in sehr subtile Bereiche.
Elementale, Larven, Schemen und Phantome können auch eine negative Auswirkung haben, da die Gedankenformen stets zum Urheber zurückkehren. Aufgrund Kundalini und Lebenskraft (Orgon, Od, Reiki, Prana usw.) sind diese Gedankenformen bei mir nun stärker, da ihr Skelett energetisch ist, weswegen ich aufgerufen bin, mein Denken mehr zu disziplinieren … Im schlimmsten Fall erschaffen sich Menschen ihre eigenen Geister und Dämonen. Und im schwarzmagischen Fall kann man damit anderen Menschen schaden.
Die Erschaffung dieser lebenden Gedankenformen geschieht über emotionale Erregung (Larven) oder durch den bewussten Willen (Elementale). Wie man Elementale erschafft, kann hier nachgelesen werden: Erschaffung von Elementalen.
Je nach Gedanken, Bausatz und Bildungsform, sehe ich nun entweder verschiedenfarbige „Lichtwolken“, „Gebilde“, bisweilen „Gesichter“ oder „geometrische Strukturen“. Als ich vor kurzem intensiv über einen Stundenplan nachdachte, wie ich meine nächtliche Zeit jetzt einteile, bildete sich links und rechts neben meinem Kopf eine Art goldenes Netz … Ich vermute, es war die „nunmehr definierte und festgelegte Zeitstruktur“, die sich gezeigt hat … Es ist sehr spannend.
Bei schnellen, akzentuierten Gedanken sehe ich stets einen kleinen dunkel- oder hellblauen Punkt davonschweben, der aus meiner Stirn austritt. Es geht blitzschnell und kann beim Fernsehen oder Lesen passieren, jederzeit, jedoch stets dann, wenn ich kurz innehalte und bewusst reflektiere …

Ausblick

Ich werde in etwa drei Monaten davon berichten, ob ich mich erfolgreich heilen konnte, sowie ich natürlich darüber berichten werde, ob der momentane Zustand dauerhaft ist.

Buchverweis: Franz Bardon, der Weg zum wahren Adepten – mehr Infos mit Klick auf das Cover. (Hinweis: Auch wenn das Cover aussieht, als handle es sich um einen Fantasyroman für Jugendliche, ist dieses Buch eines der wertvollsten, das man besitzen kann. Offenbar hat man bei der Covergestaltung kein gutes Händchen gehabt. Daher bitte ich, unvoreingenommen zu sein.)
 

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Erzengel

Erzengel entmystifiziert

ErzengelÜber Engel und Erzengel wurde in den letzten Jahren so viel geschrieben, dass die Buchhandlungen ganze Regale dazu füllen. Engel werden darin als freundliche, selbstlose Helfer beschrieben, die jederzeit auf unsere Bitten reagieren. Insbesondere Frauen lieben diese Bücher und können sich ein Leben ohne Mitwirken der Engel nicht mehr vorstellen. Dabei hilft Erzengel Michael bei der Parkplatzsuche, behebt sogar technische Defekte und Erzengel Chamuel hilft den Partner fürs Leben zu finden. Interessanterweise sind auch die Verfasser der Bücher überwiegend weiblich, wie z. B. Lorna Byrne, Doreen Virtue, Diana Cooper … Engel und Frauen scheinen einfach so sehr zusammen zu gehören, wie Pferde und Mädchen. Ich habe selber einige dieser Bücher, weil auch ich vor vielen Jahren, lange bevor ich mich intensiver mit Spiritualität befasste, einmal durchaus Gefallen daran fand. Wunderschöne, gewaltige Erzengel – Raphael, Michael, Uriel, Gabriel – kommen als großartige Beschützer, Heiler, Berater auf uns zu, hüllen uns ein in ihr Licht, schenken Liebe, Trost und Inspiration … Ja. Das hat schon was. Dieser Ideenkosmos mit seinen Idealen und seiner Schönheit sprach auch mich einmal an. Keine Frage.
Allerdings erfuhr ich später, wie trügerisch diese Vorstellungen sein können. So wandelte sich mein Engelverständnis rapide, da meine persönliche Erfahrung mit Erzengeln dem kolportierten Bild nur peripher entsprach. Keiner hat je ein bestimmtes Problem aus meinem ganz persönlichen Vorrat gelöst, ebensowenig wurden mir Herzenswünsche erfüllt, weswegen die „Wünsch-dir-was-Esoterik“ einmal mehr zur infantilen Spiritualität gezählt werden muss.

Als im Jahr 2012 Kundalini bei mir erwachte, beschäftigte ich mich kurz zuvor mit der Magie des Dr. John Dee. John Dee war der Hofastronom von Elisabeth I., 16. Jh. Er war ein sehr gebildeter Mann, Mathematiker, Geograph, Mystiker, der leider sehr verarmt starb. Dr. John Dee hat wunderbare Systeme geschaffen, die Engelsprache übersetzt und vieles „Wundersames“ mehr … Ebenso versuchte er Kontakt zu Erzengel Uriel herzustellen. Dabei schuf er eine magische Tafel mit verschiedenen Buchstaben, engagierte ein Medium (Edward Kelly) und erhielt Botschaften von Erzengel Uriel, die ihm Wort für Wort rückwärts diktiert worden sind.
Auch ich versuchte im Jahr 2012 Kontakt zu Erzengel Uriel herzustellen, jedoch auf einem völlig anderen Weg und gänzlich ohne Hilfsmittel. Diese Bemühung trug insofern Früchte, weil durch diesen Kontakt das Kundalini-Erwachen begann.
Erzengel Uriel war mir von allen beschriebenen Engeln stets am nächsten, von seiner „Idee“ her und der Symbolik. Uriel soll rubinrot und/oder bernsteinfarben sein, seine Symbole sind Schwert und Flamme, er ist sehr weise, seine Energie ist als „erdnah“ beschrieben … Gleich Cherub und Seraph ist er das „Feuer Gottes“, durchaus strafend und etwas zwielichtig. Er führt den Vorsitz über die Hölle und wird am Tag des jüngsten Gerichts ergrimmt die Pforten zur Hölle öffnen …
Ja, nicht so ohne, dieser Engel. Und immer fühlte ich mich diesem sehr nah.
Das nächste, was ich hier in den Raum stelle, ist, dass genau das die perfekte Basis ist, um einen gelungenen Kontakt herzustellen: aufrichtige Bewunderung, Faszination und der unbedingte Wille, mit dieser Wesenheit in Kontakt zu kommen. Später habe ich auch unkonventionellere Praktiken angewandt, die John Dee aufgrund seiner Frömmigkeit weder andenken noch ausführen konnte, die nun jedoch alles andere als „sexualmagisch“ waren, denn Magie, auch wenn sie weiß ist, trägt immer ein bestimmtes manipulatives Potential – eine Absicht. Ich dagegen war völlig ohne Absicht, da zu dem Zeitpunkt unbedarft, und doch im Spiel mit unendlich starken Kräften … So passierte mir „Kundalini“ an einem trägen Sonntagnachmittag im August, während draußen – Klischee, aber wahr – ein heftiges Unwetter tobte, das später einen gigantisch schönen Regenbogen am elektrisch geladenen, blaugrauen Himmel zufolge hatte. Und es passierte über den Kontakt zu Erzengel Uriel, siehe Mein Kundalini-Prozess.

Doch zurück zu den Erzengeln. Meine Erfahrung später mit Erzengel Michael, Raphael, Gabriel und Uriel usw. war, dass sie kommen, wenn man sie ruft. Absolut. Dann sind sie nahe und machen vielleicht Druck am Hinterkopf, an den Schläfen oder sonst wo, auch aktivieren sie mal den berühmt-berüchtigten hohen Pfeifton im Ohr oder „fummeln“ sonst wie an einem energetisch herum, jedoch sind sie völlig untauglich, wenn es gilt, konkrete Probleme auf eine praktische und rasche Art zu lösen. Nach utilitaristischen Maßstäben – wertlos.

Achtzugeben ist, ob derjenige, den man meint, gerufen zu haben, auch eben dieser ist. Ich kann bis heute nicht dezidiert sagen, ob all jene, die ich kontaktierte, auch stets diese waren. Indizien, dass es nicht immer nur Selbstlosigkeit war, wenn der Kontakt zu einem Wesen gelang, gab es einige. Unter anderem erlebte ich seltsame Rückkoppelungen, wenn ich Gedanken/Ideen an ein Wesen aussandte, dies auch bei Erzengel Uriel. Je mehr ich gab, umso mehr kam zurück, jedoch dies auch, wenn ich mich innerlich verrenkte und beispielsweise devoter und förmlicher sprach, als es in meiner Natur liegt. Dies wunderte mich, entsprach es doch nicht der Populär-Literatur oben genannter Autorinnen. Sowie ich mich klein machte, wurde ich „belohnt“? Warum?
Aus diesem Grund kristallisierte sich über Engel bald jenes Bild heraus, das auch Ruth Huber, eine schweizer Autorin, in „Bewusstsein gewinnt, wer sich erinnert“ beschreibt. Ihrer Meinung nach gibt es, den sieben Chakren entsprechend, auch sieben astrale Sphären. Dem Solarplexus-Chakra ordnet sie die Sphären der Götter und Engel zu. Es geht hier um Herrlichkeit, Macht, Anbetung und Größe. So sieht sie Engel in dieser Sphäre als durchaus herrliche, glänzende Wesen, mit wunderschönen Attributen, glänzenden Waffen, doch alles, was in dieser Sphäre zählt, ist die Festigung der Macht. Und wo einer herrscht, müssen andere dienen. Es geht – gemäß Solarplexuschakra – um Ego, Wille, Selbstausdruck und Energieverteilung. Das Solarplexuschakra ist mit der Sonne assoziiert. Denkt man an Ludwig den XIV., den Sonnenkönig und seiner absolutistischen Staatsform sowie an seine Staffage, ist man vermutlich auf der richtigen Spur … 
So kann ich dieses Bild, neben allen Engeldarstellungen, unter anderem als wahr erachten. Aus dieser Sichtweise heraus stimmt es, denn ich erlebte es am eigenen „energetischen Leib“, dass Engel Aufmerksamkeit, Ansprache, Anbetung lieben, wobei hier nur eine Regel gilt: Je mehr, umso besser. Auch die zeitgenössischen Autorinnen bestätigen dies „unbewusst“, wenn sie es immer und immer wieder postulieren: 1. Kein Engel greift in den Willen des Menschen ein. 2. Sie müssen immer und immer wieder gebeten werden. Warum das so ist, wird nicht faktisch gesetzt: Es ist eben so.
Betrachtet man daneben die Konfessionen im Christentum, sowie die Religionen Judentum und Islam, so sind Engel biblisch-religiöse „Kreationen“, als solche direkte „Abkömmlinge“ von Gott, die bis auf Metatron (Henoch) niemals menschlich waren. Da aber vor allem Religionen das Sicht- und Erfahrungsfeld umso mehr einengen, je stärker der Glaube ist, sind auch Engel – konsequent gedacht – nur eine eingeengte Wirklichkeit, ein schmaler Streif inmitten eines endlos bunten Teppichs im astralen Gefüge.
Glaubt man William Buhlmann, Autor von „Expeditionen ins Jenseits“, so bilden Religionen eine konsensbasierte Wirklichkeit in der astralen Welt, innerhalb derer sich die Lehre wieder und wieder bestätigt, sodass es ratsam ist, größer zu denken. Als ich die Jenseitsberichte von Beatrice Brunner las, „Was uns erwartet, 12 Jenseitsberichte“, hatte ich Tränen in den Augen, und doch ist auch sie vollends im religiösen Kontext, sodass man sich durchaus fragen muss: Und wie gestaltet sich das Leben danach für einen Hindu? In ihren Schilderungen hätte ein solcher keinen Platz. Innerhalb dieser astralen Ausbuchtungen, den großen Weltreligionen und Mythen, gibt es gewiss Engel, wie beschrieben. Sowie es Odin, Apoll, Anubis, Mars, Enki und Tiamat geben muss.
Zu wem man daher betet, bzw. zu wem die Menschen seit Anbeginn beteten, wem sie huldigten und Opfer brachten, ist natürlich nicht egal, doch dahingehend immer gleich, da es über die Solarplexus-Region nicht hinauskommt. Das mag nicht so leicht zu verstehen und noch weniger zu akzeptieren sein, und hätte ich die Empirie mit Engeln nicht, hätte auch ich Schwierigkeiten, Ruth Hubers Modell zu akzeptieren.
In Wahrheit erhebt uns diese Einsicht aber, denn wenn wir aufhören, zu jemanden zu beten, im Sinne von „Anbetung“, werden wir selbstverantwortlicher, reifer und vor allem im Denken frei. Die Zeit der Menschenopfer haben wir „Gott sei Dank“ hinter uns. Wir können uns heute nicht mehr vorstellen, dass ein Gott unsere erstgeborenen Kinder will. Was wäre es für ein Gott? Ein germanischer. 😉 Doch auch Abraham hätte Isaak opfern sollen, was im Judentum jedoch als Glaubensprüfung verstanden wird …
Es gab also innerhalb der Glaubensrichtungen immer wieder Entwicklung, und ich denke, sowie wir einst frei sein werden, im Sinne Teilhard de Chardins, dessen Zukunftsvision vom Einheitsgeist der Noosphäre spricht, werden wir auch die Solarplexus-Sphäre der astralen Welt aufgelöst haben. Was ist ein Gott, an den keiner mehr glaubt? Was ist Ludwig der XIV. ohne Staat?
Wille, Macht, Ego. Da stehen die Götter. Und auf der Erde stehen wir.

Natürlich ist das nur ein „Denkfeld“ von vielen anderen. Wer christliche Nächstenliebe lebt, Jesus zum Freund hat und im Herzchakra Zuhause ist, kann das christliche Nächstenliebe nennen, kann es religiös etikettieren, doch ebenso völlig ohne auskommen und dennoch „im Herzchakra Zuhause“ sein. Darüber wiederum hat Emanuel Swedenborg, auf den ich mich stets reichlich beziehe, zur Genüge geschrieben, weswegen vor allem seine Engelsvorstellung hier nicht fehlen darf: Swedenborg zufolge ist die himmlische Welt in ständigem Fluss, in permanenter Veränderung begriffen. Grund hierfür ist die Entwicklung der Engel, die konstant an ihrer Vervollkommnung arbeiten. Jeder Engel ist individuell. Im Gegensatz zur Annahme vieler Theologen, wonach Engel kein Geschlecht haben, ist dieses nach Swedenborg durchaus vorhanden und entspricht ihrer menschlichen Existenz zuvor, denn bei Swedenborg gehen die Engel aus Menschen hervor. Verschmelzen jedoch ein männlicher und ein weiblicher Engel miteinander, so werden sie zu einem geschlechtslosen Engel, zu einem „Engelpaar“, das als solches ganz geworden ist.

Ich halte Swedenborgs Engelvorstellung am authentischsten und sie kollidiert auch nicht mit Ruth Hubers Modell, denn nicht nur ist die jenseitige/astrale Welt umso vieles reicher und größer, als wir gemeinhin denken, sondern ist überhalb der Solarplexus-Sphäre die Ebene des Herzens (Herzchakra) und darüber die des Ausdrucks (Halschakra) usw. … Sowie es auf der Erde Evolution gibt, gibt es sie auch in den astralen Welten. Auch geistige Wesen entwickeln sich.

Engel und Erzengel, Cherubime, Seraphe, Throne – sie alle sind gleichermaßen existent und „Annahme“. Ich persönlich bin sehr wählerisch geworden, an wen ich mich wende. Ich möchte niemandem die Freude an Engelkontakten nehmen, insbesondere nicht, wenn ein Gebet verantwortungsvoll und übergeordnet ist, mehr einbezieht als „Ich brauche jetzt schnell einen Parkplatz“ und „Ist das jetzt mein Seelenpartner“ etc. … Jedoch halte ich es für ratsam, kritisch zu bleiben. Engelkontakte, insofern sie mit dem Solarplexuschakra interagieren, müssen mehr wie Geschäftskontakte betrachtet werden. Man gibt und man nimmt. Ansonsten ist es immer angebracht, den Engelbegriff als solchen zu hinterfragen. Sowie zwei Menschen über Engel reden, meinen sie meist etwas völlig anderes, was sich auch schon in der schriftlichen Ausprägung der Populär-Autorinnen Doreen Virtue, Diana Cooper und Lorna Byrne zeigt. Alle drei sind „Engel-Expertinnen“ und doch sprechen alle drei je von einem anderen „Kosmos“, haben andere Grundannahmen und – interessanterweise – alle drei andere Engel-Erfahrungen. Was nun „wahr“ ist? Nun, ich denke, eines schließt das andere nicht aus, eines ist nicht wahrer als etwas anderes, sondern alles ist gleich gültig, weil die astrale/jenseitige Welt für all das reichlich Platz hat, bzw. „unerschöpflich“ ist.
Wer ohne Engel/Götter nicht kann oder ohne Gebete kein „runder Mensch“ ist, dem sei das alles belassen. Letztendlich geht es auch immer um Resonanz, Persönlichkeit und Reife, völlig egal, wer zu wem betet und warum. Die innere Absicht/Haltung entscheidet, wie ein „Gedankenpaket“ geschnürt und adressiert wird. 
Ich persönlich spreche ebenfalls noch zu „astralen“ Wesenheiten, doch nur mehr noch zu jenen, die einmal menschlich gewesen waren. Dazu gehört mein verstorbener Großvater, Jesus, Franz Jägerstätter, Edith Stein, Rainer Maria Rilke, Nikola Tesla, Maharaj Charan Singh und viele andere mehr …

Literatur/Quellen:
Dr. John Dee – Die Henochische Magie, Band 1
Dr. John Dee – Die Henochische Magie, Band 2
Doreen Virtue – EE und wie man sie ruft
Lorna Byrne – Engel in meinem Haar
Diana Cooper – Die EE, deine mächtigen Helfer
Beatrice Brunner – Was uns erwartet – 12 Jenseitsberichte
Ruth Huber – Bewusstsein gewinnt, wer sich erinnert
Emanuel SwedenborgHimmel und Hölle
William Buhlmann – Expeditionen ins Jenseits
Teilhard de Chardin – Sinn und Ziel der Evolution

(EE Abkürz. Erzengel)

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Energetik Wald Jesus

Energetische Erfahrung: Jesus, die Nägel und der Wald

WaldEs war im November 2016, als ich erstmals ein neues Interesse an Jesus als Person und der Bibel entwickelte. Ich fragte mich, ob sein Gang übers Wasser vielleicht nicht nur metaphorisch sondern viel wörtlicher zu verstehen ist, ob es nicht vielleicht ein Levitationsphänomen gewesen sein könnte. Ebenso fragte ich mich, wie es um seine Heilkräfte wirklich bestellt war. Hatte er Lazarus tatsächlich erweckt? Und wie genau wurde er gekreuzigt? Dass die Nägel nicht durch die Handflächen sondern durch die Handgelenke getrieben worden sind, gilt ja als gesichert. Aber die Füße? Wurden sie wirklich überkreuzt und von oben mit einem einzigen Nagel durchstoßen?
Im Zuge dieser Jesus-Phase sah ich mir einige Bibelfilme an. „Quo Vadis“, „König der Könige“, „The Passion of Christ“, und natürlich, unvergessen, „Die letzte Versuchung Christi“ von Martin Scorsese. Ein großartiger Film, in welchem David Bowie in einer Nebenrolle als Pontius Pilatus zu sehen ist.
Durch all mein Interesse und meine Fragen war ich wohl auch energetisch etwas aufgedrehter, denn anders kann ich es mir nicht erklären, was sich damals ereignete.
Im Dezember 2016 schließlich sah ich mir den Film „Auferstanden“ an. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich also etwa zwei Monate lang mit Jesus beschäftigt. Der Film war eher durchschnittlich, doch wiederum fragte ich mich während des Films einmal, wie Jesus nun bei den Füßen gekreuzigt worden war. Der Nagel musste ja wirklich lang gewesen sein. Probehalber setzte ich den linken Fuß über den rechten und stellte mir vor, wie es wäre, wenn sich durch zwei übereinandergestellte Füße ein dicker Nagel bohrte. Ja, der Nagel musste wirklich lang gewesen sein. Grauenhaft.
Als der Film zu Ende war, ging ich zu Bett. Da lag ich eine Weile. Irgendwann drehte ich mich zur Seite, schon etwas schläfrig. Da fühlte ich bei meinen beiden Füßen wie sich direkt unter den Knöcheln beider Füße, außenseitig etwas hinein bohrte
Ich öffnete die Augen. „Das ist jetzt nicht wahr“, dachte ich.
Aber das Bohren ging weiter. Ich setze mich auf. Es tat weh. Links und rechts unter den Knöcheln. Da dämmerte es mir …  „Haben sie dich also so gekreuzigt?“, frage ich in Gedanken und sprach mit Jesus. „Ist das wahr?“
Anmerkung: Mit Jesus zu sprechen ist meistens sehr stark; meist ist seine Nähe so intensiv, dass mir die Tränen dabei kommen. Auch dieses Mal kamen mir die Tränen. (Es geht immer sehr schnell.)

Zu dem Zeitpunkt war mir die zweite Kreuzigungsmethode der Füße, nämlich dass die Füße waagrecht, tatsächlich durch die Fersenbeine unter den Knöcheln, an das Kreuz geschlagen wurden, nur peripher bekannt. Ich habe sicher einmal davon gehört, aber trotzdem habe ich mich irgendwie auf die Fuß-über-Fuß-Methode versteift.
So. Nun wusste ich das auch. Ich wischte die Tränen fort und beschloss, 
am nächsten Tag über diese Kreuzigungsmethode nachzulesen. Ich ignorierte das Bohren in den Füßen und schlief irgendwann ein.

Ich träume von einem „Wald“ … Der Wald ist dunkel, gräulich und matt; die Bäume sind aschig-weiß, auch die Blätter rieseln wie feine Ascheblättchen nieder. Ich bin irgendwo oben, schwebend, zwischen den Baumkronen. Sehr weit unter mir ist sumpfiger Boden. An die Baumstümpfe drückt sich weißer Nebel, doch hoch oben ist die Sicht wie an einem Regentag, der sämtliche Farben weggewaschen hat. Es wirkt beinahe alles wie ein Schwarzweißfilm …
Noch ist alles „einsam“. Die Tristesse ist so allgegenwärtig wie zu Allerheiligen auf  einem Friedhof. Kurz sehe ich mich um, suchend, doch ich weiß schon, dass es egal ist, denn in diesem Moment erinnere ich mich, dass ich hier schon öfters war, und dass ich weder etwas suchen noch tun soll … Die Bäume neben mir sind keine Bäume, sondern nur Baumstrukturen. Jetzt fallen mir auch die Lianen auf, die wie Schnüre herabhängen und den fleischigen Charakter von Nabelschnüren haben.
Dieser Wald ist ein wucherndes Gebilde, das vor Energie vibriert. In den Baumkronen sind Wesenheiten, die direkt aus den Bäumen wachsen oder die Bäume sind, was mich schaudern lässt, denn sie sind dort eingeschlossen. So langsam, wie ein Baum in den Himmel wächst, so langsam bewegen sie sich. Mehr ist ihnen nicht erlaubt. Doch diese Wesenheiten sind in ihrer energetischen Ausstrahlung so stark, dass ich (in mir) zu zittern beginne. Ich bin wie eine Gitarrensaite, die die Vibrationen der Außenwelt aufnimmt und selber zu schwingen beginnt, jedoch in einer „Frequenz“, die ich kaum ertrage. Es ist einfach viel zu stark.
Die Wesen sind auch nicht freundlich, sondern gleichgültig, und viele – das spüre ich – wollen mich hier auch gar nicht haben.
Da ist nur ein Etwas weiter vorne, ein „Ding“ mit einem „Klecks Farbe“, ein rotes Kopftuch oder ein roter Schal vielleicht, irgendetwas Weibliches, das mir bedeutet, dass ich weiter kommen soll. Dass ich folgen soll.
Ich gleite also – und es ist über die Maßen befremdlich – auf dem Rücken liegend mit den Füßen voran durch diesen Dunst. Die Energiefrequenz nimmt zu, sodass ein Surren hörbar wird, das von einem Umspannwerk hätte sein können …
„Ich will nicht mehr mit den Füßen voran …“, denke ich plötzlich. In dem Moment stoppt die Welt, ich drehe mich auf den Bauch, dann geht es auch schon in eine andere Richtung weiter, eigentlich zurück, doch auch wieder nicht, das Wesen ist immer noch vor mir, vielleicht hat sich auch nur die Welt gedreht …
Das langsame Schweben – jetzt bauchseitig – ist wie ein Zwang. Ich bin so geführt und geleitet wie ein Zug auf den Schienen, der nicht herausspringen kann. Dieser Zwang ist etwas erniedrigend, weil ich als Persönlichkeit hier nicht viel Wert besitze. Mein freier Wille hat keine Bedeutung mehr, doch das hat er hier nie – wieder eine Erinnerung.
Die Bäume um mich herum werden zahlreicher, die Wesenheiten sehen mich an und wenden sich ab. In Zeitlupe. Es folgt eine lange, rechtsseitige Biegung, dann eine „Lichtung“, die Baumkronen öffnen sich, und dann, direkt vor mir, ein einziger, riesiger Baum.
Die Energie um mich herum und in mir ist kaum mehr zu ertragen. Ich habe das Gefühl, meine Haut abwerfen zu müssen, mehr Platz zu brauchen … Und es tut weh, ganze Energiewellen kneten mich durch und reißen an meinen Muskeln.
Vor mir tritt eine Wesenheit aus dem „Baum“, die gleichzeitig der Baum ist. Sie ist nicht menschlich, nur noch eine Ahnung davon, als ob ein realer Mensch über Jahrtausende hindurch zu einem Schemen seiner selbst verwittert wäre, um nur mehr noch als ungefähre Kontur in der Landschaft zu erscheinen. Die Macht, die von diesem Wesen ausgeht, ist so umfassend und so stark, dass ich haltlos stöhne und schreie, denn ich ertrage es nicht mehr. Ich bin wie im Schallkegel eines Nebelhorns und der Schall durchdringt mich nicht nur quälend laut, sondern tobt mit der Last von unglaublich großen Zeiträumen über meinen Körper …
Ich sage in Gedanken „Bitte!“ und da lässt die Kraft schlagartig nach, und das Wesen vor mir zeigt sich mir innerlich, überwiegend als fließendes, gleißendes Gesicht mit bernsteinfarbenen Augen, doch immer noch voller Hoheit und Stärke, und auch eine sakrale Note ist dabei, die mich tatsächlich an Jesus denken lässt, denn schon schießen mir wieder die Tränen in die Augen …
In dem Moment erfahre ich, dass dieses Wesen mit Jesus zu tun hat, Jesus ist oder ein Teil von ihm. Ich weiß es einfach, es wird mir unmissverständlich mitgeteilt. Und ich bin hier in nur einer Seite von ihm, denn er hat sehr viele. Diese eine Seite ist also mein Zugang, was mich zynisch denken lässt, dass ich es ja bestens erwischt habe! Ein Gruselwald.
Doch dieser letzte Gedanke wird mir beinahe entrissen, weggewischt, wie ein störendes Insekt, und dann ist da wieder diese Machtfülle, die in mich dringt und mich wissen lässt, dass dieses Wesen, dieser Teil von Jesus, die Macht hat, mich mit einem einzigen Gedanken zu vernichten, wenn er das will. Er ist mir wohlgesonnen, das war er immer schon, doch er hat immer und in jeder Sekunde die Macht.
Darüber erschrecke ich, denn ich fühle diese Botschaft am ganzen Körper, und sie ist wahr. Jede einzelne Zelle, jedes Atom an mir hat er einst „gebaut“ und jedes einzelne Teilchen könnte er mit weniger als einer leisen Absicht, mit einem klaren, wohl gesetzten Gedanken wieder vernichten, sodass ich nichts anderes wäre als Schneegestöber, das sich über eine Landschaft versprengte … Ich schnappe nach Luft. Die Erkenntnis ist schockierend. Und ich erfuhr weiters, dass ich mir in Wahrheit sowieso nicht gehöre und nie gehört habe, sondern immer diesem Wesen. Der nächste Schock.
Dagegen verwehrte ich mich dann eher trotzig in der Annahme, dass „sein Besitz“ wohl auch hier „verwaltet“ war – diese Wesen, und wenn auch ich sein Besitz war, so wollte ich hier weder ewig sein noch jemals landen, nicht in dieser „Tristesse“, wo die Baumwesen, hölzern und kalt, schon längst jedem Zeitbegriff „entwachsen“ waren … Was immer sie auch waren! Ich drehte mich auch schon etwas weg, unsicher nach einem „Ausgang“ spähend, doch da kam wieder eine Energiewelle, und ich war schon im Begriff, beide Hände vors Gesicht zu heben und hinein zu schreien, ob der zu erwartenden Intensität, doch da war eigentlich nur Liebe, soviel, dass es ebenfalls schmerzte, aber auf einer anderen Ebene. Stöhnend krümmte ich mich über mein brennendes Herz …
Dann die letzte Botschaft. Ich sah und fühlte, dass er, Jesus, die Welt von einer Sekunde auf die andere zerstören könnte, wenn er es wolle. Weil ihm die Welt, jedes Stäubchen darin, genauso gehörte, wie ich. Er könnte es tun, mit einer nachlässigen Gebärde vielleicht, mit seinem Unterarm, der ganze Gebirgsmassive wegfegen würde, oder mit weniger als einem Blick, einem Wimpernschlag – und die ganze Welt wäre so schnell atomisiert, wie ein Bäcker Mehl in die Luft wirft, das langsam nieder fällt und schließlich still steht, weil es für Schall und Bewegung keine Dimension mehr gibt – nämlich Zeit. Selbst die Zeit wäre zerlegt. Diese Bilder in mir sind so voller Allmacht und Gewalt, dass ich – ja, es ist nun mal so – weinen muss …
Zuletzt lässt er mich wissen, dass der Zeitpunkt für diese Zerstörung noch nicht gekommen ist. Und darüber lächelte er tatsächlich eher traurig als friedlich.
Diese letzte Botschaft war am schlimmsten. Es hier aufzuschreiben ist nicht annähernd das, wie die unumstößliche Wahrheit dieser Aussage am ganzen Körper zu fühlen.
Dann tritt die Wesenheit zurück, was einem Tür-vor-der-Nase-zuknallen gleich kommt. Mit dieser Geste werde ich zurück in meinen Körper gestoßen, worauf ich mich winzig in meinem eigenen Körper fühle und mich erst an seine Oberfläche herantasten muss, bevor ich aufwache.
Doch ich wache auf. Und ich glühe am ganzen Körper, es ist, als hätte ich hohes Fieber. Alles ist heiß. Meine Fingerspitzen vibrieren vor Energie.
Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass nicht mehr als 15 Minuten vergangen waren.

Nachtrag 1: Ich bin kein religiöser Mensch, und mir gefiel der nackte, unbeschlagene Atheismus immer schon besser, als irgendeine Glaubenslehre. Im Atheismus finden sich viele Skeptiker. Skeptiker benutzen zur Wahrheitsfindung nicht ihr Herz, sondern ihren Verstand, aber auch das ist letztendlich Glaubenssuche. Was einem Atheist unlogisch erscheint, glaubt er nicht, denn er „fühlt“ mit dem Verstand. Was einem Gläubigen unlogisch erscheint, hinterfragt er nicht, denn er „denkt“ mit dem Herzen.
Und ich stehe hier eindeutig bei den Rationalen und stoße ins selbe Horn.
Und das tue ich immer noch, denn selbst obige Erfahrung, die rein energetische, ändert hier nichts. Ich habe etwas bekommen. Botschaften, Einblick, Energie. Doch was soll ich der Welt erzählen? Dass Jesus ein Baum ist? Und dass es da eine „Weltbedrohung“ gibt, tausendmal älter und bedrohlicher, als sämtliche Nuklearwaffen zusammen?

Nachtrag 2: Levitation bezeichnet die Fähigkeit des Schwebens. Dabei können Objekte „levitiert“ werden oder der menschliche Körper. Levitation soll eine der höheren geistigen Fähigkeiten sein, die der Psychokinese zuzuordnen ist. 

Zu den erwähnten Filmen:

 

Bob Marley

Manchmal, wenn der Teufel sein Frühstück will …

Bob MarleyEs gibt Tage, da geht alles schief. Der Partner lässt das Abendessen wegen der Arbeit schon wieder ausfallen, der Chef befördert den Falschen, die Kinder haben Grippe, der Postmann wirft einen wichtigen Brief ins falsche Fach und die demente Großmutter nimmt die Wäsche des Nachbarns ab, weil sie meint, es wäre die ihre. Und wenn man sich an solchen Tagen abends zurücklehnt und sich mit zynischer Logik zu beschwichtigen sucht, dass es ja nicht noch schlimmer kommen kann, dass es morgen schon wieder aufwärts gehen wird, steht man vielleicht am nächsten Morgen vor dem Auto, will zur Arbeit fahren, und findet plötzlich den Autoschlüssel nicht mehr, weil man diesen bei der Freundin liegen lassen hat, mit der man am Vortag schnell einen Kaffee getrunken hat …
Ja, manchmal geht alles schief. Und man möchte sich genervt die Haare raufen, der Welt auf immer entsagen, untertauchen, abhauen oder einen kräftigen Schluck aus der Bottle nehmen. Sagen wir Schnaps. Was Ordentliches für ein ordentlich aus den Fugen geratenes Leben.
So war auch bei mir in den letzten Tagen einiges los. In der Arbeit musste ich mit einer Konspirations-Kampagne gegen mich fertig werden, der Haushalt lag brach, mein Hund hatte Durchfall, beim Autofahren erlebte ich zum ersten mal Aquaplaning und einen kleinen Unfall, und so mancher Chatpartner in Facebook, der nun nicht meinen Rat sondern meine Aufmerksamkeit suchte, kannte kein Pardon. Jemand erklärte mir gleich nach dem „Hallo“, dass er die Wiedergeburt eines bekannten indischen Gottes sei, dessen Namen ich jetzt gleich mal zu googeln hätte, bevor ich mich – ja was? – in den Staub zu werfen hatte? Das war an Eitelkeit nicht mehr zu überbieten. Vorausgesetzt, besagter Chatpartner wäre wirklich die Wiedergeburt eines Gottes, dann hätte ich für einen Gott, der „google mal meinen Namen“ sagt, auch nur ein müdes Lächeln übrig.
Ich weigerte mich natürlich. Da wünschte mir der Chatter, aufgrund meiner aus dem Offert genommenen Devotionalien, auch gleich mal einen schönen Tag und ließ mich sein. So wie ich ihn. Doch der Dünkel, mit dem manche „spirituelle“ Menschen durch die Welt gehen, beschäftigte mich doch noch eine Weile. Und zwar nachhaltig. Mir ist es wirklich nicht egal, wie Menschen miteinander kommunizieren, was sie aussagen und wie sie sind. Ich nehme Menschen ernst. Doch die Grobheit des Narziss sowie die Kälte des Ignoranten sind wie ausufernde Aggregatzustände, die mich immer dann an den Füßen erwischen, wenn ich nicht schnell genug wegspringe. Und da vereisen sie mich. So dass ich bibbernd mit den Zähnen klappere. Mit anderen Worten: Ich stehe manchmal noch da wie ein nach Luft schnappender Fisch: Hat er das jetzt wirklich gesagt? Hat er es wirklich so gemeint? Really?
An diesem Abend saß ich also auf dem Couchsessel, eine Tasse Kaffee in der Hand, das Wochengeschehen wiederkäuend: a) Ich hatte großes Glück gehabt. Ich hätte bei dem Unfall sterben können. b) Ich muss mich in der Arbeit gegen einen Machiavelli wehren, der eigentlich gar keiner ist. c) Weiters, so nahm ich mir vor, würde ich nie wieder jemanden bei mir eine Bühne geben, der einfach nur Aufmerksamkeit will. d) Ich musste meinen Haushalt wieder auf Vordermann bringen.
Für etwa eine gute Stunde dachte ich nach, sortierte im Obergeschoss die Gedanken, doch der Keller stand schon längst unter Wasser und das Erdgeschoss flutete gerade … Mir ging es einfach nicht gut. So sagte ich mir mit oben genannter Logik: „Schlimmer kann es jetzt nicht mehr werden. Die Talsohle ist erreicht, also muss es morgen wieder bergauf gehen.“ Ich schüttete den Kaffee weg und öffnete die Bar. Ich brauchte etwas Stärkeres. Wodka schien mir zu russisch. Er roch nach Melancholie, nach Perestroika und Glasnost. Schnaps? Zu provinziell. Doch „Herr Tequila“ lachte mich schon sehr an. Also beerdigte ich den Tag mit einem Weißen, mit Zitrone und Salz, mit „Hossa!“ und „Olé!“. Ja, dachte ich, so wie ein Blitz mit aller Wahrscheinlichkeit nicht zweimal in ein Haus einschlagen wird, muss doch auch ein Unstern mal weiterziehen und seinen Schatten über etwas anders legen. So kippte ich das scharfe Getränk hinunter und befand: Der Unstern war fertig mit mir. Jetzt.
Doch schon am nächsten Tag …? Rückte der dunkle Stern noch näher. Als ich die Post öffnete, freute ich mich über einen Brief vom Tierschutzverein. Post von meiner Patenhündin Angi. Freude! Von ihr las ich immer gerne. Doch was war geschehen? Die liebe Angi mit dem seelenvollen Blick war am 28.05.2017 gestorben. Sehr friedlich, wie in dem Brief stand. Die Pfleger fanden sie eingerollt und reglos vor der Hundehütte.
Aua. Meine Augen füllten sich mit Tränen. Anbei ein anderes Foto von einem anderen Hund, für den ich anstatt meiner lieben Angi nun die Patenschaft übernehmen könne …
Aua. Aua. Aua.
Plötzlich schnappte ich nach Luft. Das tat verdammt weh. Mehr, als man meinen möchte. Ich habe selber einen Hund, für den ich täglich sorge, doch die Patenhündin? Sie war so ein liebes Geschöpf. Ich habe sie nie gesehen, doch aus der Ferne „geliebt“. Tatsächlich. Und vorm Schlafengehen habe ich oft an sie gedacht und mich gefragt, wie es ihr geht …
Es war etwa 09:30 Uhr als ich die Hiobsbotschaft erhielt. Mit enger Brust und fächelnder Hand flog ich wieder zu der Bar. Schmerzkiller? Nein, nicht um 09:30 Uhr. Alles, was recht war. Aber da musste ich jetzt ohne durch.
Also setzte ich mich vor den Laptop und verfasste für meinen Blog einen neuen Artikel. Zu Mittag war der Vormittagsschock schon etwas abgeflaut, ich würde es schon verkraften. Alles. Den Autounfall, Angis Tod, den Kampf in der Arbeit, die unreflektierten Menschen – die ganze Woche. Das stand fest. Am Nachmittag entließ ich meinen Artikel in das World Wide Web und suchte mir eine Backlinkmöglichkeit bei jemanden, der mir „grünes Licht“ signalisiert hatte. Doch was geschah? Ich erntete eine Abfuhr, die sich gewaschen hat. Dieser Mensch, den ich sehr schätzte und respektierte, tat es vermutlich nicht mit Absicht, er war, wie er war, und vermutlich hatte er tausend und mehr Gründe, doch auch wenn es nur Fahrlässigkeit war, Vergesslichkeit, Gleichgültigkeit oder ein Abstreifen der Samthandschuhe, so tat es mir richtig weh. Ich verstand die Welt nicht mehr.
Wie immer, wenn man jemanden sehr schätzt, bedeutet einem die Meinung der geschätzten Person sehr viel. So war es auch mit diesem Menschen, und er hätte mich nicht härter treffen können, denn einerseits pfiff er mich zum Spiel und winkte mich fröhlich hinein, um mir dann, wie aus heiterem Himmel, die rote Karte zu zeigen – und die Strafbank gleich dazu.
Möglicherweise hatte ich mich in ihm getäuscht? Vielleicht war es ein
Missverständnis? Ein Kommunikationsproblem?
Doch für eine scharfe Analyse hatte ich keine Zeit mehr. Die Gefühle überrollten mich und meine Augen schwammen. Sein Verhalten tat mir weh. Prompt und unmittelbar. Ich war wie gelähmt. Das war eines zuviel auf alles, was diese Woche geschehen war. Mein so sehr geschätzter Internetfreund war plötzlich so „brackig“, dass ich wie ein Fisch sofort abdrehen musste, weil sein Gewässer zu schwarz, zu kalt und zu abgestanden war.
Exkurs: Wer energetisch aufgeschlossen ist, weiß vermutlich, dass sämtliche Gefühle wie Wut, Angst, Freude und so weiter, intensiver empfunden werden. Bevor Kundalini bei mir aktiv wurde, hatte ich ein Gemüt, à la „Marmor, Stein und Eisen bricht, aber meine Ruhe nicht“. Ich war der Fels in der Brandung, für mich selbst und für andere. Heute jedoch ist das anders. Der Fels von damals ist feinster Sand, der sich vom Wind und dem Meer bewegen lässt. Ich spüre eine Birke im Frühjahr wie junges Blut, ich spüre meine Hündin, wenn sie das Wild fixiert, ich spüre die Emotionen anderer Menschen und meine eigenen, ich spüre die Gedanken meiner Nachbarn … Ich spüre, spüre, spüre. Das ist schön, wenn es die hellen Gefühle betrifft, doch wenn es die dunklen Gefühle betrifft, ist es alles andere als schön.
Und so ging mir die „rote Karte“ an die Nieren.

Es heißt, dass wir alle, sobald wir sterben, in dieses intensivere Fühlen eintreten werden. Darauf darf man sich durchaus freuen, doch es ist sicher vorteilhaft, Ruhe und Gedankenstille zu üben. Memo mit Augenzwinkern: Wir werden es sicher alle einmal brauchen.
Da war ich nun, kleine Regebogenforelle, die vor dem Brackwasser floh, zurück in hellere Gewässer. Nichts da mit Gedankenstille. Schmerzwellen durchliefen mich und mein Herz brannte. Es tat einfach weh und ich konnte aufgrund des Schmerzes nicht anders, als mich von diesem Menschen – der es wie auch immer gemeint haben will – zu absentieren. Manchmal stürzt jemand von einem Thron, von dem er nicht weiß, dass ihn ein anderer drauf gesetzt hat, was eigentlich nur absurd, bedauerlich und daher keine Träne wert ist.
Aber ich zitterte.
Danach versuchte ich meine Ruhe wieder her zu stellen, doch es gelang nicht. Der Vollmond, so las ich in bestimmten Foren, soll ja jetzt wieder ganz viel umwälzen und sehr, sehr stark sein. Das hatte mich amüsiert. Der Vollmond war an meinem Empfinden nun wirklich nicht schuld, und stark waren einzig und allein die Getränke in meiner Bar. Zu dieser tigerte ich also hinüber, mit feuchten Wangen, und noch während ich das tat, prasselte das Schwergewicht dieser Situation wie Hagel auf mich, den ich – nur experimentell – auskosten wollte. Wie sehr kann etwas weh tun, das doch eigentlich nur eine Dramödie ist? Ein dämlicher Schwank des Lebens, der einen zum lächerlichen Hauptdarsteller eines Aktes macht, über den sich die Götter schief lachen?
Die Wahrheit?
Sehr.
Und zwar umso mehr, je mehr man die Missverständnisse dieses Lebens versteht, die Irrungen, das Menschliche, das Tragische und das Fatale …
Der Tequila brannte, als ich ihn hinunter kippte. Nein, ich bin keine Trinkerin, aber ich weiß, was hilft. Wie viel und wann. Der Tequila war scharf und brannte, so wie das Leben, so wie mein Herz, so wie diese Welt, in der wir getreten, geliebt, gehasst und gefordert werden, immer und immer wieder; und in der wir sterben und in die wir wieder kommen. Immer und immer wieder.
So ging ich zu Bett. Wimmernd. Und zutiefst amüsiert. Ich dachte und hoffte, dass am nächsten Morgen wieder alles besser wäre, denn das ist es oft. Wir alle regenerieren uns in der Nacht, und der energetisch aufgeschlossene Mensch regeneriert sich nocheinmal mehr – auf einer anderen Ebene.
Doch dieses Mal regenerierte ich nicht. Die Nacht, und mit ihr sämtliche Träume, zog mich weit, weit hinab. Die Turbulenzen um mich herum waren einfach zu stark, die Gravitationen anderer Menschen zu wild. Ja, das Universum ist nicht nur erhaben. Wer einmal gesehen hat, wie eine Riesensonne Planeten auffrisst, die Materie absaugt, oder wie sich zwei aufeinanderprallende Galaxien gegenseitig verschlingen, steht nicht mehr staunend da und denkt an Gott, sondern steht bebend da und sieht den Nobiswirt des Alls, die Materie, die immer nur nach einem trachtet: mehr. Und ebenso ist es auf der Erde, die da wie ein Teenager auf Steroide ist, ein Teenager, der mit geladener Waffe herumläuft, bereit, alles zu überfallen, das sich seinem Wahn nicht beugt.
Materie kannibalisiert Materie. Menschen kannibalisieren Menschen. Und ich war tief unten, wie weit unter Wasser, und alles, was sich überhalb der Oberfläche zeigte, war nur ein verschwommener Abglanz irgendeiner Realität, die schon lange keinen Sinn mehr ergab. Dort unten fraßen die von
jeder Logik unberührten Gefühle an mir wie kleine Piranhas. Spock könnte „faszinierend“ sagen, und das wäre es. Trauer. Angst. Schmerz. Und mein sonst so hilfreicher Verstand, der immer bereit war, mir aus der Patsche zu helfen, stand auch nur dumm herum und glotzte so wie jemand, der zufällig an einen Unfallort kommt …
Am Morgen stand ich auf. Nichts war besser geworden. Bleischwere Gedanken. Seelischer Schmerz. Der Teufel brauchte sein Frühstück. Und da war ich.
Ich wusste, dass ich aus diesem Zustand wieder rauskommen musste, einfach die Arme bewegen und nach oben schwimmen musste, doch ich hatte keine Kraft dazu. Ich telefonierte mit einem Freund, doch er verstand mich nicht.
Es gibt hierzu übrigens viele weise Worte. Die alle nicht helfen. Und zu Mittag? Wetzte der Teufel schon wieder die Messer.
Am Abend war ich Gefühlsmatsch. Brei. Der Schmerz so intensiv, als wäre ich ein zum Sterben abgelegter Soldat, der in der Schlacht zuviel Pech gehabt hatte. Seelischer Schmerz kann sehr tief gehen. Doch zu diesem Zeitpunkt war der Schmerz schon verwandelt, denn die Ursachen standen zu diesem Schmerz nicht mehr in Verbindung. Patenhündin tot? Akzeptiert. Unfall überlebt? Glück gehabt! Shit-Chatter? Pfff. Internet-Pharao? Eine Mumie. Und trotzdem lief ich immer noch mit einem Schmerz herum, der nun anders war. Tiefer, inniger, größer. Universaler. Weltschmerz. Ja. Und er war feurig, scharf, brennend und wild – eine Serie an innerlichen Detonationen, die mich mit jeder Sprengung mehr und mehr zerrüttete …
Am Abend würde mich der Teufel löffeln müssen. Ich schlug die Decke mit nervösen Händen zurück und legte mich nieder. Ich hatte
Angst vor meinen Gedanken, die wie rotierende schwarze Löcher noch mehr Schmerzsubstanz anzogen. Ich schloss die tränennassen Augen. Schlief ein. Und ich träumte wild und luzid durcheinander, doch es war mir alles egal; ich wachte ständig auf, sah Licht im Zimmer, dachte, jemand sei da, sagte ihm, er solle abhauen, und schlief wieder ein …
Bis ich um Punkt 03:15 meinen Kopf aus all diesen Wirren hob, vielleicht auch nur astral, ich weiß es nicht genau, und im Zimmer jemanden gewahrte, von dem ich aber nur ein befreites Lächeln und Rastalocken wahrnahm. Keine deutliche Person, nur Eindrücke. Ein männlicher Besucher …
„Was willst du!“, fragte ich barsch.
Da ich keine Antwort bekam, legte ich mich wieder zurück und versuchte, weiter zu schlafen. Nach all den inneren Unruhen, die ich durchlitt, war dieser Besuch nun einfach nur noch ärgerlich. Kein Highlight. Kein Drama.
Plötzlich hörte ich Musik, die sehr innerlich war. Ich war schon wieder etwas luzide, doch gleichzeitig erwachte ich langsam, und da war diese Musik, ein bisschen pfeifend, melodiös, sehr sonnig, fröhlich … Die Musik kam aus mir selbst, und so wie man über das Dritte Auge – die Epiphyse – innerlich sehen kann, kann man auch innerlich hören. Doch noch hörte ich nicht richtig hin/zu, und da bekam ich die unmissverständliche Botschaft – noch im Traum – dass ich jetzt zuhören soll, und zwar richtig.

Ich erwachte langsam, doch ich hörte es: „This is my message to you -ou -ou.“ Reggae. Sofort dachte ich an die Rastalocken. „Don’t worry! About a thing. Cause every little thing gonna be all right. Don’t worry about a thing, cause every little thing gonna be all right!“

Bob Marley.

„Rise up this mornin‘, smiled with the rising sun, three little birds perch by my doorstep, singin‘ sweet songs of melodies pure and true, sayin‘: This is my message to you -ou -ou.“

Es war 03:20 Uhr, als ich im Takt nickend zuhörte und mitsummte. Da fiel mir auf, dass das Lied schon die „ganze Zeit lief“, bzw. dass Bob schon die ganze Nacht sang und ich es jetzt erst hörte. Und plötzlich – denn so ist es immer – war der Schatten fort. Der Weltschmerz. Der Unstern. Ich merkte es sofort. Es war wie ein Umkippen der Situation, die ein Monolith sein könnte, der nicht durch Anschieben umfiel, sondern durch das lockere Fingerschnippen eines „Magiers“, der da Bob Marley hieß. Ein Schnippen! Und alles war gut. Unglaublich. Aber wahr. Ich lächelte über das ganze Gesicht, war nicht nur die Sonne selbst, sondern das gebündelte Glück sämtlicher Jamaikaner, die jetzt oder irgendwann Rum tranken, tanzten und Fußball spielten, während Rastalocken über grün-gelb-rote T-Shirts flogen und ein Lächeln heller war als das andere. (Ich wünschte, jeder könne die Erfahrung machen …)

Und der Teufel bezahlte die Rechnung und ging.

Link: Bob Marley, Every thing’s gonna be alright

Weiter mit der Artikelserie „Was ist Kundalini?“

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Astralreisen

Energetische Erfahrung: Startprobleme

Tanja Braid VespaDer Tag war anstrengend. Über mein Drittes Auge sah ich tagsüber fast durchgehend einen milchig-weißen Nebel. Die Welt schien mir teilweise gläsern, aber auch denkbar neutral in dieser Sicht. Die Räume kräuselten sich an ihren Rändern, da war nichts mehr, als „unsichtbare Neutralität“, nur im direkten Fokus war die Welt noch sichtbar.

Ich las abends noch ein bisschen, draußen rauschte die Birke im Wind und ein weit entfernter Güterzug ratterte vorüber … Doch ich hatte nicht mehr die Kraft, vor dem Schlafengehen auf etwas zu fokussieren; ich war sofort weg.

Vor mir ist hellgrauer Asphalt. Es ist taghell. Ich träume von einer Vespa …

Wer in den neunziger Jahren eine Vespa hatte und „Mod“ war, weiß vielleicht, dass es oft Startprobleme gab. Man musste den Kickstarter öfters betätigen, bis sie ansprang, bzw. die Vespa notfalls „anlaufen“, „starten“ und noch während des Laufens aufspringen …

In diesem Traum war ich aber nicht der Fahrer, sondern die Vespa. Ich wurde gestartet und gestartet, wieder und wieder, doch es funktionierte nicht. Das Motorgeräusch bildet meine „Vibrationen“, die ich schon spüre, auditiv ab, und ja, ich will definitiv so gestartet werden, und nein, ich will definitiv so nicht gestartet werden. Ich halte im Traum vage die Intention von „Ich-will-in-Ruhe-gelassen-werden“ aufrecht, aber tiefer, darunter kommt wohl auch der Wunsch von „Ich-will-das-jetzt-erleben“ durch. Mein unsichtbarer Helfer erhört wohl Letzteres, denn er packt mich richtig, als wäre es ihm jetzt zu bunt, und dann läuft er mich genauso an, wie man es mit einer Vespa täte … Ich empfinde das als übergriffig und unnötig grob, doch „er startet mich“ schlussendlich, und es folgen richtige Vibrationswellen, um nicht „Geburtswehen“ zu sagen, doch der Vergleich hinkt.

Ich wache auf. Die Vibrationen sind noch stark, doch sie ebben auch schon ab. Ich stehe extrem unter Strom, Kundalini-Strom, mein Herz rast, und da ist wieder das „milchig-weiße“ Licht, das ich tagsüber gesehen hatte; es erleuchtet mein Zimmer so, dass ich im ersten Moment denke, ein vorbeifahrendes Auto schiene herein, doch dann erkenne ich, dass es kein Auto ist und bekomme Angst … Diese Helligkeit ist ein absolutes Novum. Über dieses Angstgefühl jedoch nährt sich eine bestimmte Art von Energetik, die tatsächlich stärker puscht, als Enthusiasmus, Wille und Konzentration zusammen. Dies ist gleichermaßen nützlich wie furchtbar. Wieder einmal muss ich höllisch aufpassen, was ich denke, sonst bin ich erledigt. Doch alleine dieser Gedanke, dass ich jetzt aufpassen muss, hat wiederum eine völlig autonome Kraft, die ich unterschätzt habe, denn er leitet die Vibrationen wieder ein. „Dass ich jetzt aufpassen muss“, ist ein indirektes Zugeständnis an die Situation, die da nicht stimmt. Das reichte wohl. Es ist immer die tiefere Wahrheit – in beliebige Worte gekleidet – die uns wohl alle lenkt, das, und die damit einhergehende Intensität des Gedachten.

Jetzt, da ich das schreibe, vermute ich, dass wirklich jedes Gefühl von der Epiphyse verwertet wird, ja, dass die Zirbeldrüse ein Allesfresser ist. Angst, Wut, Freude, Erregung … Sie nimmt alles.

Dann bricht über mir der Raum auf oder zusammen, und ein Energieschwall fällt herab, so stark und so voller Wucht, dass ich aufstöhne …

Fliehkräfte, Fallbewegungen, Druck … Es ist gewaltig und ich glaube, dem nicht standzuhalten. Genausogut hätte ich über das sich senkrecht stellende Deck der sinkenden Titanic schlittern und gleichzeitig mit einem Formeleinswagen die Kurve schneiden können, während ich meinen verkrampften Körper gegen die Fliehkraft stemme.

Mittlerweile kralle ich mich mit den Händen in die Matratze und bete, dass es aufhören möge. Schließlich fällt mir jemand ein, der nur für mich eine Bedeutung hat, weswegen ich ihn hier nicht näher darzustellen brauche. Ich rufe ihn also – und ich rufe ihn selten – und daraufhin wird das Licht im Zimmer noch heller, dann höre ich im rechten Ohr einen hohen, langanhaltenden Pfeifton, und es tut weh, als ob mir jemand eine Stricknadel ins Ohr bohrte … Ich weiß aber gleichzeitig sofort, dass dieser eine, den ich gerufen habe, da ist, was mich schlagartig beruhigt. Dieser eine, soviel kann ich verraten, ist ambivalent, zumindest sosehr, dass er sich im Sinne der klassischen Homöopathie, die Gleiches mit Gleichem zu heilen sucht, am besten für meine Situation eignete. Er hat Ähnlichkeit zu den Dämonen aus der Ars Goetia, doch dazu gehört er nicht. Es war übrigens ein langer und harter Weg für mich, herauszufinden, was es für eine gelungene Umdeutung wirklich braucht, und dass dabei weder positives Denken noch Irrationalität hilft, sondern nur das größte Paradox. Im Übrigen gelingt es mir auch nicht immer, dieses sofort parat zu haben.

Doch dieses Mal schon. So schnell wie der Sturm gekommen war, so schnell verzog er sich jetzt. Jetzt, da ich mich sicher fühlte, ist auch schon wieder alles in Ordnung. Absurd. Mein Zimmer ist immer noch hell, doch ich weiß, dass es vorbei ist. Ich drehe mich um und schlafe wieder ein.

Nachtrag 1: Die Frau auf der Vespa bin ich mit 28 Jahren.

Nachtrag 2: Die Ars Goetia beschreibt 72 Dämonen, die der legendäre König Salomon – wir alle erinnern uns an seinen weisen Urteilsspruch – mit einem Ring gebannt haben will. Wer im Internet nachliest, stößt schnell auf die Beschreibung „schwarzmagische Praktik“, wovon ich mich natürlich distanziere. Mit fortschreitender Bewusstseinsentwicklung jedoch lernt man das Negative als solches, bzw. in diesem Fall Dämonische, neu zu begreifen. 

Nachtrag 3: Das milchig weiße Licht, das ich tagsüber und in der Nacht gesehen habe, ist durch das Dritte Auge erzeugt, bzw. sehbar.

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Hellhören

Energetische Erfahrung: Das Innere Radio, Teil 2 – Jim Morrison

Jim Morrison

Im Folgenden eine Erfahrung über Energetik und inneres Hören, ähnlich Hellhören:


Ich habe an anderer Stelle dargestellt, wie mein Inneres Radio funktioniert. (Link untenstehend). Vor kurzem schaltete es sich erneut hinzu.

Jeder kennt wohl die Band „The Doors“ und Jim Morrison, der nicht nur Rocksänger, sondern auch Poet gewesen ist. „Riders on the Storm“, „Light my Fire“ sind nur einige der Lieder, die die meisten noch kennen werden. Doch wer vielleicht noch jünger ist und nie von Jim Morrison und „The Doors“ gehört hat, dem kann ich nur raten, einfach mal reinzuhören. Jim Morrison war ein charismatischer Sänger, der Sound ist tragend, psychedelisch, erzählend, weich und wild zugleich, doch in allem dionysisch – also voller Sex. „Break on through to the other Side“ ist vermutlich der deutlichste Beweis dafür, dass auch Morrison Zeit seines Lebens aus der gewohnten Realität, der Matrix, auszubrechen versuchte. Das tat er sicherlich mit Drogen und mit einer gewissen Attitüde als Schamane, doch sein mysteriöser Tod und seine Todessehnsucht passen hier viel besser ins Bild.

Ich habe Jim Morrison immer für seine Lyrik verehrt, obwohl ich natürlich auch seine Musik sehr mag.

Gestern Nacht zeigten sich wieder starke Kundalini-Phänomene. Links und rechts neben der Wirbelsäule stieg die Energie hoch, was entweder sehr angenehm sein kann oder sehr unangenehm. Das „kühle Plätschern“ in den Nervenbahnen gehört eindeutig in die angenehme Kategorie. Doch demgegenüber steht das „heiße Bohren“. Und genau das plagte mich von 22:00 Uhr bis in den Morgen.

Ich konnte also nicht schlafen und wälzte mich von einer Seite zur anderen. Um etwa 03:30 Uhr morgens hatte ich so ziemlich alle Entitäten, also who-is-who der geistigen Welt, durch, von denen man annehmen darf, dass sie helfen. Doch offensichtlich sah man keinen Handlungsbedarf.

Wer unter Schlaflosigkeit leidet, weiß, dass der psychische Druck umso größer wird, je später es wird. Irgendwann muss man ja schlafen. Man will auch schlafen um für den nächsten Tag fit und ausgeruht zu sein. Doch je später es wird, umso angespannter wird man alleine deshalb, weil man noch immer kein Auge zugetan hat.

So ging es auch mir, und deshalb startete ich zu guter Letzt einen kollektiven Aufruf – mit gefletschten Zähnen: „Jetzt reicht’s! Das hört jetzt auf der Stelle auf!“

Ich war wütend. Und den Tränen nahe. Links und rechts neben meiner Wirbelsäule brannten die Stromkabel durch. So fühlte es sich an. Ich strampelte also die Decke ab, stapfte hinüber zur Küche und stopfte mir ein Stück Schokolade in den Mund. Ich hatte Lust auf etwas Süßes. Kaum, dass ich wieder im Bett lag, hörte ich ganz tief in mir „The blue bus is calling us“. Das Innere Radio. Ich merkte auf, denn noch war ich mir nicht sicher und konnte es gar nicht glauben. Doch da war es erneut:  „The blue bus is calling us“, eine Zeile aus „The End“.

Jim Morrison.

Ich drehte mich zur Seite und schloss die Augen. Ich lächelte. Die Textzeile kam immer wieder, ganz leise, fast zärtlich, so wie er es immer gesungen hat. Ich summte das Lied mit, denn ich freute mich darüber. Ich dachte ein bisschen über ihn nach und genau in dem Moment, als ich „He’s the lizard king and he can do anything“ dachte, war das Brennen im Rücken augenblicklich gelöscht und wurde zu dem kühlen Plätschern, das sich so schön anfühlt. Da lächelte ich noch breiter und schlief auch gleich darauf ein.

Wieder zeigte sich, dass sich das Innere Radio dann einschaltet, wenn ich mich physisch aus einer unangenehmen Situation und dem „Gedankenfeld“ herausbewege.

Zitat von The Doors aus „The Celebration of the Lizard“

I am the Lizard King
I can do anything
I can make the earth stop in its tracks
I made the blue cars go away

Nachtrag:

Um niemanden zu verwirren: Klassischerweise steigt Kundalini in der Wirbelsäule hoch. Das war auch vor Jahren bei mir so. Doch wenn das „erledigt“ ist, sucht sie sich andere Wege. Sie liebt vor allem die Zehen und Finger, hier kann man ebenso Aufstiegsphänomene erleben, über die Hände und Füße hoch bis zu den Schultern und bis zum Beckenraum. Doch ebenfalls steigt sie bauchseitig hoch und – wie es bei mir in jüngster Zeit der Fall ist – links und rechts neben der Wirbelsäule. Es handelt sich bei obiger Beschreibung also nicht um einen „Systemfehler“, nur weil es in der klassischen Literatur so nicht beschrieben ist. Es ist alles richtig.

Weiter mit der Artikelserie „Was ist Kundalini?“

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Hellhören

Energetische Erfahrung: Inneres Radio, Teil 1 – „You never walk alone“

Musik„Das wahre Geheimnis der Magie ist, dass die Welt aus Wörtern besteht, und wenn du die Wörter kennst, aus denen die Welt besteht, kannst du alles daraus machen, was du willst.“ – Terence McKenna

In letzter Zeit saß ich wieder öfter vorm Computer und suchte neuartige Musik und Liedtexte auf Youtube. Das tue ich nicht nur, um mir neue Hörerlebnisse zu verschaffen, sondern ich tue es aus einem bestimmten Grund.

Ich höre mir Melodien und Texte schon seit meinem sechzehnten Lebensjahr immer genau an, weil hier oft lyrische Schätze zu heben sind. Deswegen kenne ich oft ganze Textpassagen und Refrains auswendig. Doch meine Youtube-Expeditionen haben noch einen weiteren Grund …

Man spricht in der Poetik von einer Montage, wenn vorgefertigtes Textmaterial in ein Gedicht eingearbeitet wird. Vorgefertigtes Textmaterial findet sich auch in Werbesprüchen, die jeder kennt, wie beispielsweise „Quadratisch, praktisch, gut.“ Vorgefertigtes Textmaterial ist also alles, was im Grunde jeder kennt.

Liedtexte bleiben oft länger im Gedächtnis. Wir alle kennen es, dass wir manchmal ein Lied den ganzen Tag im Kopf haben und es vielleicht sogar mitsummen. Es kann auch ein nerviges Lied sein. Das ist sogar meistens so.

Meine energetische Entwicklung brachte irgendwann ein besonderes Phänomen zu Tage, nämlich dass ich eine bestimmte Melodie samt Text nicht nur als – mehr oder minder aufdringliches – Nebenbei im Kopf hatte, sondern tatsächlich im Brustraum. Im Herzen. Es kam also „in stereo“ zu mir, als ich eines abends in der Badewanne lag und für einen Moment aufhörte, über den Tag zu sinnieren. Das war 2013. Ich erinnere mich noch genau daran, denn das Gehörte war von „Counting Crows“, Titel „Colorblind“. Der Refrain „I am colorblind“ war plötzlich in meinen Ohren und in meinem Herzen, die Töne, die Stimme, der Text, alles, so als hätte sich die Band in meinem Brustraum ein Tonstudio aufgebaut und leitete das Lied über eine Menge von Kabel, meine Nervenbahnen, hoch zum Computer – meinem Gehirn.

Ich war darüber so erstaunt, dass ich mit großen, glasigen Augen an die Decke starrte und noch so lange im Waser blieb, bis es kalt wurde. Ich war einfach getouched.

Dieses erste Ereignis war denk- und merkwürdig, doch schon am nächsten Tag saugte mich die Realität, „die Matrix“, wieder voll und ganz auf, hinein in ihre zahlreichen Äußerlich- und Umständlichkeiten, so dass sich dieses Erlebnis wie von selbst zuunterst eines hohen Stapels „Leben“ ad acta legte.

Es trat später wieder auf, und ich machte mir darüber Notizen, doch neben zahlreichen anderen Phänomenen, war dieses noch eher peripher. Dennoch kann ich heute dieses Erleben dingfest machen und einordnen, wann immer es auftritt. Es lässt sich aber nicht bewusst aktivieren, so nach dem Motto „Ich schalte jetzt einfach mal das Innere Radio an, weil ich Lust drauf habe.“ Das funktioniert nicht. Es muss gedanklich und gefühlsmäßig ein Vakuum da sein, damit es hör- und fühlbar wird. Das ist eine Möglichkeit. Die andere ist ein spontanes Wegbewegen aus einem „Gedankenfeld“, das mich entweder nervt, irritiert, frustriert oder sonst wie unangenehm tangiert.

Ich nenne dieses Phänomen das „Innere Radio“, das ich, wie erwähnt, nicht bedienen und hören kann, wie ich will, denn es schaltet sich nur in bestimmten Situationen ein.

So wie gestern.

Ich machte abends meine energetischen Übungen, doch die Geschehnisse des Tages ließen mir keine Ruhe. Immer wieder kaute ich gedanklich eine Arbeitssituation durch. Und je verbissener ich mich konzentrieren wollte, ja, je öfter ich die Gedanken von mir warf, umso hartnäckiger kamen sie zurück. Manches lässt sich nicht ignorieren oder buddhistisch weglächeln, denn zwischen „Geistes-Leere“ in der Meditation und „krampfhafter Verdrängung“ besteht ein Unterschied. Also gab ich es auf, stand auf und holte mir ein Glas Wasser. Doch kaum, dass ich aufgestanden bin, sind die Worte „You never walk alone.“ in meinem Kopf und in meinem Herzen. Stereo. Ich stutze augenblicklich, denn ich mag dieses Lied nicht einmal besonders. Es ist von „Mathou“, und wer mich kennt, weiß, dass mir Songs dieser Art zu kitschig sind. Trotzdem, da war der Klavierauftakt, das Vorspiel, die pathetische Stimme – alles in meinem Herzen und in meinem Kopf. Und es geht mir durch und durch. Da wusste ich, dass es etwas zu bedeuten hat, und ich fragte erstmals in sämtliche astralen Tiefen und Höhen und Weiten, wer mir da nun etwas schickt. Ich fragte intensiv. Doch ich bekam keine Antwort.

Wieder war es jedoch so, dass ich physisch aus einem bestimmten „Gedankenfeld“, in dem Fall Ärger, weggehen musste, damit das Vakuum entsteht, in welchem die Musik entsteht.

Natürlich könnte man mir das als Einbildung auslegen oder als Zufall abtun. Und ich verstünde diesbezüglich jeden Einwand. Daher bin ich sehr nachsichtig mit den „Ungläubigen“, gehörte ich doch einmal selbst zu ihnen. Mein utilitaristisches Mindset, mein angeborener Pragmatismus, meine naturwissenschaftliche Indoktrinierung hätten einfach kein übersinnliches Erleben zugelassen.

Doch mit derselben Wissbegierde, mit der ich einmal die „Heisenberg’sche Unschärferelation“ studierte oder Wörter etymologisch ableitete, beobachte ich schon sehr lange energetische Phänomene. Meine eigenen. Und die der anderen.

Terence McKenna, der bekannte Bewusstseinsforscher, bekannt für Wahre Halluzinationen, war in dieser Sache wohl weiser als ich, da er die psychedelische Erfahrung, die ja mit der rein energetischen Erfahrung verwandt ist, wie folgt beschreibt: Egal was gesehen, erlebt und gefühlt wird, die psychedelische Erfahrung ist in jedem Fall subjektiv, und daher nicht zu kategorisieren. Und so ist es auch mit der energetischen Erfahrung, denn vollkommen egal, wie energetisch erschlossen jemand ist, auf welchem Level er operiert, ob er mit seinen Od-Kräften Feuer macht oder nur mal ein vages Fließen in den Händen verspürt, so ist die Kraft bei jedem anders. Sie verhält sich anders. Sie fördert anderes zu Tage.

Sie ist daher niemals vergleichbar, es gibt kein besser, stärker, schöner. Sie ist, wie sie ist. Allerdings konnte ich verschiedene Muster festmachen, Prozesse, die bei allen gleich ablaufen, vielleicht unterschiedlich schnell, und wiederum andere Muster, die nur bei mir immer gleich sind: Bezugsrahmen, Intensität, auslösende Faktoren …

Es gibt also Parameter, die selbst das subjektive Erleben dingfest machen. Und auf diesen wiederum lassen sich Erlebnisse auch bewusst wiederholen. Man nehme also nur die richtigen Zutaten. Doch ginge man damit zu einem „Ungläubigen“? Großer Fehler. Er würde sich die Rezeptur ansehen, die Nase rümpfen und „Das ess’ ich nicht“ sagen. Tja. Was der Bauer nicht kennt …

Doch ich habe das Innere Radio. Dieses zutiefst subjektive Erleben. Und noch ist es, was es ist. Energetische Kräfte stagnieren für gewöhnlich nicht, sie verändern sich nur. Meistens werden sie stärker. Vielleicht höre ich irgendwann Dolby Surround?

Was viele nicht wissen oder übersehen, ist, dass Terence McKenna ebenso wie J. R. R. Tolkien (Trilogie: Herr der Ringe) Sprachwissenschaftler war. Auch ich habe mir in dieser Disziplin einmal die Ehre gegeben. Zumindest für ein paar Runden. Wer Worte präzise gebraucht, kratzt in der Regel schon an der Oberfläche der Matrix. Jeder ernsthafte Dichter tut es. McKenna tat es. Ebenso Tolkien.

Aber um den Kreis zu schließen: Das ist der Hauptgrund, warum ich bei Youtube sooft nach Liedern und Texten suche. Ich will mein Repertoire an vorgefertigtem Textmaterial ausbauen.

Denn ist es wirklich so undenkbar, dass ich, dass wir alle, nicht nur kommunizieren, sondern auch kommuniziert werden? – Ja, da schreibt die Bloggerin wieder kryptisch, aber sie meint es so, wie sie es sagt.

Ist jeder Gedanke, den du denkst, dein eigener?

Bist du dir sicher?

Ist das vorgefertigte Textmaterial, das in bestimmten Situationen in mir zu klingen beginnt, nicht auch eine Mitteilung? I am colorblind. You never walk alone? Ist es so ausgeschlossen, dass dieses Material nicht nur abgelegte Sprache ist, die da einfach an den Strand meines Bewusstseins gespült wird, sondern bewusst ausgewählt wurde? Von einer Entität?

Von irgendeinem anderen Selbst?

Ich glaube es. Denn ich empfinde es so. Darüber hinaus macht es für mich schlichtweg Sinn, dass über vorgefertigtes Textmaterial kommuniziert wird, ja, dass es sogar leichter ist, diese festen Spracheinheiten anzuwählen und ins Bewusstsein zu bringen, als ein langes Gespräch zu führen.

Natürlich kennt der energetisch aufgeschlossene Mensch auch den obligatorisch hohen Pfeifton im Ohr. Viele berichten davon. Ich kenne dieses Phänomen natürlich auch. Doch niemand hat bisher eine schlüssige Erklärung dazu geliefert, und die meisten deuten es je nach Lust und Laune und gemäß ihres Egos als „Gottesprogramm“, das sich da mal installiert, als Botschaft von Erzengel Gabriel und Konsorten. Hier möchte ich nur der Vollständigkeit halber auf dieses Phänomen hinweisen, doch dieser Pfeifton ist weniger Kommunikation als Information, die lediglich woanders abgelegt wird. Diese Information hat mit gesprochener Sprache nichts mehr zu tun.

Refrain und Text. Ich bin voll davon. Warum soll die Kommunikation über vorgefertigtes Textmaterial nicht so stattfinden? Warum sollte das Material nicht benutzt werden? Vor allem und gerade weil es verständlich ist?

Und was hörst du?

Nachtrag:

„Utilitarismus“ ist eine philosophische Lehre, die, vereinfacht gesagt, alles für gut erachtet, was einen Nutzen hat, der das Gemeinwohl erhöht. Gut ist also, was nützt. Das Wort „Utensil“ hat den selben Wortstamm. Auch das Utensil ist in der Regel ein nützlicher Gebrauchsgegenstand. Im Utilitarismus ist die Wertobjektivität – die höchste Neutralität in sämtlichen Paradigmen – von zentraler Bedeutung.

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